26.06.2009, 09:22 Uhr | Sascha Plischke mit Material von dpa
Michael Jackson ist tot: Die Nachricht versetzte auch das Internet in Aufruhr. (Foto: picture alliance / dpa)Der Tod von Michael Jackson sorgt auch im Internet für große Aufregung. Kurz nach Bekanntwerden der Nachricht brachte der Besucheransturm zwei der größten Boulevardmagazine im Internet zum Zusammenbruch – sie hatten zuerst von Jacksons Einlieferung ins Krankenhaus berichtet. Aber auch Wikipedia und der Kurznachrichtendienst Twitter waren kurzzeitig nicht erreichbar oder mussten Teile ihres Dienstes einschränken.
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Zuerst traf es das Klatschmagazin TMZ.com, das um zwei Uhr nachmittags kalifornischer Zeit als erster Nachrichtendienst von Jacksons dramatischem Gesundheitszustand und schließlich von seinem Tod berichtet hatte. "Wir haben erfahren, dass Jackson keinen Puls mehr hatte, als die Rettungsmediziner eintrafen", schrieb TMZ, innerhalb kürzester Zeit schwoll der Strom der Besucher auf der Seite so stark an, dass die Server unter der Last kapitulierten und nicht mehr erreichbar waren. Als nächstes erwischte es die Seite des Promi-Bloggers Perez Hilton – nach dem Ausfall von TMZ versuchten abertausende Neugierige, hier eine Bestätigung der Gerüchte um den King of Pop zu finden.
Auch der Webserver der Los Angeles Times brach nach Angaben der Tageszeitung unter dem Ansturm kurzzeitig zusammen. Die Zeitung hatte als erstes klassisches Medium die Nachricht verbreitet. Dazu waren 30 der wichtigsten Internet-Nachrichtenseiten in den USA zeitweise nicht zu erreichen oder reagierten deutlich langsamer als üblich, registrierte das Spezial-Unternehmen Keynote Systems, das die Leistungsfähigkeit von Webangeboten regelmäßig überprüft. Betroffen waren besonders die Portale der lokalen Zeitung aus Los Angeles sowie die TV-Sender ABC News und CBS. "ABCNews.com konnte über zwei Stunden hinweg von 90 Prozent der User nicht erreicht werden", sagte Shawn White von Keynote Systems.
Vor einer ganz anderen Herausforderung stand die Online-Enzyklopädie . Hier entbrannte rund um Artikel über Michael Jackson ein so genannter "Edit War": Als die Nachricht von Jacksons Tod noch unbestätigt war, hatten voreilige Autoren bereits den 25. Juni als Todesdatum eingetragen. Das wurde von vorsichtigeren Autoren direkt wieder gelöscht. Über mehrere Stunden ging dieses Spiel hin und her, als mehrere Dutzend Autoren den Artikel immer wieder änderten, während andere die Änderungen rückgängig machten. Schließlich sperrte die Online-Enzyklopädie die umkämpften Artikel, um zunächst auf bestätigte Nachrichten zu warten. Trotzdem brachte auch hier der Besucheransturm die Server an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.
Über den Kurznachrichtendienst Twitter schließlich brachten Millionen Fans von Michael Jackson ihre Trauer über den Tod ihres Idols zum Ausdruck. Innerhalb kürzester Zeit war der Dienst mit Nachrichten wie "Michael rest in peace" - "Michael, ruhe in Frieden" überflutet. In einer Stunde trafen mehr als 100 000 Kurztexte zu Michael Jackson ein. Zwischenzeitlich hatten neun der zehn am meisten besprochenen Themen auf Twitter mit dem Tod oder dem Leben des King of Pop zu tun. Insgesamt fünfzehn Prozent aller Twitter-Nachrichten, der sogenannten Tweets, hatte Jackson zum Inhalt, eine Marke, die nicht einmal die Kommunikation rund um die umstrittene Wahl im Iran oder die Panik zum Ausbruch der Schweinegrippe hatten erreichen können. Zeitweise musste deshalb die Suchfunktion des Kurznachrichtendienstes deaktiviert werden, um Twitter online lassen zu können. Dennoch versagten die Twitter-Server immer wieder ihren Dienst.
Den durch Jacksons Tod ausgelösten gewaltigen Ansturm auf die News-Seite interpretierte der Suchmaschinengigant anfangs gar als einen automatisierten Hackerangriff. Die Web-Anwender bekamen zeitweise nur eine Fehlermeldung des Google-Systems zu sehen: "Ihre Eingabe sieht wie eine automatisch generierte Anfrage von einem Computer-Virus oder einer Spyware- Anwendung aus." Daher baute Google für rund 30 Minuten eine sogenannte "Captcha-Abfrage" auf der News-Seite ein, um zu prüfen, ob die Suchanfragen tatsächlich von Menschen eingegeben wurden. Bei einer Captcha-Abfrage muss der Nutzer die in einer Grafik dargestellten Zahlen und Buchstaben in ein Formularfeld eingeben. Damit soll vermieden werden, dass Eingaben auf einer Webseite durch einen Automatismus erfolgen.
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Sascha Plischke mit Material von dpa
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