Startseite Jetzt bestellen: Call & Surf Comfort, das DSL-Komplettpaket zum Surfen & Telefonieren

Sie sind hier: Home > Digital > Computer > Internet >

Internet-Sperren: CDU und FDP überdenken Pläne zum Sperrgesetz

...

Schwarz-Gelb rückt von Internetsperren ab

09.02.2010, 09:26 Uhr | Spiegel Online

Ursula von der Leyen: Als Familienministerin Plan für Internet-Sperren entwickelt.

Ursula von der Leyen: Als Familienministerin Plan für Internet-Sperren entwickelt. (Quelle: dpa)

Kurswechsel nach monatelangem Hickhack: In einem Brief an Bundespräsident Köhler geht die Regierung nach Informationen des SPIEGEL auf Distanz zum umstrittenen Internet-Sperrgesetz. Schwarz-Gelb kündigt nun eine neue Initiative für ein "Löschgesetz" an.

Noch bereist der Bundespräsident Südkorea, doch wenn Horst Köhler Mitte der Woche an seinen Amtssitz im Berliner Schloss Bellevue zurückkehrt, erwartet ihn auf seinem Schreibtisch ein brisantes Schreiben. Auf fünf Seiten distanziert sich die schwarz-gelbe Bundesregierung darin vom sogenannten Zugangserschwerungsgesetz, mit dem die Große Koalition gegen Kinderpornografie im Internet vorgehen wollte: Danach sollte das Bundeskriminalamt (BKA) tagesaktuell geheime Sperrlisten mit einschlägigen Seiten an die Internetanbieter weitergeben, die diese dann technisch blockieren sollten.

Das Vorhaben war von Beginn an umstritten. Seine Initiatorin Ursula von der Leyen, damals noch Familienministerin, erhielt von der aufgebrachten Internetgemeinde den Beinamen "Zensursula". Dennoch passierte das Gesetz mit der Mehrheit der Großen Koalition im Sommer 2009 Bundestag und Bundesrat. Eines allerdings fehlte bislang: die Unterschrift des Bundespräsidenten.

Dann allerdings kam die Bundestagswahl dazwischen und die Union in eine Zwickmühle: Mit dem neuen Koalitionspartner FDP, der seit Monaten gegen das Gesetz gestänkert hatte, einigte man sich auf einen seltsamen Kompromiss: Man werde das Gesetz ein Jahr nicht anwenden.

Im Bundespräsidialamt konnte man mit derlei kreativem Umgang mit bereits verabschiedeten Gesetzen wenig anfangen. Im November forderte der Chef des Präsidialamts von der Regierung deshalb unmissverständlich "ergänzende Informationen" und eine belastbare Aussage der Bundesregierung, was sie denn nun eigentlich wolle: Ein Gesetz oder kein Gesetz.

Löschen statt sperren

Nach mehr als zwei Monaten liegt die Antwort im Präsidialamt seit Ende vergangener Woche vor - und sie hat es in sich: "Die gegenwärtige Bundesregierung beabsichtigt eine Gesetzesinitiative zur Löschung kinderpornografischer Inhalte im Internet", heißt es in dem fünfseitigen Schreiben, das dem SPIEGEL vorliegt. Die Regierung will also ein Gesetz, aber ein anderes.

Man werde sich bis dahin "auf der Grundlage des Zugangserschwerungsgesetzes ausschließlich und intensiv für die Löschung derartiger Seiten einsetzen, Zugangssperren aber nicht vornehmen", heißt es in der Stellungnahme des Bundeskanzleramts, die auf eine gemeinsam abgestimmte Position von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) zurückgeht. "Die damit gemachten Erfahrungen werden in die Gesetzesinitiative einfließen."

Löschen statt sperren: Für die libertäre Internetgemeinde ist der Kurswechsel der neuen Bundesregierung ein Triumph. Mehr als 130.000 Netznutzer hatten eine Online-Petition gegen das Gesetz unterzeichnet, es war die Geburtsstunde einer Art digitaler Bürgerrechtsbewegung. Sie bekämpfte nicht das Ziel, kinderpornografische Inhalte aus dem Netz zu verbannen, aber den durch das Gesetz gewählten Weg: Ineffektiv, intransparent, das waren die Kritikpunkte. Und immer schwang die Angst mit, dies sei nur der erste Schritt für eine viel weitergehende Internetzensur.

Die jetzt erfolgte Abkehr vom Sperrkurs wird vor allem die FDP für sich reklamieren: Sie kann ihrer Bürgerrechtsklientel endlich ein erfülltes Wahlkampfversprechen präsentieren. Auch bei den einstigen Urhebern ist die Stimmung in den vergangenen Monaten gekippt - wohl nicht zuletzt durch den überraschenden Erfolg der Piratenpartei bei der Bundestagswahl, die am lautesten für ein freies Internet kämpft. Die Sozialdemokraten drehten bei, sobald sie in der Opposition waren: "Das Gewürge muss ein Ende haben", gab der neue Parteivize Olaf Scholz im Dezember als neue Lösung aus und schlug vor, das gerade noch mitfabrizierte Gesetz ersatzlos zu streichen.

