21.09.2010, 15:54 Uhr | Andreas Lerg
Online-Kriminelle stellen 57.000 gefährliche Internetseiten pro Woche ins Netz. (Foto: PayPal)
Online-Kriminelle stellen Woche für Woche 57.000 neue gefährliche Internetseiten ins Netz. Über 65 Prozent davon sind gefälschte Bankseiten, mit denen die Gangster Zugangsdaten zu Online-Bankkonten oder auch Zahlungsdiensten wie PayPal erbeutet wollen. Durch Suchmaschinenoptimierung wird vor allem Google als Vehikel zur Verbreitung der Seiten eingespannt.
Online-Kriminelle gehen heute mit gefälschten Internetseiten auf die Jagd nach Opfern. Entweder wollen sie damit Schadsoftware verbreiten, oder aber dem Besucher der Seite Daten stehlen. Wie eine aktuelle Studie von Panda Security zeigt, stellen die Online-Gangster Woche für Woche 57.000 neue gefährliche Internetseiten online. Mit 65 Prozent sind die meisten dieser Seiten den Internetauftritten von Banken und Finanzdiensten nachempfunden und sollen die Zugangsdaten für Online-Banking oder Dienste wie PayPal erbeuten. Auf Platz zwei liegen die Online-Shops und Auktionsseiten, denn immerhin knapp 27 Prozent der Internet-Fallen imitieren diese Internetauftritte.
Panda Security analysierte in der aktuellen Untersuchung über eine Dauer von drei Monaten gefälschte Suchmaschineneinträge. Wurden die Links zu falschen Internetseiten einst per E-Mail-Spam verbreitet, so dienen heute Suchmaschinen als Sprungbrett. Dazu optimieren die Online-Kriminellen die Seiten, damit Google und andere Suchmaschinen die Seiten möglichst weit oben in den Suchergebnislisten anzeigen. Luis Corrons, Direktor des Panda Security Labs empfiehlt: "Weil die sehr guten Fälschungen in den Suchergebnislisten nur schwer von den echten Seiten zu unterschieden sind, sollten bekannte Internetadressen immer direkt in den Browser eingegeben werden." Das die Online-Kriminellen so viele neue Internetseiten starten, liegt vor allem auch daran, dass bestehende Seiten mit Schadcode meist recht schnell erkannt und eliminiert werden. Wird eine Falle im Internet geschlossen, öffnen die Täter direkt die nächste.
Nach einer Studie des Branchenverbandes BITKOM werden immer mehr Internet-Nutzer Opfer von Online-Kriminalität. Drei Viertel aller deutschen Web-Surfer fühlen sich von Kriminalität bedroht. Die Computer von 43 Prozent der Internet-Nutzer seien bislang mindestens schon einmal mit einem Virus oder Trojaner infiziert gewesen. Beim Online-Shopping seien bereits jeder neunte Verbraucher betrogen worden. Von sieben Prozent der Internet-Nutzer seien persönliche Zugangsdaten zu Online-Diensten ausgespäht worden, während jeder Zwanzigste schon einmal einen finanziellen Schaden durch Schadprogramme oder Datenklau erlitt. Im Vergleich zur letzten Studie von 2008 sind alle Werte deutlich angestiegen.
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Für Internet-Nutzer ist es daher unerlässlich, aktuelle Sicherheitssoftware auf dem eigenen PC installiert zu haben sowie regelmäßig Updates für das Betriebssystem wie auch für die verwendeten Programme aufzuspielen. "Immer noch surft jeder Fünfte ohne Virenschutz", sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied Dieter Kempf und ergänzte: "Schadprogramme sind zunehmend schwerer zu erkennen. Angriffe erfolgen vermehrt über Anwendungsprogramme, nicht nur über Lücken in Betriebssystemen." BKA und Bitkom veröffentlichten daher eine Infobroschüre zum Thema Internet-Sicherheit, die als Gratis-PDF online verfügbar ist. Kempfs Rat: "Gesundes Misstrauen und eine moderne Sicherheitsausstattung des PCs sind ebenso wichtig. Wer das beherzigt, für den ist Online-Banking eine sichere Sache."
Andreas Lerg
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