24.07.2009, 12:41 Uhr | Christian Fenselau
Die iPod-Baureihen (Quelle: Hersteller)Ist die Benutzung von iPods lebensgefährlich? Eine neu erschienene Studie dokumentiert Fälle von Verbrennungen und zeigt Risiken, die durch den Gebrauch von iPods entstehen können. Apple habe wiederholt versucht, das Erscheinen des 800-seitigen Werks zu verzögern und spiele die Gefahren herunter, so ein US-Fernsehsender. Laut Apple gibt es kein grundsätzliches Problem, die dokumentierten Schäden seien Einzelfälle.
Die Gefahren treten durch den eingebauten Akku auf, der sich erhitzen kann. Das Problem ist nicht neu, 2008 sorgte ein Funken sprühender iPod für Schlagzeilen. Überhitzte Akkus sind auch von anderen Geräten bekannt, in Brand geratene Notebooks sorgten bereits mehrere Male für Rückrufaktionen. Im Gegensatz zu iPods werden Notebooks aber nicht eng am Körper getragen und verursachen bei Überhitzung nicht unmittelbar Verbrennungen.
Die Studie ist penibel. Alle Fälle, in denen es um verbrannte iPods geht, sind genauestens dokumentiert, Fotos von verbrannten Hautpartien beigefügt. Der US-amerikanische Fernsehsender KIRO 7 sendete einen Beitrag zur Studie und zu den dokumentierten Fällen. Apple spiele den Fall herunter, habe die Veröffentlichung um Monate verzögert und auf wiederholte Anfragen zu näheren Informationen nicht reagiert, wirft der Sender dem Hersteller aus Kalifornien vor. Offiziell heißt es, die Anzahl der Unfälle sei marginal im Vergleich zu den Millionen verkauften Geräten. Die Wahrscheinlichkeit eines Schadens ist in der Tat minimal: In der Studie sind fünfzehn Fälle beschrieben, über 175 Millionen Geräte wurden bislang verkauft.
Betroffene berichteten dem Fernsehsender, sie hätten Apple wegen der Vorfälle kontaktiert und um Aufklärung über die Gefahren gebeten. Die Reaktion des Herstellers, der seine iPods in China fertigen lässt, sei unbefriedigend gewesen. Es handele sich um Einzelfälle, grundsätzliche Gefahren oder Handlungsbedarf gebe es nicht. Eine Betroffene berichtet, sie sei frustriert, weil weder die Verbrennungen ihrer Tochter noch die von anderen Kindern Apple schlichtweg nicht interessieren würden.
Bislang sind die Schadensfälle glimpflich verlaufen. Von der Hitze geschmolzenes und deformiertes Plastik und verbrannte Kleidung sind ohne weiteres ersetzbar, so lange es dabei bleibt. Wenn allerdings Kleidung in Flammen aufgeht, könnte schlimmeres passieren als kleine Hautverbrennungen, so der Feuerforscher Gordon Damant, der im Fernsehbeitrag zu Wort kommt. Für den Wissenschaftler zählt das Argument der geringen Wahrscheinlichkeit nicht. Ein Fall sei genug, um etwas zu unternehmen. In der Tat: Die Studie berichtet von geschmolzenen, rauchenden Geräten, eines habe orangerot geglüht. Immerhin wäre denkbar, dass ein entflammtes Gerät, das als Einschlafhilfe benutzt wird, Leben gefährden und extremen Schaden anrichten könnte.
Betroffen sind insbesondere kleine iPods wie die Baureihen Nano oder Shuffle. Durch die kompakte Bauweise bleibt für die Akkus extrem wenig Platz, was wohl hauptverantwortlich für die Probleme ist. Der Internetdienst Mac Life argumentiert, das Problem würde nur ältere iPod-Baureihen betreffen, weil Apple mittlerweile andere Akkus verbaue. Laut Studie ist die Gefahr aber immer noch akut. Auch ein iPod Touch ist in der Schadensliste aufgeführt, die Ausführung mit Touchscreen gehört zu den neueren Entwicklungen. Zudem wäre die Angelegenheit selbst dann nicht aus der Welt, wenn nur ältere Baureihen betroffen wären – alte iPods werden nach wie vor in großer Zahl benutzt.
Christian Fenselau
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