24.06.2008, 09:12 Uhr | Christoph Schmidt
Informatiker haben das Ticketsystem der Londoner U-Bahn geknackt. (Quelle: dpa)Holländische Informatiker haben das Ticketsystem der Londoner U-Bahn geknackt und sich damit Freifahrten im Londoner Nahverkehr erschlichen. Wie Times Online berichtet, nutzten sie ein Sicherheitsleck in den Funktickets und tricksten so das System aus. Das Dramatische: Weltweit sind Milliarden solcher Karten im Einsatz, die neben dem Nahverkehr auch den Zugang zu Unternehmen, Krankenhäusern oder Schulen regeln.
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Bart Jacobs und Wouter Teepee von der Radboud Universiteit in Nijmegen entdeckten in den sogenannten Oyster Cards eine Sicherheitslücke, die es Angreifern ermöglicht, die Karten massenhaft zu klonen. Allein in London werden jährlich 10 Millionen dieser Tickets für den öffentlichen Nachverkehr verkauft. Das Leck steckt im Design der in den Oyster Cards genutzten Mifare-Chips. Diese Funkchips (RFID) nutzen ein veraltetes Verschlüsselungssystem und können mit handelsüblichen Rechnern problemlos geknackt werden.
Holländische Regierungsgebäude nicht sicher
Die Informatiker hatten die Mifare-Chips eingehend untersucht, da die Niederlande die Tickets für ein milliardenschweres Zahlungssystem für den Nahverkehr nutzen wollten. Nachdem sie den Verschlüsselungscode der Mifare-Chips geknackt hatten und die Schwachstelle erfolgreich ausnutzten, drangen sie mit einer geklonten Karte in ein öffentliches Gebäude ein. Daraufhin verschob die holländische Regierung das Programm. "Wir nehmen das wirklich ernst", so ein Regierungssprecher gegenüber Times Online. Deshalb bewachten nun bewaffnete Sicherheitskräfte die Eingänge aller Regierungsgebäude. Zudem würden die 120.000 Zugangskarten der staatliche Angestellten durch sichere ersetzt.
Ist das Londoner Zahlungssystem der U-Bahn sicher?
Die Betreiber der Londoner Verkehrsbetriebe sehen die Sicherheitslücke weitaus gelassener. "Bei dem Vorfall handelt es sich nicht um einen Einbruch in das Oyster-System", sagte ein Sprecher gegenüber Times Online. Es habe sich hier um einen einzelnen Vorfall gehandelt. Kunden müssten nicht befürchten, dass ihre Daten oder Guthaben gestohlen würden. Regelmäßige Scans könnten die Schwarzfahrer schnell ausfindig machen.
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Christoph Schmidt
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