25.02.2011, 16:12 Uhr | t-online.de
Warnungen vor HIV-Nadeln in Kinositzen, Aufrufe zu Knochenmarkspenden oder Urin auf Cola-Dosen – Kettenbriefe sind einfach nicht tot zu kriegen. Jeder hat schon einmal eine solche Spam-Nachricht erhalten, und fast jeder hat schon einmal zumindest ein bisschen an eine dieser abstrusen Geschichten geglaubt. In Zeiten von Facebook, WKW und Co. feiert das Phänomen nun ein großes Comeback, längst vergessen geglaubte Horror-Stories machen diesmal per Social Network die Runde. Wir stellen Ihnen die hartnäckigsten und absurdesten Kettenbriefe der Internet-Geschichte vor.
Eines haben alle Kettenbriefe gemeinsam: Sie versuchen den Adressaten bei seinen Emotionen zu packen. Je mehr die Geschichte den Leser packt, desto wahrscheinlicher wird er den Brief weiterleiten – selbst wenn der Inhalt auf den zweiten Blick vollkommen hanebüchen erscheint. Deshalb sind es entweder angeblich wahre Schock- und Ekel-Geschichten oder aber furchtbar menschelnde Hilfsaufrufe, mit denen sich Kettenbriefe seit den Urzeiten des Internet immer weiter verbreiten, selbst dann, wenn die darin erzählte Geschichte schon so alt ist, dass sich schon die eigenen Eltern darüber gegruselt haben dürften.
Unbekannte verstecken Spritzennadeln in Kinositzen oder den Münzschächten von Verkaufsautomaten, wer sich daran sticht, infiziert sich mit HIV. Eine bei den Nadeln aufgefundene Nachricht informiert die Opfer über ihr Schicksal. Das ist die Legende die einer der skurrilsten Kettenbriefe überhaupt verbreitet. Die Geschichte taucht erstmals im Jahr 2000 als Ketten-E-Mail auf, damals geht es noch um angebliche Infektionen durch verseuchte Nadeln in Diskotheken in München. Später wandelt sich die Geschichte in die nun bekannte Form der versteckten Spritzen. Tatsächlich vorgefallen ist so etwas wohl nie, und auch medizinisch ist die Geschichte Unsinn. HI-Viren sterben an der Luft sehr schnell ab, nur infiziertes Blut ist für eine Übertragung geeignet. Eine Infektion über versteckte Nadeln erscheint deshalb äußerst unwahrscheinlich. Die Geschichte besitzt jedoch genug Schockeffekt, um sie weiter am Leben zu halten.
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Nicht der Schockeffekt, sondern geschickt ausgenutztes Mitleid lassen diesen echten Kettenbrief-Klassiker noch heute kursieren. Darin werden die Adressaten aufgerufen, Knochenmark für einen bestimmten Laukämie-Kranken zu spenden. Die erkrankte Person wechselt dabei in den Briefen, meist handelt es sich jedoch um Kinder oder junge Frauen. Das soll den Mitleidsfaktor noch erhöhen. Zusätzlich beflügelt wird die Verbreitung dieses Kettenbriefes durch das schlechte Gewissen der Angeschriebenen. Wer schon nicht selbst spende könne ja wenigstens das Schreiben weiterleiten, heißt es in der Nachricht. Diese konkreten Aufrufe sind also erstunken und erlogen. Wer wirklich Laukämie-Kranken helfen möchte, kann sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registrieren und so vielleicht wirklich Leben retten.
Dieser Kettenbrief setzt auf zwei starke menschliche Emotionen: Angst und Ekel. Er erzählt die immer ähnliche Geschichte eines Menschen, der nach dem Trinken aus einer Cola-Dose kollabiert und gestorben sein soll. Grund dafür soll Ratten-Urin sein, der während der Lagerung der Dosen auf deren Oberfläche gelangt und dann beim Trinken in den Organismus der Betroffenen gelangt sein soll. Die Nachricht ist pseudo-wissenschaftlich geschrieben: So soll das Opfer an der so genannten Leptospirose gestorben sein, einer Infektionskrankheit, die von Ratten auf den Menschen übertragbar ist. Diese Krankheit gibt es zwar, nur verläuft die beim Menschen selten tödlich und ist zudem nicht über getrockneten Rattenurin übertragbar.
