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Medion Erazor X6816: Aldi-Notebook im Test

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Medion Erazor X6816: Aldi-Notebook im Test

19.07.2011, 10:09 Uhr | pcwelt.de

Aldi-Notebook Medion Erazor X6816 im Test  (Montage: t-online.de)

Aldi-Notebook Medion Erazor X6816 im Test (Montage: t-online.de)

Die Aldi-Notebooks von Medion sind für ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt. Doch diesmal will Medion sich selbst übertreffen: Das Notebook Medion Erazor X6816, das Aldi-Nord verkauft, bietet die Vierkern-CPU Intel Core i7-2630QM, eine starke Nvidia-Grafikkarte, 6 GB Arbeitsspeicher und eine 750 GB große Festplatte – zum Kampfpreis von 699 Euro. Zwar gibt es auch das Acer Aspire 5750G oder das Asus X5MSV zu diesem Preis mit dem Intel-Vierkerner: Doch diese Notebooks haben weniger RAM, eine kleinere Festplatte und eine schwächere Grafikkarte.

Zählt man noch das üppige Software-Paket des Medion Erazor X6816 dazu, plus die dreijährige Garantie, dann erscheint dieses Angebot auf den ersten Blick unschlagbar. Doch im Test zeigte das konsequent auf Tempo und Ausstattung getrimmt Aldi-Notebook auch ein paar Schwächen.

Medion Erazor X6816: Grafikkarte

Mit dem Medion Erazor X6816 hat Aldi vor allem die Spieler im Blick – und die werden nicht enttäuscht. Die Grafikkarte Nvidia Geforce GT 555M mit 2 GB Speicher macht mächtig Dampf. Sie spielt nicht in der obersten 3D-Liga, doch ihre Leistung passt perfekt zur Bildschirm-Auflösung des Aldi-Notebooks: Bei 1366 x 768 Bildpunkten schulterte sie DirectX10-Spiele lässig - Far Cry 2 lief in hoher Detailstufe mit 61 Bildern pro Sekunde. Ebenso problemlos bewältigte die Geforce GT 555M DX11-Spiele: Dirt 2 blieb selbst in der Detailstufe „Sehr hoch" bei aktivierten 8facher Kantenglättung mit knapp 35 Bildern pro Sekunde spielbar.

Medion Erazor X6816: CPU und Arbeitsspeicher

Ebenfalls für hohe Rechenleistung sorgt der Vierkerner Core i7-2630QM aus Intels aktueller Sandy-Bridge-Familie. Er kann Turbo Boost und damit in Einzelfällen seine Taktrate von 2 auf 2,9 GHz schrauben. Durch Hyper-Threading stehen dem Betriebssystem sogar acht Rechenkerne zur Verfügung. Diese Kernmasse bringt aber nur in Ausnahmefällen mehr Geschwindigkeit: Im CPU-Benchmark Cinebench arbeitet der Core i7-2630QM tatsächlich fast doppelt so schnell wie der Zweikerner Core i5-2410M. Doch in der Praxis werden Sie alle Kerne nur selten auslasten, etwa wenn Sie HD-Videos bearbeiten und nebenher ein anderes HD-Video anschauen. Viele Standard-Anwendungen können aber höchstens zwei Kerne voll beschäftigen, daher hat die Vierkern-CPU keine Vorteile, zumal sie mit einer niedrigeren Taktrate als aktuelle Zweikerner arbeitet.

Foto-Show: Aldi-Notebook Medion Erazer X6816 im Überblick
5 Bilder von 7

Im Test lag das Medion Erazor X6816 bei üblicher Multimedia- oder Büro-Software nur rund drei bis acht Prozent vor Notebooks mit dem Core i5-2410M, die es schon ab rund 600 Euro gibt - zum Beispiel das Acer Aspire 5750G oder das Dell Inspiron 15R. Auch die 6 GB Arbeitsspeicher, die im Medion Erazor X6816 stecken, bringen nur in wenigen Szenarien klare Vorteile, etwa beim Bearbeitung großer Fotos. Deutlich mehr Tempo im Arbeitsalltag verspricht nur eine SSD - eine Flash-Festplatte ist für ein Aldi-Notebook aber zu teuer.

Medion Erazor X6816: Betriebssystem

Am Anfang bekommen Sie vom hohen Rechentempo des Aldi-Notebooks gar nichts mit: Das Medion Erazor X6816 braucht über zwei Minuten um Windows hochzufahren, weil neben dem Betriebssystem ein ganzer Sack voll Programme starten. Für ein schnelles System sollten Sie daher als erstes unbedingt die Autostarts ausmisten.

