05.04.2011, 10:41 Uhr | pcwelt.de
Das Top-Tablet im Test: Apple iPad 2 (Foto: Hersteller) (Quelle: pc-welt.de)
Das iPad 2 ist im Vergleich zum Vorgänger leichter, flacher und durch einen Doppelkern-Prozessor auch schneller. Trotzdem ist es nicht teurer als das erste iPad zu seinem Markstart: Das iPad 2 gibt es ab 499 Euro mit 16 GB Flash-Speicher und WLAN. PC-WELT hatte das teuerste iPad 2 im Test: Das Modell mit 64 GB Speicher, WLAN und 3G-Modem kostet 799 Euro.
Bei Design und Verarbeitung kann kein anderes Tablet dem iPad 2 das Wasser reichen: Sein extrem stabiles Aluminium-Gehäuse sieht nicht nur hochwertig aus, sondern fasst sich auch genauso an. Das rund 80 Gramm geringere Gewicht spürt man nur im direkten Vergleich mit dem Original-iPad: Wenn man es länger hält, ermüdet auch das iPad 2 bald die Arme.
Nur Kleinigkeiten kann man an Design und Verarbeitung des iPad 2 kritisieren, aber das ist Meckern auf hohem Niveau: Die Bedienelemente - der Ausschalter, die Displaysperre und die Wippe für die Lautstärke - lassen sich wegen des abgeschrägten Gehäuses nicht ideal erreichen. Auch der Stecker des Dockingkabel schließt nicht bündig mit der Buchse ab.
Der Doppelkern-Prozessor macht das neue iPad noch schneller: Egal, ob es ums Surfen, Spielen oder die Reaktion auf Nutzereingaben geht. Apps öffnen sich ohne merkliche Verzögerung. Webseiten und Fotos lassen sich in Echtzeit per Wischgeste verschieben oder per Zoomgeste vergrößern. Genauso flott reagiert beispielsweise auch Google Maps. Auch beim Lagesensor lässt sich nur eine minimale Verzögerung feststellen – vor allem beim Drehen von großen Fotos merkte man ein kurzes Ruckeln. Insgesamt hat Apple die schnelle Reaktionszeit des iPad noch mal unterboten: Kein Tablet ist derzeit so benutzerfreundlich.
Auch der Browser im iPad 2 arbeitet extrem schnell: Webseiten werden extrem flott geladen. Bei aufwändigeren Tests arbeitete der Safari-Browser im iPad 2 deutlich schneller als die Konkurrenz. Höchstens Android-Tablets mit Dual-Core-Prozessior und dem neuen Firefox 4 konnten da noch mithalten.
Größe und Auflösung des Displays bleiben beim iPad 2 gegenüber dem Vorgänger unverändert: Der 9,7 Zoll große Bildschirm hat weiterhin ein 4:3-Seitenformat und zeigt 1024 x 768 Bildpunkte. Bildqualität und Farbbrillanz sind großartig: Die Helligkeit liegt bei knapp 400 cd/m2. Allerdings spiegelt die Oberfläche des Displays sehr stark. Aufgrund der hohen Helligkeit und des sehr guten Kontrasts kann man es aber auch unter freiem Himmel noch einigermaßen gut ablesen, sofern man nicht direkt in der Sonne sitzt.
Auch das Testgerät zeigte übrigens kleine weiß-gelbliche Lichteinbrüche am Displayrand, die einige iPad2-Käufer bemängelt hatten. Allerdings waren sie nur bei einem völlig dunklen Bildschirm und sehr wenig Umgebungslicht auszumachen. Im normalen Betrieb gab es am iPad2-Bildschirm nichts zu meckern.
Apple musste sich beim iPad einige Kritik anhören, weil viele Benutzer eine Kamera vermissten. Das iPad 2 bringt nun gleich zwei mit: Wie gut sie sind, lesen Sie auf der nächsten Seite.
Beim iPad 2 sitzt eine Kamera in der Mitte des oberen Displayrahmens: Sie löst maximal 640 x 480 Bildpunkte auf und macht Fotos sowie Videos. Im Wesentlichen soll sie für Videochats übers Internet dienen – beispielsweise über Face Time, das Apple auf dem iPad 2 vor-installiert.
Oben hinten hat Apple eine Schnappschuss-Kamera angebracht. Ihre Auflösung beträgt 960 x 720 Bildpunkte, also knapp 0,7 Megapixel. Bei idealen Lichtverhältnissen gelingen recht ordentliche Aufnahmen, wenngleich sie meist einen Farbstich aufweisen und leicht überbelichtet sind. Allerdings wirken sie aufgrund der geringen Auflösung schon beim Anschauen auf dem iPad2-Bildschirm etwas pixelig. Bei Kunstlicht oder geringem Umgebungslicht zeigen die Fotos ein starkes Rauschen und wirken unscharf.