Dieser Kettenbrief beschreibt Fälle von Hunden oder Katzen beschrieben, die nach einem unerklärlichen Organleiden eingeschläfert werden mussten. Eine von den Besitzern draufhin veranlasste Autopsie habe ergeben, dass vom Boden der Wohnung abgeleckte Reinigungsmittelrückstände für die Erkrankung der Tiere verantwortlich seien. Die Mails sprechen dabei ausdrücklich von den Reinigungstüchern eines bestimmten Herstellers. Dabei waren diese Reinigungstücher niemals für Haustiere oder Menschen schädlich. Geglaubt haben diese Meldung jedoch so viele Menschen, dass sich der Hersteller zu einer eigenen Stellungnahme gezwungen sah – und auch heute noch finden sich zu den entsprechenden Suchbegriffen Dutzende Einträge in diversen Haustierforen, die vor den Reinigungstüchern warnen.
Auch dieser Kettenbrief nutzt das Mitleid der Menschen für seine Verbreitung. Die Geschichte folgt immer dem selben Muster: Ein Kind, meist ein kleines Mädchen, leidet unter einem Hirntumor. Zwar können die Eltern sich die Operation nicht leisten, doch gebe es Hilfe von einem großen Unternehmen. Das wolle einen bestimmten Geldbetrag spenden für jede Weiterleitung des Kettenbriefs. In einigen Varianten enthält die Nachricht noch ein Foto des kranken Kindes, um noch mehr Mitgefühl beim Adressaten zu wecken. Die Geschichte ist jedoch Unsinn. Allein eine Spendenhöhe an die Zahl weitergeleiteter E-Mails festzumachen erscheint doch höchst wunderlich. Zudem bliebe die Frage, wie die Weiterleitungen gezählt werden sollten.
Eine heimtückische Droge, die schon bei Hautkontakt in den Kreislauf geraten kann und von Kriminellen für ihre finsteren Zwecke missbraucht wird – davor warnt dieser Kettenbrief. Er erzählt immer die gleiche Geschichte: Das Opfer wird von einer ihm unbekannten Person angesprochen. Mal ist es ein Handwerker, mal angebliche russische Geschäftsleute, der dem Opfer während dieses Treffens eine Visitenkarte übergeben. Die ist jedoch mit einer geheimnisvollen Droge namens Burundanga getränkt – das Opfer wird bewusstlos und ausgeraubt, manchmal kann es sich knapp vor den Häschern retten. Der Clou dieses Kettenbriefs: Burundanga gibt es tatsächlich, in Südamerika nutzen es Kriminelle für ihre Raubzüge. Die Droge muss jedoch in größerer Menge inhaliert werden – ein kurzer Hautkontakt genügt nicht.
Nach wie vor machen auch völlig überzogene Meldungen über Computer-Viren die Runde. Mal warnen die Ketten-Mails vor verseuchten Power-Point-Präsentationen, dann vor gefährlichen ICQ-Kontakten. Immer haben die Viren angeblich katastrophale Folgen, löschen Festplatten und legen Computer lahm. Diese Viren-Meldungen sind jedoch praktisch immer frei erfunden. Zudem ist die Gefahr nicht gering, dass solche Nachrichten selbst Trojaner oder Schlimmeres enthalten könnten. Echte und verlässliche Neuigkeiten zu PC-Schädlingen finden Sie zum Beispiel bei digital.t-online.de – und nicht in Ihrem E-Mail-Postfach.
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Ginko007 schrieb:
am 14. März 2011 um 09:00:12
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@NaJa
Peter hat Recht! Der Mythos von Cola und Mentos; oder irgendwas; führt im Magen zu katastrophalen Folgen, ist schlichtweg falsch! Die
gebundene Kohlensäure wird sofort nach dem Trinken in der Magensäure freigesetzt / gelöst. Trotz Mentos, Würfelzucker oder Brausepulvereinnahme passiert nun nichts mehr. Wer weietr dran glauben möchte; OK. Aber bitte nicht weiter darüber schreiben! Auf einen 1/2 Lt. Cola schluckte ich 2 Mentos - Nichts!!
Nur ein Rülpser - wie sonst auch. Lang lebe dieser Mentos!!
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gnusmas schrieb:
am 13. März 2011 um 22:21:45
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@Andy
etwa so wie Du, scheinst es in den Augen und den Fingern zu haben :-)
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Andy schrieb:
am 12. März 2011 um 22:57:10
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"Kettenbriefe im Internet
Sacht Ma Wie Kranck is eigendlich die Menschheit
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