09.11.2009, 12:36 Uhr | Christian Fenselau
Grafische Linux-Oberfläche KDE (Quelle: KDE)
Er vereinfachte die Bedienung von Linux grundlegend: Matthias Ettrich, Gründer der grafischen Linux-Oberfläche KDE, wurde am vergangenen Freitag mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. KDE gibt es seit 1996, es vereinfacht und verbessert die Bedienung des freien Betriebssystems Linux. Die Auszeichnung ist die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.
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In den ersten Jahren nach der Einführung von Linux 1992 galt das freie Betriebssystem als wenig anwenderfreundlich. Es war weitgehend nur per Kommandozeile bedienbar, die Bedienung oft nur mit kryptischen Befehlen möglich. Das anfängliche Fenstersystem X-Windows, das es für Linux gab, war unflexibel und wenig komfortabel. Erst mit dem K Desktop Environment, kurz: KDE, erhielt Linux eine grafische Benutzeroberfläche, veränderte die Benutzung grundlegend und machte sie in vielen Bereichen komfortabler. Mit KDE wurde Linux auch für Benutzer mit wenig Computerkenntnissen bedienbar.
Eine der Neuerungen durch KDE war zum Beispiel, Dateien in Anwendungen hineinzuziehen (drag & drop) – eine Technik, die bei und dem -System Mac OS schon lange möglich war. Allerdings war KDE lange Zeit ein umstrittenes Projekt. Matthias Ettrich entschied sich, als Grundlage für das KDE-Grafikpaket die Programmierbasis Qt des norwegischen Unternehmens Troll Tech zu nutzen. Qt war jedoch kommerzielle Software und damit in der freien Linux-Szene wenig beliebt bis verhasst. Viele lehnten KDE ab, mit dem Grafikpaket Gnome entstand ein Konkurrenzprodukt, das nach wie vor Anhänger hat und auch laufend weiterentwickelt wird.
Der Streit ist mittlerweile beigelegt. Qt ist nicht mehr kommerziell, sondern Open Source, basiert also auf dem gleichen freien Lizenzmodell wie Linux selbst. KDE ist bei vielen Linux-Distributionen als Standard-Oberfläche vorgesehen (openSUSE, Kubuntu, Knoppix) und wird automatisch mitinstalliert. Zusätzlich gibt es inzwischen tausende so genannte K-Applikationen, unter KDE benutzbare grafisch bedienbare Programme. Kennzeichen der Anwendungen ist der Buchstabe K, der dem Programmnamen vorangestellt ist. Die Oberfläche KDE ist sogar für Windows und Mac OS erhältlich.
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Computer Insider
Christian Fenselau
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