Selbst in der Union war die Leidenschaft für das eigene Zugangserschwerungsgesetz zuletzt spürbar abgekühlt. Der ehemalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble räumte im vergangenen Herbst "handwerkliche Fehler" ein. Sein Nachfolger de Maiziere hörte sich die Vorbehalte der Netzgemeinde im Januar dann persönlich an. Er hatte zur Deeskalation der angespannten Beziehungen Vertreter der Netzgemeinde zum Gespräch gebeten, und die nutzten die Chance, ihre Bedenken zur aktuellen Netzpolitik der Bundesregierung vorzutragen ausgiebig - satte drei Stunden lang.


Spiegel Online  

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Internet-Sperren: CDU und FDP überdenken Pläne zum Sperrgesetz" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Internet-Sperren: CDU und FDP überdenken Pläne zum Sperrgesetz" gefallen hat.

 
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Gefeierter Franzose
Spitzenweine von Hawesko

Sechs Flaschen 2006er Domaine la Casenove + vier Gläser für 39,- € statt 78,30 €. von Hawesko

Einkaufswelt
Zum Kennenlern-Preis
Qualitätshemden von Walbusch

Zwei Qualitätshemden Ihrer Wahl für nur 50,- € : 5 Jahre Garantie und Retoure kostenlos. zum Special

Einkaufswelt
Bis zu 92% günstiger
Angebot bei druckerzubehoer.de

Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr

Einkaufswelt
Weiche Schale, harter Kern!
Weiche Schale, harter Kern! Mit dem richtigen Gepäck macht der Urlaub doppelt Spaß! Samsonite Trolleys, Reisetaschen und Accessoires von koffer-direkt.de

Samsonite Trolleys, Reisetaschen und Accessoires: Voll gepackt mit guten Preisen von koffer-direkt.de.


Downloads & Shops

Dragon Naturally Speaking Home 11
Dragon NaturallySpeaking Home 11 ohne Hardware

Das PC-Diktat zum Sonderpreis. Download

WISO Sparbuch 2012
WISO Steuer-Sparbuch 2012

Holen Sie das Beste aus der Steuererklärung - Ihr Geld. Download

Drei auf einen Streich
Das Rettungs-Simulationspaket (Quelle: rondomedia)

Polizei-, Feuerwehr- und Rettungswagen-Simulator. Jetzt kaufen

"Die drei Musketiere"
"Die drei Musketiere"

Einer für alle und alle für einen! Neuverfilmung mit Topbesetzung hier!


Aus anderen Bereichen

Last-Minute-Elfmeter rettet Düsseldorf
Düsseldorfs Assani Lukimya-Mulongoti (re.) im Duell mit Frankfurts Erwin Hoffer. (Quelle: dapd)

Chaotisches Finale im Spitzenspiel. mehr

Zwei Tage vor ihrem Tod feierte sie noch
Zwei Tage vor ihrem Tod feierte Whitney Houston noch. (Quelle: dpa)

Houston schien in guter Verfassung. mehr


Anzeigen

Anzeige
Computer-Video
Ein "iPad" für nur 150 Euro - geht das?

Was Billig-Tablet-PC taugen und was beim Kauf zählt. Video

Promotion
Schutz Ihrer Privatsphäre

So behalten Sie Ihre persönlichen Daten auf Facebook im Griff. mehr

Anzeige
Die kostenlose Lese-App
PagePlace - mehr als eBooks. (Quelle: Hersteller)

PagePlace - mehr als eBooks. Jetzt laden!

Computer-Video
Mini-Anwendungen für den Windows-Desktop

Uhren, Taschenrechner und mehr: die besten Gadgets. zum Video

Anzeige
Browser-Download
Jetzt viel schneller surfen!
Internet Explorer 9 (Grafik: t-online.de)

Internet Explorer 9: Flotter Seiten- aufbau bei voller Sicherheit. mehr

Einkaufswelt
Congstar Smart 100
Beste D-Netz-Qualität von congstar.de

Der smarte Tarif für Smartphones.
von congstar.de

softwareload
Express Uninstaller
Express Uninstaller

Entfernt nutzlose Rest-Dateien und Registry-Einträge im System. mehr

Newsletter bestellen
Computer Newsletter

Techniknews jede Woche neu per Mail. Digital-Newsletter

Computer-Forum
Computer-Forum

Diskutieren Sie mit im Computer-Forum

t-online auf Facebook
t-online.de auf Facebook (Quelle: Hersteller)

Jetzt Fan werden und mitreden! Facebook

Digital twittert!

Schnell informiert: Folgen Sie uns auf Twitter! mehr

RSS-Feed abonnieren

Keine Digital-News verpassen - so geht's
RSS-Feed Digital

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige