12.01.2010, 11:14 Uhr | Andreas Lerg
Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer Präsident des BITKOM. (Quelle: dpa)Jeder vierte Internetnutzer in Deutschland nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau. Wie eine aktuelle Umfrage des Instituts Forsa im Auftrag des Branchenverbandes BITKOM ergab, haben 23 Prozent aller Internetnutzer mindestens einmal falsche Angaben gemacht. Besonders gern wird bei Namen und Alter geschummelt, aber auch bei "körperlichen Merkmalen".
Rund 12 Millionen Deutsche, das sind 23 Prozent aller Internetnutzer über 14 Jahren, haben online schon einmal falsche Angaben gemacht. Das ergab eine repräsentative anonyme Umfrage des Instituts Forsa im Auftrag des Branchenverbandes BITKOM. Geflunkert wird vor allem bei Altersangaben und beim Namen. Von denen, die im Web schon einmal geschwindelt haben, hat jeder zweite diese Angaben manipuliert. Jeder dritte gab eine falsche Telefonnummer an. Jeweils jeder vierte macht falsche Angaben zu seiner E-Mail-Adresse, seinem Einkommen und körperlichen Eigenschaften. Immerhin 14 Prozent der Schwindler geben sogar ein falsches Geschlecht an.
BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer erläutert: "Viele Web-Surfer verschleiern zuweilen ihre Identität oder täuschen falsche Eigenschaften vor. Dafür gibt es teils sehr verständliche Gründe." In erster Linie seien Falschangaben eine Abwehrreaktion gegenüber den zahlreichen Datenabfragen im Internet. Denn fast 60 Prozent der Schwindler scheuen sich davor, zahlreiche persönliche Daten preiszugeben. Etwa die Hälfte der Schwindler lügt, um sich unerwünschten Werbung zu ersparen. Ein weiteres Motiv für die Unwahrheit ist laut Scheer der Wunsch, sich im Internet auszuleben, ohne negative Folgen tragen zu müssen. Immerhin zehn Prozent wollen bei der Partnersuche unerkannt bleiben und fünf Prozent der Schwindler lügen einfach nur aus Spaß am falschen Spiel.
Eine Notwendigkeit in der Lüge sieht Scheer durchaus: "Wie im richtigen Leben brauchen Internetnutzer ein gesundes Misstrauen. Gerade weil man seinem Gegenüber nicht live ins Gesicht sieht, sollte man nicht alles preisgeben und nicht alles glauben." Scheer mahnt zum sparsamen Umgang mit persönlichen Daten: "Internet-Surfer sollten bewusst entscheiden, wem sie welche Details preisgeben. Man muss nicht jedes weiße Feld ausfüllen." Positiv seien solche Dienste im Internet, die dem Nutzer erlauben, selbst einzustellen, wer persönliche Informationen wie Kontaktdaten einsehen darf. Eine andere Studie der BITKOM zeigt allerdings, dass diese Einstellungen von jedem Dritten nicht genutzt werden.
Andreas Lerg
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