Deutlich schärfer, aber ebenfalls mit einem deutlichen Hang zum Farbstich, gelingen Videos, die die Kamera mit 720p-Auflösung anfertigt. Für gelegentliche Video-Aufnahmen reicht die Qualität durchaus. Die Kameras sollte man dagegen höchstens zum Videochat einsetzen. Zum Fotografieren ist jedes halbwegs aktuelle Smartphone besser geeignet.
Abgesehen von den Kameras gibt sich das iPad 2 gegenüber der Außenwelt ebenso zugeknöpft wie der Vorgänger: Der einzige Anschluss neben der Kopfhörerbuchse und dem Einschub für die Mini-SIM-Karte beim 3G-Modellen ist der Docking-Anschluss. Über das beigelegte USB-Kabel verbindet man das iPad 2 mit dem PC. Laden lässt sich das Tablet aber nicht auf diese Weise, das funktioniert nur an aktuellen Mac-Rechnern.
Um Musik, Filme und Fotos auf das iPad 2 zu übertragen, benötigt man wie zum Aktivieren des Gerätes die Apple-SoftwareiTunes. Direkt per USB-Stick oder Speicherkarte lässt sich das iPad2 nicht füttern: Dafür braucht man zusätzlich das Camera Connection Kit für 29 Euro. Auf Fotos und Videos, die man mit dem iPad2 aufgenommen hat, kann man per Windows-Explorer zugreifen, wenn das Tablet mit einem PC verbunden ist. Sie kann man vom Tablet auf den PC importieren, aber nicht ungekehrt.
Video- und Musikdateien, deren Format das iPad2 nicht unterstützt, lassen sich per iTunes nicht auf das Tablet übertragen. Audiodateien im WMA-Format wandelt das Programm auf Nachfrage automatisch um. Ohne zusätzlichen Video-Player, etwa den Buzz Player, bekommt man auch keine 1080p-Videos auf das iPad2 – selbst wenn sie in den geforderten Dateiformaten MP4 oder MOV vorliegen und mit H.264 kodiert sind.
Alles was aber dann auf dem iPad 2 landet, spielte das Tablet ohne Probleme ab: Auch HD-Material mit 720p gab es vollkommen ruckelfrei wieder. Kauft man den zusätzlichen Digital AV Adapter für 39 Euro, kann man das iPad 2 an einen Fernseher mit HDMI-Eingang anschließen: Dort gibt das Tablet 720p-Filme dann im Vollbild aus.
Flash-Videos spielte aber auch das iPad 2 nicht ab. Web-Videos von YouTube kann man über die vor-installierte App betrachten. Ansonsten laufen Web-Videos nur von Seiten, die bereits HTML5 nutzen.
Office-Dateien in allen wichtigen Formaten kann man als Mail-Anhang auf dem iPad 2 betrachten. Ebenso zeigt es die allermeisten Fotoformate an.
Die höhere Leistung durch den Doppelkern-Prozessor soll dem Ipad 2 laut Apple bei der Akkulaufzeit nicht schaden. Das ist nicht gelogen: Im Video-Test lief das iPad 2 bei voller Bildschirmhelligkeit knapp 9,5 Stunden. Beim Internet-Surfen über die WLAN-Verbindung hielt es grandiose 14,5 Stunden durch. Kein Tablet-PC – außer dem ersten iPad – kann es auch nur annähernd mit dieser Ausdauer aufnehmen.
Als neues Zubehör hat Apple für das iPad 2 die Smart Cover vorgestellt. Diese Abdeckung für das Display gibt es aus Kunststoff (39 Euro) oder Leder (69 Euro). Man klippt sie per Magnet ans iPad2-Gehäuse. Faltet man das Smart Cover, dient es als Ständer fürs Ipad – entweder leicht schräg gestellt fürs Tippen oder zum Anschauen von Videos oder für Face Time. Außerdem arbeitet das Smart Cover wie der Displaydeckel bei einem Notebook: Schließt man es, geht das iPad in den Schlafmodus, beim Öffnen der Abdeckung wacht es sofort auf. Die Rückseite des Gehäuses deckt das Smart Cover nicht ab. Im Test blieb das ipad 2 trotz SmartCover nicht staubfrei: In den Rillen der Cover-Innenseite sammelte sich Staub, der dann beim Zuklappen auf dem iPad-Bildschirm landete.
Apple hat mit dem iPad 2 das beste Tablet noch ein bisschen besser gemacht. Bis auf die Kamera zeigte das Gerät im Test keine Schwäche. Gepaart mit dem umfassenden Software- und Medien-Angebot im App Store ist das iPad konkurrenzlos. Doch es bleibt Teil des geschlossenen Apple-Universums. Wer es offen und flexibel mag, muss auf Android-Tablets setzen. Dort ist auch die Geräteauswahl größer, doch keines kann es derzeit mit der Qualität des iPad 2 aufnehmen.
Quelle: PC-Welt
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