11.02.2010, 09:30 Uhr | Andreas Lerg
Microsoft-Gründer Bill Gates auf dem 40. Weltwirtschaftsforum in Davos. (Quelle: dpa)
Microsoft-Gründer Bill Gates ist vom Apple iPad alles andere als begeistert. In einem Interview stänkerte der frühere Chef des Software-Riesen über Apples neuen Tablet-Computer und prophezeit dem Multimedia-Gerät keine große Zukunft. Dabei arbeitet die ganze Branche an ähnlichen Produkten.
Als er von einem Journalisten des Online-Magazins BNET über das iPad befragt wurde, sagte Gates: "Wie Viele wissen, halte ich sehr viel von Berührungssteuerung und digitalem Lesen. Allerdings glaube ich, dass ein Mischung aus Sprache, Stift und echter Tastatur, mit anderen Worten ein Netbook, die Hauptrolle in diesem Bereich spielen wird." Gates rechnet nicht damit, dass das neue Multimedia-Tablet von Apple sich als Lesegerät für E-Books beispielsweise gegen Amazons Kindle durchsetzen werde. Ohnehin zeigte er sich kaum beeindruckt von dem Konzept aus Cupertino. Gates: "Es ist nicht wie damals bei der Vorstellung des iPhones wo ich mir gesagt habe, 'Oh mein Gott, Microsoft hat die Messlatte nicht hoch genug angelegt'. Das iPad ist ein nettes Lesegerät, allerdings gibt es Nichts, von dem ich sage 'Oh, ich wünschte Microsoft hätte das getan'".
Als Apple-Boss Steve Jobs Ende Januar das iPad der Öffentlichkeit präsentierte, spalteten sich die Meinungen sofort in jubelnde Fans und Kopf schüttelnde Skeptiker. Die einen sprechen von dem Multimedia- und Internet-Gerät schlechthin, denn mit dem iPad hört der Nutzer Musik, schaut Filme in HD-Qualität, liest Bücher, surft im Internet, liest und schreibt Mails und vieles mehr. Bedient wird der iPad ausschließlich über den berührungsempfindlichen Bildschirm. Die anderen werten es nur als aufgeblasenen iPod touch.
Doch die Konkurrenten von Apple arbeiten fleißig an ähnlichen Geräten. Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas Anfang Januar beeilte sich Steve Ballmer, Nachfolger von Bill Gates an der Firmenspitze von Microsoft, auf einem Tablet-Prototyp von Hewlett-Packard zu zeigen, wie toll sich Windows 7 für tastaturlose Tablet-PC eignet. Viele Experten betrachten 2010 zudem als das Jahr der Tablets. Wenn das Apple iPad Ende März in den Handel kommt, werden die Verkaufszahlen bald zeigen, ob Bill Gates mit seiner Einschätzung recht hat oder nicht.
Andreas Lerg
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