12.07.2011, 17:22 Uhr | t-online.de, afp, dapd
Nachfolger von Kino.to ist online (Foto: t-online.de).
Nur wenige Wochen hat es gedauert: Die illegale Streaming-Seite Kino.to ist unter neuer Adresse wieder online gegangen. Erst Anfang Juni war es der Generalstaatsanwaltschaft Dresden gelungen, die Infrastruktur von Kino.to zu beschlagnahmen und führende Köpfe der dahinter steckenden Gruppierung zu verhaften. In einem offenen Brief auf dem neuen Portal an die Ermittlungsbehörden und den Interessenverband GVU prahlen die Betreiber damit, sich von Razzien und Festnahmen nicht einschüchtern lassen zu wollen. Ob es sich um dieselben Hintermänner wie beim ursprünglichen Kino.to handelt, ist noch unklar.
"Liebe GVU, Filmindustrie und Staat: Denkt ihr wirklich, ihr könnt uns stoppen, nur weil ihr haufenweise Geld habt?" heißt es auf der Startseite des neuen Portals in einer Nachricht der Betreiber. Der Nachfolger von Kino.to gleicht seinem Vorgänger bis aufs Haar. "Wie kann es sein, dass harmlose Webseitenbetreiber auf eine Stufe mit Mördern und Vergewaltigern gestellt werden?" Weiter heißt es: "Was ist aus diesem Land geworden? Wo ist unsere Freiheit hin? Und warum werden solche fanatischen Geldgeier-Organisationen unterstützt vom Staat und Politik? Wir wollen euch nicht. Das Internet will euch nicht. Keiner will euch. Alles was wir wollen ist Freiheit und das für jeden." Man wolle sich nicht einschüchtern lassen und wolle auch in Zukunft Filme und Serien illegal im Internet zur Verfügung stellen. Die Seite war am Dienstag nur schwer zu erreichen. Offenbar war die Infrastruktur der Seite unter dem großen Besucheransturm zusammengebrochen.
Der Interessenverband GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen) zeigte sich wenig erstaunt. "Das Auftauchen der Seite ist keineswegs überraschend", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Trotz des neuen Portals sei die Razzia ein Erfolg im Kampf gegen Filmpiraten im Internet: "Dass es vergleichsweise lange gedauert hat, bis diese Resteverwertung von Kino.to online gestellt wurde, offenbart, wie empfindlich die Aktion der Generalstaatsanwaltschaft Dresden die Szene getroffen hat." Die GVU unterstützt die Ermittlungsbehörden immer wieder dabei, Urheberrechtsverletzungen aufzuklären. Derweil war die Internetseite der GVU nicht mehr erreichbar. Die Analyse der Gründe sei zwar noch nicht abgeschlossen, sagte GVU-Sprecherin Christine Ehlers auf dapd-Anfrage. "Es sieht aber so aus, als wären wir selbst Opfer einer Denial-of-Service-Attacke geworden." Ob der Vorfall in Zusammenhang mit Kino.to stehe, sei unklar. Bereits im Juni hatten Hacker die Website der GVU attackiert.
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Die Dresdner Staatsanwaltschaft, die das Verfahren gegen die mutmaßlichen Betreiber von kino.to führt, will prüfen, ob es Verbindungen von diesen zu der angeblichen Nachfolgeseite gibt. Es bestehe eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Angeboten, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde am Dienstag dem Radiosender MDR Info. "Das lässt möglicherweise den Schluss zu, dass es da Verbindungen gibt." Notfalls würden die Ermittlungen ausgeweitet.
Dem bisherigen Betreiber des stillgelegten Filmpiratenportals kino.to, Dirk B., droht unterdessen eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht nur wegen vielfacher Urheberrechtsverletzung, sondern auch wegen Verdachts auf Geldwäsche und Steuerhinterziehung. Die sächsische Generalstaatsanwaltschaft legt dem Hauptverdächtigen neben zahlreichen Urheberrechtsverletzungen auch Steuerhinterziehung und Geldwäsche zur Last . Auch die Werbepartner von kino.to sind ins Visier der Fahnder geraten. Sie hatten das Portal mit ihren Werbeschaltungen finanziert. In den letzten zwölf Monaten beliefen sich die Einnahmen nach Berechnungen GVU auf knapp 15 Millionen Euro.
Der Generalstaatsanwaltschaft Dresden gelang Anfang Juni ein schwerer Schlag gegen das Filmpiratenportal kino.to. Die Seite ist seitdem offline, die Kriminalpolizei nahm die Betreiber fest. In Deutschland, Spanien, Frankreich und den Niederlanden durchsuchten Beamte bei gezielten Razzien zahlreichen Wohn- und Geschäftsräume. Der Schlag gegen das Filmpiratenportal kino.to war einem Insider zu verdanken. Ein ehemaliges Mitglied der Filmpiraten-Gruppe hatte seine ehemaligen Kollegen verraten. Der Mann hatte sich bei der Verteilung der umfangreichen Gewinne benachteiligt gefühlt und war deshalb ausgestiegen.
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Quelle: dapd , t-online.de , AFP
Flo schrieb:
am 12. Juli 2011 um 20:53:49
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offline
Ist doch schon alles wieder offline
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Lolander schrieb:
am 12. Juli 2011 um 20:33:32
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Kino.to
Wieviel Steuern werden durch Vertretern des Volkes und der sogannten "Topmanager" hinterzogen?? Denen schaut niemand auf die
Finger, was sind schon 15 Millionen im Vergleich wie viel Gelder durch Abmahnungen der Film-/ Musikinduustrie erwirtschaftet werden?? Eine lukrative zweite Einnahmequelle, die auch fragwürdig ist!!
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Mik schrieb:
am 12. Juli 2011 um 20:27:26
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Kino.to
Da sieht man es wieder. Straftaten gegen das Eigentum werden wesentlich höher bewertet als Straftaten gegen das Leben!! Wenn ich
lese, dass ein gefährlicher Vergewaltiger ausgebrochen ist und "nur" sechs Jahre Haft bekommen hatte und der Kopf von Kino.to mit 15 Jahren Haft rechnen muss, da läuft doch etwas verkehrt!! Heißt es nicht "öffentliches Interesse" und nicht "Interesse einzelner Grupierungen???" Ich sage nur:"Alle Macht dem Volke! und nicht einiger wenige!!
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