10.04.2008, 10:35 Uhr | Christoph Schmidt
Botnetze versklaven weltweit Privatrechner. (Montage: T-Online)Sicherheitsexperten warnen vor der wachsenden Gefahr durch so genannte Super-Botnetze. Dabei kapern Internet-Kriminelle mittels eingeschleusten Trojanern systematisch weltweit massenhaft PC und schließen diese zu einem gewaltigen Netzwerk zusammen. Die Besitzer der Computer merken davon nichts. Laut Joe Stewart von Secure Works bestehen allein die elf größten dieser Botnetze aus über einer Million ferngesteuerter Rechner. Zusammen sind sie in der Lage, täglich über 100 Milliarden Spam-Mails zu versenden.
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Stewart präsentierte seine Untersuchung zur Eröffnung der RSA Konferenz in San Francisco, einem internationalen Treffen von IT-Sicherheitsexperten. Das größte Botnetz ist demnach Srizbi, das rund 315.000 Zombie-Rechner kontrolliert und an einem Tag rund 60 Milliarden Spam-Nachrichten verschicken kann. Das zweitgrößte Botnetz Bobax beherrscht noch 185.000 Computer weltweit und kann täglich neun Milliarden Spam-Nachrichten versenden. Auf den weiteren Plätzen folgen die Botnetze Rustock (150.000) und Cutwail (125.000).
Sturm-Wurm erfolgreich bekämpft
Der ehemalige Spitzenreiter Sturm Wurm ist dagegen in der Versenkung verschwunden, was der Experte auf Bemühungen seitens Microsoft zurückführt. Das Windows-Tool zum Entfernen bösartiger Software wirkt der Verbreitung des gefährlichen Trojaners entgegen, in dem er den Client für das Sturm-Wurm-Netz erkennt und diesen ausschaltet. Dennoch kontrolliere der Sturm Wurm noch 85.000 Rechner und belegt damit Platz fünf auf der Liste des Sicherheitsexperten. Davon würden allerdings nur 35.000 Rechner zum Versenden von Spam genutzt.
Uneinigkeit über Botnetze
Stewart wies im Rahmen seines Vortrags auf Probleme bei der Bezeichnung der Botnetze hin. Dies führe zu Verwirrung, unterschiedlichen Zählweisen und letztendlich verfälschten Statistiken. Das neu aufgetauchte Kracken-Botnet etwa, das über 400.000 Computer kontrollieren soll, sei nur ein anderer Name für das alte Bobax-Netz, das auch die Namen Oderoor und Hacktool-Spammer trage. Zur Lösung dieses Problems schlug Stewart ein Fingerabdruck-System vor, das Botnetze eindeutig identifizieren soll. "Ich hoffe, dies ermöglicht anderen Forschern, Botnetze leichter aufzuspüren und einzustufen." Und auch der Endnutzer würde davon profitieren, da er sich gezielt über akute Gefahren informieren könne.
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Christoph Schmidt
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