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In fünf Stufen zum bombensicheren PC

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In fünf Stufen zum bombensicheren PC

02.01.2012, 17:37 Uhr | Damian Robota/t-online.de

Backups und Verschlüsslung bieten zusätzlichen Schutz (Montage: t-online.de)

Backups und Verschlüsslung bieten zusätzlichen Schutz (Montage: t-online.de)

Egal welches Betriebssystem im Einsatz ist: Keines kann Sie dauerhaft in der Standardeinstellung vor Hacker-Angriffen, gefährlichen Computerviren und anderer Schadsoftware schützen. Eine Antivirensoftware ist ein unverzichtbarer Basisschutz, doch Online-Kriminelle werden immer gerissener und finden immer neue Schlupflöcher, um an sensible Daten zu gelangen. Die immer komplexeren Sicherheitsrisiken bekämpft man daher am besten mit mehreren Waffen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren PC, den Browser und Ihr Heimnetzwerk mit wenigen Maßnahmen noch sicherer machen.

Windows 7, Vista und Windows XP hat bereits vieles an Bord, um sich gegen Viren, Trojaner und anderes Unheil abzusichern. Nur hat es Microsoft nicht für nötig gehalten, die Schutzmechanismen im vollem Umfang zu aktivieren. Zeit, das nachzuholen. Daneben gibt es Verhaltensregeln zum sicheren Umgang mit dem PC, die wir Ihnen in einer Klick-Show zusammengestellt haben.

Stufe 1: Virenscanner und Firewall

Pflicht auf jedem Windows-PC ist ein aktueller Virenscanner mit Echtzeitüberwachung. Er schlägt Alarm, sobald eine schädliche Software versucht, sich auf dem PC einzunisten. Achtung: Dauerhaften Schutz bieten nur vollwertige Antivirenprogramme, die nach der Installation permanent das System überwachen und in möglichst kurzen Abständen mit neuen Virendefinitionen versorgt werden. Reine On-Demand-Scanner wie McAfee Stinger oder das Microsoft-Tool zum Entfernen bösartiger Software durchsuchen nur auf Nutzeraufforderung den PC nach Schädlingen und sind allenfalls eine Ergänzung. Grundsätzlich kommt auch kostenlose Software in Frage, allerdings fehlt den Freeware-Produkten oft wichtige Zusatzfunktionen wie beispielsweise ein E-Mail-Scanner oder eine verhaltensbasierte Erkennung für unbekannte Schädlinge. Starten Sie zudem in regelmäßigen Abständen eine vollständige Systemüberprüfung. Eine Auswahl von geeigneten Antivirenprogrammen finden Sie auf Softwareload.de.

Windows-Firewall genügt

Auch eine Firewall ist unbedingt nötig. Sie schützt vor Eindringversuchen direkt über das Netzwerk, also am Browser oder ihrer E-Mail-Software vorbei. Allerdings benötigen Sie dafür nicht unbedingt die Firewall-Lösungen, die in kostenpflichtigen Security-Suiten enthalten sind. Windows liefert bereits eine Firewall mit. Dieses bietet einen ausreichenden Basisschutz, lässt sich schnell und einfach konfigurieren und schließt nach Wunsch auch einzelne Ports. Sie müssen jedoch teilweise für installierte Programme Ausnahmen hinzufügen. Diese Programme dürfen dann trotz Firewall über das Internet Daten versenden und empfangen. In der Foto-Show Firewall unter Windows 7 einrichten zeigen wir Ihnen, welche Einstellungen die Firewall unter Windows 7 bietet.

