25.01.2010, 09:51 Uhr | pcwelt.de
Der Medion Akoya Mini E2076 D ist der zweite Nettop aus der Aldi-PC-Schmiede nach dem Medion Akoya E2005 D Nettop, den wir vor 11 Monaten im Test hatten. Gegenüber dem Vorgänger hat Medion die Abmessungen deutlich reduziert – nur zwei Zentimeter dicke ist der neue Nettop. Bei der Erneuerung der Ausstattung ist Medion allerdings auf halber Strecke stehen geblieben und das flache Design hat ganz handfeste Nachteile.
Ausstattung
Als CPU verbauen Nettop-Hersteller heute entweder den Intel Atom 330 Dualcore oder die Modelle Atom N270 beziehungsweise N280, um den kleinen Winzlingen insbesondere bei der Medienwiedergabe mehr Leistung zu spendieren. Nicht so Medion: Im Akoya Mini E2076 D Nettop werkelt noch der leistungsschwache Intel Atom 230 mit nur einem Kern. Beim Chipsatz setzt Medion mit Nvidias ION-Chipsatz aber auf den momentan leistungsfähigsten Nettop-Chipsatz mit integrierter Grafikeinheit. Die Festplattenkapazität ist mit 320 GB für den Gesamtpreis von 329 Euro in Ordnung. Die Western Digital WD3200BEVT-00ZCT0 hat eine Rotationsgeschwindigkeit von 5400 Umdrehungen pro Minute und 8 MB Cache. Mittlerweile gibt es günstige 2,5-Zoll-Festplatten mit einer Rotationsgeschwindigkeit von 7200 Umdrehungen pro Minute und 16 MB Cache, allerdings sind diese Modelle etwa 25 Euro teurer.
Der augenfälligste Kompromiss den Sie mit dem flachen Design in Kauf nehmen müssen: Medion lässt das optische Laufwerk komplett weg und auch ein Speicherkartenleser fehlt. Die sechs USB-Buchsen erscheinen auf den ersten Blick ausreichend. Allerdings benötigt der USB-Adapter für die Funktastatur mit integriertem Trackball bereits einen Anschluss. Und auch das WLAN-Modul ist nicht mehr ins Gehäuse eingebaut, sondern muss über den beiliegenden USB-Stick angeschlossen werden.
Für Peripheriegeräte stehen also nur noch vier USB-Ports zur Verfügung; eSATA- und Firewire fehlen. Für die Verbindung zum Display sorgt die DVI-Buchse, für die Medion jeweils einen Adapter auf VGA und HDMI beilegt. Wohl aufgrund des Trackballs in der Tastatur liefert Medion keine Maus zum Medion Akoya Mini E2076 D mit. Neben dem Standfuß gibt es eine VESA-Halterung für die Montage des Medion Akoya Mini E2076 D an einem Display oder an der Wand.
Neben Windows 7 Home Premium in der 32-Bit-Variante fanden wir auf dem Medion Akoya Mini E2076 D das Büropaket Microsoft Works 9 sowie eine 90-Tage-Lizenz von Bullguard Internet Security. Aufgrund des fehlenden optischen Laufwerks spart Medion sich das sonst übliche Brennprogramm und die DVD-Wiedergabe-Software.
Tempo
Aufgrund der schwachen CPU und der lahmen Festplatte blieben bei den Benchmark-Tests die Leistungswerte unzureichend. Im Vergleich mit anderen ION-Nettops im Test erzielte der Medion Akoya Mini E2076 D unter 3D Mark 06 mit 1273 Punkten das bisher schlechteste Ergebnis. Im Vergleich dazu hatte der Zotac MAG HD-ND01 1540 Punkte abgeliefert. Auch unter PC Mark 05 wiederholte sich die Blamage: Mit 1889 Punkten bildete der PC hier nicht nur das Schlusslicht unter den ION-Nettops, sondern blieb sogar noch hinter zwei Nettops der ersten Generation mit Intels GMA-Chipsatz zurück. Für ein Medienwiedergabegerät, das auch für Bild- und Videobearbeitung dienen soll, ist diese Leistung unterirdisch.
Ergonomie
Einen positiven Einfluss auf das Gesamtbild des Nettops hat die Verwendung der veralteten Atom-230-CPU allerdings doch: Mit einem sehr niedrigen Stromverbrauch von nur 22,3 Watt im Desktop-Modus war der Medion Akoya Mini E2076 D der bislang sparsamste ION-Nettop in dieser Disziplin. Unter Volllast lag der Energieverbrauch mit 40,2 Watt im guten Mittelfeld.
Das größte Manko des Medion Akoya Mini E2076 D im Test war allerdings sein unerträglich lautes Betriebsgeräusch. Bereits nach dem Einschalten dröhnte der Lüfter mit einem so lauten Geräusch, dass wir uns an einen Haartrockner erinnert fühlten. Bereits der Start eher unkritischer Anwendungen wie Textverarbeitung oder Internet-Browser bescherte uns eine noch höhere Drehzahl des Lüfters, während das Gehäuse sich merklich erwärmte.