Auch sonst können Sie bei der Software Hand anlegen. Medion installiert zwar viele Programme auf dem Erazor X6816, doch für die meisten Anwender dürfte es mehr sein, als sie tatsächlich brauchen. Als Virenscanner ist eine 90-Tage-Version von Kaspersky Internet Security 2011 aufgespielt.

Als Alternative zum lahmen Windows-Start hat Medion auf dem Erazor X6816 die Funktion Fast Boot installiert. Damit startet in zehn Sekunden eine Ubuntu-Linux-Umgebung mit Browser, E-Mail-Programm, Datei-Manager, Messenger und Multimedia-Player.

Medion Erazor X6816: Software

Medion Fast Boot, Microsoft Office 2010 Starter, Watchmi, Core Draw Essentials X5, Medion Home Cinema (Media Suite, Label Print, Media Espresso, Mediashow 5, Power2Go, Powerdirector, Power DVD 10, Power DVD Copy, Power Producer, Youcam), Intel Wireless Display, Intel Proset Wireless, Kaspersky Internet Security 2011, Medion Media Pack 2 (Ashampoo Burning Studio/Photo Commander/Photo Optimizer/Snap), Microsoft Mathematics, Protector Suite

Medion Erazor X6816: Ausstattung

Die große Festplatte hat Medion in zwei Partitionen aufgeteilt: Auf der ersten ist das Betriebssystem und die Programme installiert. Auf einer zweiten 38 GB großen Partition finden Sie die vorinstallierten Software-Tools und Treiber sowie das Wiederherstellungsabbild, das sich beim Notebook-Start per F11-Taste wieder einspielen lässt.
Einen DVD-Brenner hat das Medion Erazor X6816 eingebaut, links am Gehäuse finden sich zwei USB-2.0-Anschlüsse, rechts zwei mit der neueren USB-3.0-Technik: Sie erreichten im Test entsprechend schnelle Lese- und Schreibraten. Selten bei Notebooks für Privatkunden: Das Medion Erazor X6816 besitzt einen Fingerabdruck-Leser, der für sicheres Anmeldung die Eingabe eines Passworts ersetzen soll. Er ist links oben über der Tastatur angebracht - für Rechtsfinger-Anmelder ungeschickt.

Medion Erazor X6816: Akkuleistung

Medion hat auch an Anwender gedacht, die das Erazor X6816 nicht nur zum Spielen, sondern auch unterwegs einsetzen wollen: Im Aldi-Notebook steckt ein großer 8-Zellen-Akku mit 60 Wattstunden. Damit hielt das Notebook im Akkutest sehr gute 6,5 Stunden durch. Allerdings wiegt es mit 2,8 Kilogramm nicht wenig, und auch das Netzteil bringt üppige 740 Gramm auf die Waage - als Reisenotebook sollten Sie das Medion Erazor X6816 daher nur in Ausnahmefällen einplanen.

Medion Erazor X6816: Die Schwächen

Bisher hörte sich das alles überzeugend an – doch eine runde Eins verdient sich das neue Aldi-Notebook trotzdem nicht. Zum Beispiel passt die durchschnittliche Bildqualität des 15,6-Zoll-Displays nicht zu einem echten Gaming-Notebook. Der Bildschirm war nicht besonders hell, nicht sehr kontraststark und hatte außerdem eine spiegelnde Oberfläche – darauf reagieren echte Gamer allergisch. Bei der Messung der Reaktionszeit was es außerdem nicht übermäßig schnell. Im Sichttest bei Spielen und Videowiedergabe hatten wir aber nichts zu bestanden. Übrigens unterstützt das Medion Erazor X6816 Intels-Technik Wireless Display. Wenn Sie Ihren Fernseher mit einem passenden Adapter verbinden – etwa dem Belkin Screencast –, können Sie HD-Filme kabellos vom Notebook an den TV funken.

Medion Erazor X6816: Glänzendes Gehäuse

Auch beim Gehäuse-Design ist man von Spiele-Notebooks Aufregenderes gewohnt: Deckel, Handballenablage und Display-Rahmen des Aldi-Notebooks sind schwarz und glanzlackiert, Fingerabdrücke sammeln sich schnell und sichtbar an. Auch wenn Medion ein Mikrofaserputztuch als Abhilfe beilegt – die meisten Notebook-Hersteller sind von diesem Glanz-Design schon wieder abgekommen.

Weniger ungewöhnlich für ein Spiele-Notebook: Unter Last zieht das Aldi-Notebook viel Leistung, wenn es an der Steckdose hängt – knapp 100 Watt. Doch beim Lüfter machen es selbst hochmotorisierten Spiele-Notebooks besser als das Medion Erazor X6816: Unter Last lärmte das Notebook mit knapp vier Sone – schwer erträglich. Zwar erwärmte sich das Medion-Notebook unter Last kaum, doch ein kühles Gehäuse kriegen andere Hersteller mit weniger Lüfterlärm hin.

Letzter Kritikpunkt: Die Tastatur konnte nicht überzeugen. Beim Tippen störten ein schwammiger, unklarer Druckpunkt und die wackeligen Funktionstasten. Auch wegen des recht glatten Touchpad mit laut knackenden Tasten sollten Sie zu externen Eingabegeräte wie USB-Tastatur und –Maus greifen.

Fazit Medion Erazor X6816

Mehr denn je steht beim aktuellen Aldi-Notebook Medion Erazor X6816 hohes Tempo und üppige Ausstattung im Vordergrund. Mit Erfolg - diese Kombination bekommen Sie derzeit für 700 Euro nirgendwo sonst. Selbst anspruchsvolle Spieler werden zufrieden sein. Zum perfekten Spielenotebook fehlt dem Erazor X6816 aber ein schnittigeres Design und ein besserer Bildschirm.
Enttäuscht wird von Aldis Tempo-Boliden nur, wer bei einem Notebook vor allem eine leise Arbeitsweise und eine schreibfreundliche Tastatur schätzt.

Vielleicht hilft ein Auto-Vergleich: Das Medion Erazor X6816 ist wie ein Lamborghini – eine reine Tempomaschine zum Protzen. Eleganz und Fahrvergnügen gibt’s nicht – dafür bekommen Sie die Tempo-Bolzerei beim Medion Erazor X6816 zum unschlagbar günstigen Preis.

Weitere Notebook-Modelle finden Sie auf unserer Notebook Test-Seite

Geschwindigkeit

Messergebnisse

Startzeit

132 Sekunden

Geschwindigkeit bei Büro-Programmen

122 Punkte

Geschwindigkeit bei Multimedia-Programmen

154 Punkte

Geschwindigkeit bei 3D-Spielen

6029 Punkte

Brenndauer CD / DVD / Blu-ray (Minuten)

10:03 / 5:04 /

Kopie von DVD auf Festplatte (Minuten)

10:33

USB-Anschlüsse: Lese- / Schreibrate

154,7 / 103,8 MB/s

Akkulaufzeit

6:29 Stunden

Gewicht: Notebook (mit Akku) / Netzteil

2,80 / 0,74 Kilogramm

Helligkeit

194 cd/m²

Helligkeitsverteilung

75 %

Kontrast

304:1

Entspiegelung

gering

Betriebsgeräusch: geringe /hohe Last

0,6 / 3,8 Sone

Stromverbrauch: Ruhe / Last / Bereitschafts-Modus / Aus

18,2 / 98,4 / 1,4 / 0,7 Watt

TESTERGEBNISSE (NOTEN)

Medion Erazor X6816

Testnote

befriedigend (2,89)

Preis-Leistung

günstig

Geschwindigkeit (25%)

2,31

Ausstattung (20%)

2,99

Bildschirm (17%)

4,09

Mobilität (17%)

2,92

Tastatur (8%)

1,85

Umwelt und Gesundheit (5%)

3,74

Audioqualität (3%)

4,50

Service (5%)

1,07

ALLGEMEINE DATEN

Medion Erazor X6816

Testkategorie

Notebooks

Hersteller

Medion

Internetadresse

www.medion.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers)

699 Euro

Technische Hotline

01805/633466

Garantie des Herstellers

36 Monate

TECHNISCHE DATEN

Medion Erazor X6816

Prozessor (Taktrate)

Intel Core i7-2630QM (2,00 GHz)

verfügbarer Arbeitsspeicher (eingebauter Arbeitsspeicher), Typ

6055 MB (6144 MB), DDR3-1333

Grafikchip (Grafikspeicher)

Nvidia Geforce GT 555M (2048 MB )

Bildschirm: Diagonale, Auflösung, Typ

15,6 Zoll (39,6 Zentimeter), 1366 x 768, spiegelnd

Festplatte

Hitachi Travelstar 5K750; 695,0 GB (nutzbar)

optisches Laufwerk

HL-DT-ST GT40N (DVD-Brenner)

Betriebssystem

Windows 7 Home Premium SP1

LAN

Gigabit

WLAN

802.11n

Bluetooth

3.0+HS

Schnittstellen Peripherie

2x USB 3.0 (rechts), 2x USB 2.0 (links), Kartenleser (vorne; SD, MS/Pro), 1 LAN(links), Fingerabdruck-Leser

Schnittstellen Video

VGA (rechts), HDMI (rechts), Internetkamera

Schnittstellen Audio

Audioeingang, Audioausgang (analog/digital)


Quelle: PC-Welt

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