Browser
Warum nicht schneller und sicherer surfen?
Internet Explorer 9 (Grafik: t-online.de)

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Stufe 2: Software fit machen

Browser-Erweiterung WOT warnt vor dubiosen Internetseiten. (Quelle: t-online.de)Browser-Erweiterung WOT warnt vor dubiosen Internetseiten.Es ist wichtig, Sicherheitslücken in Windows und im Browser möglichst schnell zu stopfen. Schon wenige Stunden, nachdem eine Sicherheitslücke bekannt wird, sind Online-Kriminelle zur Stelle und verbreiten gezielt Schadprogramme. Sie sollten daher wichtige Updates sofort installieren, sobald sie verfügbar sind. Wir zeigen Ihnen in der Foto-Show Windows-7-Update starten, wie Sie Aktualisierungen manuell installieren und Einstellungen vornehmen. Was aber weniger bekannt ist: Auch über Programme wie den Adobe Reader, Quick Time, Real Player oder Winamp gelangen immer wieder Viren, Trojaner und Spionageprogramme auf den PC, wo sie vom Antivirenprogramm oft erst zu spät bemerkt werden. Vielen Nutzern ist gar nicht bewusst, dass sie diese Software installiert haben, oft in einer uralten, löchrigen Version. Das Gratis-Tool Secunia Inspektor hilft, solche Hochrisiko-Programme auf dem PC aufzuspüren.

Browser aufrüsten

Mit Hilfe zusätzlicher Software können Sie den Sicherheitslevel Ihres Systems weiter erhöhen. Die Browser-Erweiterung WOT (Web of Trust) ist eine exzellente Methode, unsichere Internetseiten zu umschiffen. Sie blendet beispielsweise in der Symbolleiste Ihres Browsers ein neues Icon ein. Sobald Sie eine Internetseite besuchen erhalten Sie eine Übersicht darüber, wie vertrauenswürdig die Seite von anderen Anwendern eingeschätzt wird. Auch bei Google-Suchanfragen blendet WOT neben jedem Suchergebnis dieses Icon ein. Wird ein grünes Symbol eingeblendet, gilt die betreffende Seite als sicher. Bei gelb sollte man eher vorsichtig sein und bei rot sollte der Besuch der Webseite gemieden werden. Welche Tools die Browser-Sicherheit weiter erhöhen, erfahren Sie in unserem Video Browser absichern.

Noch besser: Verfrachten Sie kurzerhand Ihren Browser in einen virtuellen Sandkasten. Der Trick: Die Software wird vom Rest des Systems völlig abgekapselt. Eventuelle Viren, die Sie sich über verseuchte Webseiten einfangen, haben keine Chance, das Betriebssystem zu infizieren. Das Gratis-Tool Sandboxie hilft, den Internet-Browser komplett in die virtuelle Umgebung zu verlegen.

Anonym Internetseiten aufrufen

Wenn Sie weitgehend anonym durch das Internet surfen möchten, können Sie Ihre Identität über Proxy-Server verschleiern. Dienstprogramme wie Tor oder JAP erledigen diesen Job über öffentliche Server. Sie funktionieren dabei wie ein Vermittler zwischen Ihrem Computer und der von Ihnen angesteuerten Webadresse im Internet. Noch eine Stufe besser arbeiten kostenpflichtige Proxy-Programme wie beispielsweise Steganos Internet Anonym. Mit dieser Ausstattung surfen Sie unerkannt durch das Netz und verwischen Ihre Spuren.

Stufe 3: Hackern die Rechte nehmen

Neues Benutzerkonto unter Windows 7 anlegen (Bild: t-online.de) Neues Benutzerkonto unter Windows 7 anlegen (Bild: t-online.de) Noch schwerer machen Sie es Hackern, wenn Sie die Rechte beschränken, die eine Software auf Ihrem System ausüben darf. Das funktioniert über Benutzerkonten. Wer sich über Benutzerkonten bislang noch keine Gedanken gemacht hat, surft wahrscheinlich mit einem Administrator-Konto. Mit diesem Kontotyp haben Sie als Anwender alle Freiheiten, dürfen also beispielsweise Daten umschreiben, installieren und löschen. Sollte Ihr System jedoch Ziel eines Angriffs werden, hat der Eindringling ebenfalls alle Rechte. Schadprogramme können auf diese Weise mit weniger Widerstand direkt im Windows-System landen. Daher der Tipp: Richten Sie sich für den Internet-Alltag ein spezielles Benutzerkonto mit eingeschränkten Rechten ein.  Wenn Sie unter Windows 7 ein Konto mit eingeschränkten Rechten nutzen, müssen Sie das Administratorpasswort eingeben, sobald von einem Programm eine Änderung vorgenommen wird, für die Berechtigungen erforderlich sind. Ein sicheres Administratorpasswort besteht idealerweise aus einer Mischung aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. In der Foto-Show zeigen wir Ihnen, wie Sie unter In der ein neues Benutzerkonto unter Windows 7 und unter Windows XP anlegen können.

