16.06.2011, 18:00 Uhr | t-online.de, dpa, afp
Hacker kapern das Mobbing-Portal isharegossip.com (Symbolfoto: dapd). (Quelle: dapd)
Hacker haben offenbar die Cybermobbing-Plattform iShareGossip.com lahmgelegt. Die Internet-Seite war am Dienstag nicht zu erreichen. Statt des Portals war unter der Adresse lediglich eine Warnung an die von den Behörden gesuchten Betreiber zu sehen. Die Angreifer forderten "Administratoren, Organisatoren und Moderatoren" des Mobbing-Portals dazu auf, sich binnen einer Woche der Polizei zu stellen. Sonst würden ihre Namen, Zugangsdaten und Mail-Adressen veröffentlicht – dann könnten sich "die Opfer gleich persönlich bedanken kommen". Auf iShareGossip.com werden vor allem Jugendliche beleidigt und gemobbt.
Auf einer Ausweich-Seite räumen die Betreiber von iShareGossip.com ein, dass ihnen ihre Internet-Adresse "gestohlen" worden sei. Der Server sei davon aber nicht betroffen, die Daten seien sicher. Nutzer hätten ohnehin keine Bloßstellung zu fürchten, da das Portal keine IP-Adressen speichere. Vorerst werde die Seite aber offline bleiben. Als Kontakt gaben die Betreiber eine E-Mail-Adresse aus Russland an. Ob es sich bei den Absendern der Stellungnahme tatsächlich um die Betreiber des Portals handelt, lässt sich nicht bestätigen.
Vor allem Jugendliche nutzen iShareGossip.com dazu, etwa Mitschüler anonym zu beschimpfen oder Gerüchte zu verbreiten. Die Seite steht seit März auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, nachdem ein 17-Jähriger in Berlin zusammengeschlagen worden war. Er hatte ein klärendes Gespräch mit Jugendlichen gesucht, die seine Freundin auf der Webseite beschimpft hatten. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main ermittelt zudem seit einigen Wochen wegen übler Nachrede und Beleidigung gegen die unbekannten Betreiber – bislang jedoch ohne Erfolg.
Er ist weder Erfinder, noch Betreiber von "isharegossip.de". Die Polizei hat lediglich einen Trittbrettfahrer gefasst. zum Video
Ende Mai hatten die Ermittler einen Trittbrettfahrer vorübergehend festgenommen, der sich in einem Fernsehbericht als angeblicher Betreiber ausgegeben hatte. In einem Interview mit dem Sat.1-Magazin Akte 2011 hatte sich der Lübecker als Hintermann des Portals bezeichnet. Hinweise aus der Bevölkerung führten dann zur Festnahme des 25-Jährigen. Tatsächlich handelte es sich bei dem Verdächtigen zwar um ein Mitglied der Gruppe hinter dem Mobbing-Portal. Er sei jedoch nie Mitglied des harten Kerns gewesen, hieß es in einer Mitteilung der tatsächlichen Betreiber, die sich darin von dem Verdächtigen distanzierten. Die Erkenntnisse der Ermittler bestätigten dieses Bild, der Verdächtige wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.
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Quelle: t-online.de , dpa , AFP
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