26.10.2009, 16:52 Uhr | pcwelt.de
Kingston definiert den Einsatzzweck des SSD Now V-Series SNV125-S2 als Boot-Festplatte und nicht primär als Massenspeicher. Deswegen beschränkt Kingston nicht nur die Kapazität auf lediglich 40 Gigabyte, sondern hat die Flash-Festplatte auch auf ein hohes Lesetempo optimiert. Neben dem einzelnen SSD bietet Kingston das 40-GB-Modell auch als Desktop-Bundle an (SNV125-S2BD/40GB). Im Preis von knapp 100 Euro inbegriffen sind dann Einbauschienen für die Montage in einem 3,5-Laufwerkskäfig, ein SATA-Kabel, ein Stromkabel-Adapter (4polige Strom- auf SATA-Buchse) sowie die Software Acronis True Image Clone. Dabei handelt es sich um eine abgespeckte Version des Programms True Image Home 2009, die ein Bit-genaues 1:1-Abbild einer Festplatten-Partiton erstellt.
Verwirrung programmiert
Die V-Baureihe von Kingston bekommt mit dem 40-GB-Modell die nunmehr dritte technische Variante. Die erste Version Kingston SSD Now V-Series SNV125-S2 mit 128 GB konnte aufgrund des lahmen SATA-Controllers nicht überzeugen. Die zweite Generation der V-Series holte sich mit der Kingston SSD Now V+ SNV225-S2/64GB dank des sehr guten Samsung-Controllers kurz darauf den Testsieg in der Klasse bis 300 Euro. Den jüngsten Spross der SSD-Now-V-Baureihe stattet Kingston nun mit Intel-Technik aus. Unser Test klärt, ob das brandneue 40-GB-SSD in die Fußstapfen der erfolgreichen V+-Variante treten kann oder dem schwarzen Schaf der Familie folgt.
Preis
Ein SSD für unter 100 Euro – das klingt zunächst einmal sehr preisgünstig. Berechnet man allerdings den Gigabyte-Preis der Kingston SSD Now V-Series 40 GB, so ist die Flashspeicher-Festplatte mit 2,55 Euro kein Schnäppchen mehr, sondern bewegt sich auf durchschnittlichem Niveau. Die Preisspanne von MLC-SSDs pendelt aktuell zwischen 1,50 und 3,40 Euro. Durch den Lieferumfang erreicht aber zumindest das Desktop-Bundle einen attraktiven Preispunkt.
Ausstattung
Das Kingston SSD Now V-Series SNV125-S2/40GB setzt sich aus fünf Flashchips à 8 GB zusammen, die alle auf der Vorderseite der SSD-Platine untergebracht sind. Der MLC-Speicher Intel 29F64G08CAMDI stammt bereits aus der 32-Nanometer-Produktion und zeichnet sich durch schnelle Schaltzeiten aus. Auch der SATA-Controller PC29AS21BA0 kommt aus dem Hause Intel. Allerdings sind im Gegensatz zum baugleichen Intel-SSD X25-M G2 bei dem 40-GB-Modell von Kingston nur fünf der zehn Speicherkanäle des Intel-Controllers aktiv. Dass dies die Transferleistung beeinträchtigt, zeigten unsere Geschwindigkeits-Messungen.
Den Pufferspeicher des Kingston SSD Now V-Series SNV125-S2/40GB steuert Micron mit dem 32-MB-Chip MT48LC16M16A2P bei. Die Schockfestigkeit des 40-GB-SSD beträgt gute 1500 G. Die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (Mean Time Between Failures, MTBF) liegt mit einer Million Stunden hingegen unter dem Durchschnittswert eines modernen Solid State Drive. Dafür ist der Stromverbrauch schön niedrig. Laut Kingston benötigt das SSD Now V-Series 40 GB im Bereitschaftszustand lediglich 0,06 Watt und beim Zugriff besonders sparsame 0,15 Watt.
Geschwindigkeit
Das Kingston SSD Now V-Series mit 40 GB zeigte bei den Praxis-Datenraten Licht und Schatten. Beim Lesen stellte das Kingston-SSD mit 99,2 MB/s einen neuen Rekord unter den SSDs bis 300 Euro auf. Der bisherige Spitzenreiter Kingston SSD Now V+ SNV225-S2/64GB lag mit 99,1 MB/s aber auf dem gleichen Leistungsniveau. Für den konzipierten Einsatzzweck als System-Partition, die vor allem möglichst flink Daten auslesen muss, bringt das Kingston SSD Now SNV125-S2 also ideale Voraussetzungen mit.
Beim Schreiben erreichte das 40-GB-SSD von Kingston allerdings nur magere 37,2 MB/s. SSD-Modelle mit einer sehr hohen Praxis-Schreibrate wie beispielsweise das Transcend-SSD TS120GSSD25D-M waren in dieser Disziplin mit bis zu 93,6 MB/s mehr als doppelt so schnell unterwegs. Damit eignet sich das Kingston-SSD nicht als Ersatz für eine herkömmliche Festplatte. Die Praxis-Kopierleistung des Kingston SSD Now SNV125-S2 fiel mit 50,0 MB/s ebenfalls nicht berauschend aus. Schnelle MLC-SSDs kommen hier auf Werte zwischen 75 und 95 MB/s. Den Ton gibt hier das Samsung MMDOE56G5MXP-0VB mit 95,1 MB/s an.
Was den -Start und das Herunterfahren des Betriebssystems betrifft, zeigte das Kingston SSD Now V SNV125-S2 keine Schwächen. Vom Start des PC bis zum eingabebereiten Vista-Desktop vergingen 23 Sekunden – die bisher beste Startzeit eines SSD lag bei 21, die schlechteste bei 27 Sekunden. Besonders fix war das Kingston SSD Now V SNV125-S2 beim Herunterfahren von Windows Vista mit 5 Sekunden. Die SSD-Konkurrenz lag hier zwischen 4 und 10 Sekunden.
