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Illegale Downloads lohnen sich für Musik- und Filmindustrie

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Illegale Downloads lohnen sich doch

12.10.2009, 13:52 Uhr | Jens Müller

Musik- und Filmindustrie verdienen viel Geld mit Abmahnungen von Tauschbörsen-Nutzern. (Quelle: dpa) Musik- und Filmindustrie verdienen viel Geld mit Abmahnungen. (Quelle: dpa)Seit Jahren beklagen Musik- und Filmindustrie die Zunahme von Raubkopien im und den damit verbundenen Umsatzeinbußen. Dass Plattenfirmen und Filmstudios mit doch richtig Kasse machen können, belegt eine ins Internet gelangte Powerpoint-Präsentation. Denn sind für Rechteinhaber und Verfolger von Tauschbörsen-Nutzer ein ertragreiches Geschäft.

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Illegale Downloads lohnen sich doch für Rechteinhaber. Dies belegt eine Powerpoint-Präsentation des deutschen Unternehmens DigiRights Solutions. Die wohl zur Vorlage bei potentiellen Kunden der privaten Piratenjäger gedachte Datei enthält unter anderem ein Rechenbeispiel, das zeigt: Rechteinhaber können mit illegalen Downloads das bis zu 150-fache einnehmen als mit Verkäufen bei Musicload, Videoload und Co. Der Goldesel sind einfache Abmahnungen - oder auch ein neuer Vertriebsweg wie das Serienangebot von Videoload.

Illegale MP3-Downloads bringen das bis zu 150-fache

Das Rechenbeispiel der Abmahnungen ist simpel: DigiRights Solutions überführt 1250 Tauschbörsen-Nutzer der illegalen Verbreitung von geschütztem Material, mahnt diese ab, fordert Schadenersatz und gibt pro Zahlung 90 Euro an den Rechteinhaber weiter. Die Gesamtsumme entspricht den Einnahmen von 150.000 legalen MP3-Downloads, heißt es in der Präsentation, die ins Internet gelangte und von Filesharing-Magazinen wie Torrentfreak weiterverbreitet wurde. An einem legalen MP3-Download verdiene eine Plattenfirma 60 Cent. Da sind Schadenersatzzahlungen von 90 Euro das 150-fache.

Nur jeder vierte Downloader zahlt Schadenersatz

Die Krux: Nicht jeder des illegalen Downloads überführten Tauschbörsen-Nutzer zahlt den Schadenersatz. DigiRights Solutions gibt eine Zahlquote von 25 Prozent an. Also müssten monatlich 5000 illegale Downloads eines bestimmten Produkts überführt werden. Dies sei möglich, darf aber angezweifelt werden. Interessant auch: DigiRights Solutions fordert von jedem überführten Downloader 450 Euro Schadenersatz. Der Großteil, 360 Euro, bleibt bei den Piratenjägern als Technik-, Verwaltungs- und Anwaltskosten. Wer erwischt wird, muss also richtig zahlen - und so lohnen sich illegale Downloads eigentlich nur für Piratenjäger.

DigiRights Solutions überwacht eDonkey und BitTorrent

Die Powerpoint-Präsentation zeigt zudem gut auf, wie die Piratenjäger arbeiten. Das Unternehmen aus dem hessischen Darmstadt überwacht nach Beauftragung durch den Rechteinhaber mit einer Software bekannte Tauschbörsen wie eDonkey und das BitTorrent-Netzwerk. Dort werden illegal angebotene Dateien protokolliert, IP-Adressen und Internetanbieter des Downloaders festgestellt, die genaue Zeit festgehalten sowie sämtliche Namen der Benutzer und der Dateien gespeichert.

Anwalt mahnt Tauschbörsen-Nutzer ab

Die gesammelten Daten gehen an den Rechtsanwalt von DigiRights Solutions, der mit Gerichtsentscheiden bei Providern die Adressen der überführten Nutzer ermittelt und diese umgehend abmahnt. In den Abmahnungen werden zudem eine Unterlassungserklärung und die Zahlung des Schadenersatz in Höhe von 450 Euro gefordert. Das zeigt: Ohne ein bisschen Eigenaufwand können Rechteinhaber somit ihre Umsatzeinbußen ausgleichen.

Auch Gelegenheits-Downloadern drohen harte Strafen

Das sollte jedoch niemanden zum illegalen Downloaden animieren: Denn neben Schadenersatz-Zahlungen drohen Tauschbörsen-Nutzern weitere rechtliche Konsequenzen. Und auch wenn in Deutschland gesprochene Urteile zum Filesharing noch etwas gegensätzlich ausfallen, haben die meisten es in sich. Schon mit dem Anbieten eines Albums oder Films sei die Grenze zum gewerblichen Handeln überschritten, so die Meinung der Richter. Weil in den meisten Tauschbörsen während des Downloads automatisch die schon empfangenen Daten anderen Teilnehmern zum Herunterladen angeboten werden, hätte dies auch Konsequenzen für Gelegenheits-Downloader.

Videoload zeigt US-Serien als Erstausstrahlung

In Deutschland noch nicht gezeigte Folgen erfolgreicher US-Serien wie Grey's Anatomy und Desperate Housewives gehören zu den beliebtesten illegalen Downloads. Videoload bietet daher einen besonderen Service: Das Videoportal zeigt unter neue Folgen nur wenige Tage nach der Erstausstrahlung im US-Fernsehen. Der Abruf kostet 2,49 Euro für 24 Stunden, Folgen können 24 Stunden lang unbegrenzt angeschaut werden - im Vergleich zu Abmahnkosten ist dies deutlich günstiger. Dieses Angebot lohnt sich für Serienfans und die Filmindustrie gleichermaßen.


Jens Müller  

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