24.09.2009, 10:54 Uhr | Andreas Lerg
Intel entwickelt mit Light Peak neue optische Datenkabel, die Daten mit Licht übertragen. (Foto: Intel)Chip-RieseIntel entwickelt derzeit eine neue Technologie namens Light Peak. Über optische Kabel rasen Daten zwischen Computer und Peripheriegeräten mit Lichtgeschwindigkeit hin und her. Der gesamte Inhalt einer -Disc ist binnen 30 Sekunden übertragen. Schon nächstes Jahr soll Intel zufolge Light Peak marktreif sein.
Auf seiner Entwicklerkonferenz in San Francisco hat Intel erste Details über Light Peak verkündet. Mit dieser neuen Technologie lassen sich Daten über optische Kabel auch über große Distanzen mit Licht übertragen. Dabei geht es nicht etwa um Glasfasernetze als Infrastruktur für das Internet. Es geht um die Verkabelung von normalen Computern und Peripheriegeräten. So sollen mit Light Peak beispielsweise auch mobile Geräte an Monitore oder Speichergeräte in Entfernungen von bis zu 100 Meter angeschlossen werden können. Im Unterschied zu herkömmlichen Kabeln werden die Daten mittels Licht und nicht mit elektronischen Impulsen gesendet.
Die optischen Kabel sollen die Daten mit bis zu zehn Gigabit pro Sekunde übertragen. Damit wäre ein Spielfilm in HD-Qualität von einer Blu-ray-DVD binnen 30 Sekunden von einem PC zu einem anderen geschickt. Ein weiterer Vorteil ist, dass Light Peak unterschiedliche Datenprotokolle simultan übertragen kann. So könnten von einem Computer mehrere verschiedene Geräte gleichzeitig angesteuert werden. Der Blu-ray-Film könnte also in einem Rutsch vom PC auf den Wohnzimmer-PC, den und das geschickt werden.
Einen zusätzlichen Nutzen der Technologie sieht Intel darin, dass dünnere flexible Kabel und kleinere kompaktere Anschlussstecker möglich sind. Elektrische Datenkabel bringen über große Distanzen Qualitätsverluste mit sich, was bei optischen Kabeln nicht der Fall ist. Damit kann die neue Technologie viel größere Distanzen überbrücken, als herkömmliche Kabel. Intel will mit Light Peak derzeitige Kabelverbindungen nicht ersetzen, sondern vielmehr als Alternative ergänzen. Weiterer Vorteil: Für sämtliche Datenübertragungen, auch für Audio- und Videosignale, wäre nur noch ein Kabel nötig. "Wir hoffen, künftig nur noch ein Kabel zu haben", erklärte Intel-Manager David Perlmutter auf der Konferenz.
Ab 2010 soll die Auslieferung der Technologie anlaufen. Durch die Kooperation mit der Industrie soll daraus ein einheitlicher Standard werden. Sony habe bereits Interesse an Light Peak bekundet, sagt Intel. Innerhalb von zehn Jahren möchte Intel die Übertragungsrate sogar auf 100 GBit/s erhöhen. Dann wäre mit Light Peak eine Blu-ray in wenigen Sekunden übertragen.
Andreas Lerg
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