Sequenzielle Transferleistung
Die Leserate des Kingston SSD Now SNV125-S2 pendelte zwischen 251 und 254 MB/s. Mit diesen exzellent hohen, aber auch exzellent konstanten Datenraten bewegte sich das Kingston-SSD auf nahezu dem gleichen Leistungsniveau wie der Spitzenreiter in dieser Disziplin, das Intel-SSD X25-M G2. Selbst die sündhaft teuren SSD-Modelle mit SLC-Technik (Single Level Cell) können hier nicht ganz mithalten.
Nicht konkurrenzfähig war wiederum die sequenzielle Schreibrate, die maximal 44,1, durchschnittlich 43,8 und minimal 42,3 MB/s betrug. Moderne SSD-Festplatten erreichten bisher beim sequenziellen Schreiben Datenraten von deutlich über 100 MB/s. Das bis dato schnellste SSD in diesem Test, das OCZ Vertex OCZSSD2-1VTX120G war hier sogar mit maximal 173,8 MB/s fast viermal so flink.
Zugriffszeiten
Das Kingston SSD Now SNV125-S2 zeigte flotte, aber nicht überragende Zugriffszeiten. Sowohl die mittlere Zugriffszeit als auch der Fullstroke-Zugriff lagen bei 0,16 Millisekunden – das reichte für einen Platz im vorderen Mittelfeld. Besonders flinke MLC-SSDs wie das OCZ-SSD Agility 120GB unterbieten die guten Werte der 40-GB-Flashplatte von Kingston nochmals um gut 50 Prozent.
Fazit Kingston SSD Now SNV125-S2 BD 40 GB
Das Kingston SSD Now SNV125-S2 BD eignet sich nicht als Ersatz für Ihre ferromagnetische Festplatte – dafür ist die Schreibleistung, verglichen mit anderen SSDs, einfach zu gering. Als System-Laufwerk fürs Betriebssystem und häufig genutzte Programme ist das Kingston-SSD hingegen aufgrund des hervorragenden Lesetempos und der recht flotten Zugriffszeiten eine gute Wahl.
Insbesondere das Desktop-Bundle SNV125-S2BD/40GB bietet sich als kostengünstige Aufrüstoption für PC an: Der Lieferumfang enthält nicht nur die Software, um Ihre aktuelle Boot-Partition auf die Flash-Festplatte zu transferieren, sondern auch den Einbaurahmen und die Kabel, um das SSD zusätzlich zu Ihrer bestehenden Festplatte problemlos in den PC einzubauen zu können.
Alternativen
Wollen Sie Ihre herkömmliche Festplatte durch ein SSD ersetzen, raten wir Ihnen zu einem ausgewogenen Modell wie dem Corsair-SSD P128 oder dem Kingston SSD Now V+ SNV225-S2.
Solid State Drive (SSD) | |
Kingston SSD Now V-Series SNV125-S2 BD 40 GB | |
Gesamtnote | befriedigend (3,00) |
Testkategorie | Solid-State-Drive (SSD) bis 300 Euro |
SSD-Hersteller | Kingston |
Kingstons Internetadresse | |
Straßenpreis (Stand: 19.10.2009) | rund 95 Euro |
Kingstons technische Hotline | 0180/5008617 |
Garantie des Herstellers | 36 Monate |
Kingston SSD Now V-Series SNV125-S2 BD 40 GB | |
BEWERTUNG (0-100 Punkte) | |
Tempo (60%) | 56 |
Ausstattung (30%) | 25 |
Service (10%) | 85 |
Gesamtwertung | 50 von 100 |
Preis-Leistung | günstig |
Kingston SSD Now V-Series SNV125-S2 BD 40 GB | |
TESTERGEBNIS | |
Formatierte Kapazität | 37 GB |
Preis pro GB | 2,55 Euro |
Zugriffszeiten | |
Durchschnitt | 0,16 Millisekunden |
Fullstroke | 0,16 Millisekunden |
Praxis-Übertragungsraten | |
Lesen | 99,2 MB/s |
Schreiben | 37,2 MB/s |
Kopieren | 50,0 MB/s |
Sequentielle Übertragungsraten | |
Lesen maximal | 254,0 MB/s |
Lesen durchschnittlich | 253,1 MB/s |
Lesen minimal | 251,0 MB/s |
Schreiben maximal | 44,1 MB/s |
Schreiben durchschnittlich | 43,8 MB/s |
Schreiben minimal | 42,3 MB/s |
Kingston SSD Now V-Series SNV125-S2 BD 40 GB | |
TECHNISCHE DATEN | |
Nennkapazität (GB) | 40 |
Schnittstelle | SATA-300 |
Speicherzellen-Typ | MLC |
Speicherchip-Typ | Intel 29F64G08CAMDI |
Speicherchip-Organisation | 5 x 8 GB |
Controller-Typ | Intel PC29AS21BA0 |
Controller-Protokoll | SATA-300 |
Bridge-Chip, Typ | - |
Cache (MB) | 32 |
Schockfestigkeit (aus, G) | 1500 |
Schockfestigkeit (Betrieb, G) | 1500 |
Abmessungen (Länge x Breite x Höhe in mm) | 70 x 7 x 100 |
Gewicht (g) | 47 |
MTBF (h) | 1.000.000 |
Verbrauch, Leerlauf (Watt) | 0,06 |
Verbrauch, Zugriff (Watt) | 0,15 |
Quelle: PC-Welt
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