25.03.2010, 08:59 Uhr | Andreas Lerg
FBI Hauptquartier in Washington DC. (Bild: FBI Presse)
Cyber-Terror und Cyber-Spionage bedrohen die Existenz der USA. Das hat Steven Chabinsky, stellvertretender Assistenz-Direktor der FBI Cyber Division, in einem Bericht des US-Magazins Computerworld erklärt. Chabinsky mahnt die Entwicklung entsprechender Gegenmaßnahmen an. Den Anfang macht ein Abwehrsystem namens Einstein, das bereits viele Attacken aus dem Internet erkennt und abwehrt.
"Cyber-Angriffe sind eine existenzielle Bedrohung und fordern die Existenz unserer Nation heraus! Wie wir mir dieser Bedrohung unserer Cyber-Sicherheit umgehen wird bestimmen, ob unsere Nation ihre besten Tage noch vor sich, oder schon hinter sich hat." Mit diesen drastischen Worten warnte Steven Chabinsky, Abwehrexperte für Cyber-Angriffe beim FBI, in der Computerworld vor der wachsenden Bedrohung aus dem Internet. Chabinsky erläuterte weiter: "Ich bin überzeugt, mit genug Zeit, Motivation und Budget kann ein zielstrebiger Angreifer jedes, wirklich jedes System knacken."
Die größte Bedrohung sah der Experte für virtuelle Kriegsführung im Cyber-Terrorismus, also dem Angriff auf die digitale Infrastruktur des Landes. In Chabinskys Gefahrenanalyse folgte Spionage über das Internet auf Rang zwei: "Feindliche Länder aber auch Online-Kriminelle versuchen tagtäglich unsere Staatsgeheimnisse und zudem das intellektuelle Eigentum des öffentlichen und privaten Bereiches zu stehlen. Das geschieht unter anderem auch, um die Stabilität unserer Regierung und unseres Wirtschaftssystems zu schwächen und unsere militärische Vorherrschaft zu brechen." Die dritte Bedrohung sah Chabinsky im Online-Verbrechen. Hier erkannte der Cyber-Cop bereits Fortschritte in der Bekämpfung und stellte fest, dass viele Cyber-Kriminelle dem Irrglauben unterlägen, dass sie nie überführt und verurteilt würden.
Wie die US-Zeitung Information Week berichtete, werde gegen die Cyber-Bedrohung ein Abwehrsystem namens Einstein eingesetzt und ständig verbessert. Das System wird in Koopeartion vom Departement of Homeland Security, dem Heimatschutzministerium (DHS), und der National Security Agency (NSA) entwickelt und betrieben. Einstein spürt Eindringlinge in Netzwerke und Systeme auf und soll eine Vielzahl von digitalen Angriffen erkennen und abwehren können. Dazu gehören Phishing, Botnetze, Denial of Service-Angriffe, aber auch Schadsoftware und weitere Methoden. Wie das Wall Street Journal berichtete, sorgte die Einführung von Einstein drei für Bedenken, dass das System die Privatsphäre verletze. Doch solange keine Cyber-Bedrohung vorliegt, speichere das System keine Daten, wie es in einem offiziellen Statement des Heimatschutzministeriums heißt.
Andreas Lerg
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