Die Schallmessung im Labor brachte die Bestätigung: Bereits im Desktop-Modus röhrt der Medion Akoya Mini E2076 D mit 35,9 dB(A) sehr laut und unter Volllast protokollierten wir schließlich unerträgliche 40,6 dB(A). In der Negativ-Liste der lautesten jemals von uns getesteten Nettops nimmt der Medion Akoya Mini E2076 D damit den unrühmlichen zweiten Platz nach dem Atelco 4media! Nvidia ION + Atom Mini-ITX ein. Als Medienwiedergabegerät hat sich der Medion Akoya Mini E2076 D damit selbst disqualifiziert.
Fazit Medion Akoya Mini E2076 D
Obwohl der günstige Preis und das flache Design die Neugier auf den Medion Akoya Mini E2076 D wecken können, enttäuscht der Nettop im Test. Andere Konkurrenten mit ION-Chipsatz bieten eine deutlich bessere Leistung, und für wichtige Komponenten wie eSATA-Schnittstelle oder Speicherkartenleser bleibt kein Platz mehr. Ob der Trackball in der Tastatur für die Mehrzahl der Anwender einen adäquaten Ersatz zur Maus darstellt, darf bezweifelt werden. Punkte sammeln kann der Nettop mit seinem niedrigen Stromverbrauch im Desktop-Modus. Eine echte Fehlkonstruktion ist das Gerät hinsichtlich der Belüftung: Durch den ohne Unterlass dröhnende Lüfter ist der Medion Akoya Mini E2076 D als Medienwiedergabegerät ungeeignet.
Alternative
Der Acer Aspire R3610 Revo ist leistungsfähiger, arbeitet deutlich leiser und kostet dabei 30 Euro weniger.
Nettop-PC | |
Medion Akoya Mini E2076 D | |
Gesamtnote | befriedigend (3,36) |
Testkategorie | Nettop-PC |
Nettop-PC-Hersteller | Medion |
Medions Internetadresse | |
Preis (Straßenpreis, Stand 13.01.2010) | rund 330 Euro |
Medions technische Hotline | 01805/633466 |
Garantie des Nettop-PC-Herstellers | 36 Monate |
Vor-Ort-Service des Nettop-PC-Herstellers | 0 Monate |
Medion Akoya Mini E2076 D | |
BEWERTUNG (0-100 Punkte) | |
Ergonomie (40%) | 23 |
Ausstattung (25%) | 62 |
Tempo (15%) | 28 |
Handhabung (10%) | 51 |
Service (10%) | 67 |
Gesamtwertung | 41 von 100 |
Preis-Leistung | günstig |
Medion Akoya Mini E2076 D | |
TESTERGEBNIS | |
Benchmarks | |
PC Mark 05 | 1889 PC-Marks |
PCMark05 CPU | 1358 Punkte |
PCMark05 Memory | 2258 Punkte |
PCMark05 Graphics | 1759 Punkte |
PCMark05 HDD | 4638 Punkte |
3D Mark 06 | 1273 3D-Marks |
3D-Mark 06 SM 2.0 | 511 Punkte |
3D-Mark 06 HDR/SM3.0 | 515 Punkte |
3D-Mark 06 CPU | 488 Punkte |
Cinebench 10 Rendering 1 CPU | 534 Punkte |
Cinebench 10 Rendering X CPU | 715 Punkte |
Cinebench 10 Rendering OpenGL | 1119 Punkte |
Stromverbrauch | |
Betrieb | 22,3 Watt |
Last | 40,2 Watt |
Standby | 3,2 Watt |
Shutdown | 2,7 Watt |
Aus | 2,7 Watt |
Betriebsgeräusch | |
Ruhe | 35,9 dB(A) / 1,9 Sone |
Last | 40,6 dB(A) / 3,6 Sone |
Medion Akoya Mini E2076 D | |
TECHNISCHE DATEN | |
Hauptplatine | Medionpc |
Chipsatz | Nvidia ION |
Prozessor | Intel Atom 230 (1x 1,6 GHz) |
Arbeitsspeicher | 1792 MB |
Grafikchip | Nvidia Ion (Geforce 9400M), 256 MB (shared Memory) |
Festplatte | 1x Western Digital WD3200BEVT-00ZCT0; 320,0 GB |
optisches Leselaufwerk | nein |
Brenner | nein |
Betriebssystem | Windows 7 Home Premium 32-Bit |
Office-Paket | ja (MS Works 9) |
Brennprogramm | nein |
Kommunikation | |
Ethernet | 1x 10/100/1000 MBit/s |
WLAN | 802.11n |
Bluetooth | nein |
Kartenleser | nein |
Schnittstellen Peripherie | 6x USB |
Schnittstellen Video | 1x DVI |
Schnittstellen Audio | |
Mikrofon | 1 |
Kopfhörer | 0 |
Line-In | 0 |
Line-Out | 2 |
S/P-Dif in | 0 |
S/P-Dif out | 0 |
Quelle: PC-Welt
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