Stufe 4: Router-Konfiguration optimieren

Firewall unter Windows 7 einrichten (Bild: t-online.de) Firewall unter Windows 7 einrichten (Bild: t-online.de) Ein privates Netzwerk, das nur mit Kabel verbunden ist, gilt als ziemlich sicher. Geräte wie Notebook, Netbooks oder Mobiltelefone können jedoch von Hackern schnell und einfach per WLAN ans eigene Netz angeschlossen werden. Wenn Sie zu Hause ein WLAN-Funknetz nutzen, sollte dieses unbedingt mit der aktuellen Verschlüsslung WPA2 gesichert sein. Geräte mit der alten WEP-Verschlüsslung sind in einem Netzwerk leicht angreifbar und gelten als unsicher.

Fast alle Router besitzen ein Webinterface, über das man den Router konfigurieren kann. Dazu geben Sie die IP-Adresse Ihres Routers (Telekom werksseitig 192.168.2.1) in die Adressleiste Ihres Browsers ein. Suchen Sie nun nach der WLAN-Verschlüsslung und ändern Sie das Werkskennwort. Vergeben Sie auch ein neues Router-Passwort. Versuchen Sie dabei ein langes Kennwort aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen zu benutzen. In der Klick-Show Mit wenigen Schritten zum sicheren WLAN zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihr WLAN in wenigen Schritten abriegeln.

Aber es geht noch mehr: Jedes netzwerkfähige Gerät besitzt ab Werk eine einzigartige MAC-Adresse, quasi einen digitalen Fingerabdruck. Wenn Sie sich immer mit den gleichen Geräten in Ihr WLAN-Netz einwählen, können Sie einen MAC-Adressen-Filter einrichten. Damit sorgen Sie dafür, dass sich in Ihr Netzwerk nur ganz bestimmte, nämlich Ihre Computer einwählen können. Tragen Sie in Ihrem Router die einzigartigen MAC-Adressen Ihrer WLAN-Hardware ein und lassen Sie einfach keine anderen Geräte zu. Die MAC-Adressen der Geräte, die in Ihrem Netz online sind, listet Ihnen Ihr Router in einer Verbindungsliste auf. In der Foto-Show Mac-Adresse am Windows-PC herausfinden zeigen wir Ihnen, wie Sie Schritt-für-Schritt an die MAC-Adresse Ihres Computers gelangen.

Stufe 5: Hinter Schloss und Riegel

Hardwaredefekte und Softwarefehler zerstören leider jeden Traum vom hundertprozentig sicheren PC. Sie sollten deshalb regelmäßig Kopien (Backups) Ihrer wichtigen Daten anlegen. Speichern Sie Ihre Daten dazu einfach regelmäßig auf einen externen Datenträger oder brennen Sie diese auf CD, DVD oder Blu-ray. Windows 7 Ultimate bieten Ihnen zudem noch die Möglichkeit, Ihre komplette Festplatte mit der Bordfunktion Bitlocker zu verschlüsseln. Die Software TrueCrypt erledigt diese Aufgabe sogar kostenlos und schützt zudem auch einzelne Dateien und Ordner vor neugierigen Blicken. TrueCrypt ist für Windows XP, Windows Vista und Windows 7 kostenlos verfügbar. Das Tool verwendet bei der Verschlüsslung einen Algorithmus, der nach aktuellem Stand praktisch unknackbar ist. Sie allerdings Ihr gewähltes Verschlüsslungs-Passwort also besser nie vergessen.

Mit diesen fünf Stufen ist Ihr Computer bereits sehr gut abgesichert. Weitere Tipps zum Thema finden Sie in der Klick-Show Die 20 goldenen Regeln für einen sicheren PC.


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Damian Robota/t-online.de  

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