15.02.2010, 09:19 Uhr | Sascha Plischke
Kreditkarte mit Lupe. (Quelle: dpa)
Ein US-Bundesgericht in Pittsburgh hat einen Hacker wegen Kreditkartendiebstahls in hunderten Fällen zu einer Rekord-Haftstrafe von 13 Jahren verurteilt. Zusätzlich soll der Mann seinen insgesamt 27,5 Millionen US-Dollar Entschädigung zahlen. Der Hacker hatte zeitweise eine der größten Untergrundseiten für den Handel mit gestohlenen Kartendaten betrieben und damit Millionen verdient. Dabei hatte der Mann unterwegs die Seiten gewechselt: Seine Karriere hatte der Hacker unter anderem als Sicherheitsberater für das FBI begonnen.
Bei der Strafe handelt es sich nach Aussage des zuständigen US-Bundesanwalts Luke Dembosky um die längste Haftstrafe in einem Fall von Computerverbrechen und Online-Betrug. Dass der Angeklagte sich bereits zu Beginn des Verfahrens schuldig bekannt hatte, hatte das Gericht nicht zu einer milderen Strafe bewegen können. Unter den Namen Iceman und Max Vision hatte der Mann über das Internet Kredit- und EC-Kartendaten gestohlen und dann über ein eigenes Untergrundforum namens CardersMarket.com an andere Kriminelle weiter verkauft. Die hatten die Daten dann zur Herstellung gefälschter Karten benutzt, mit denen die Banden dann auf teure Einkaufstouren gingen. Die so erbeuteten Waren verkauften die Online-Gangster dann weiter und strichen das Bargeld als Profit ein. Zeitweise avancierte CardersMarket so zum größten Markt für gestohlene Kreditkartendaten weltweit.
Besondere Spezialität von Iceman war es dabei, Konkurrenten zu bestehlen. Dafür brach der Hacker in die Datenbanken anderer Hehlerseiten ein und entwendete die dort angebotenen Karteninformationen. Die verkaufte er dann kurzerhand selbst. Das Know-How für diese besondere Art von Raubzug hatte sich Iceman unter anderem in seiner Zeit als Sicherheitsberater erarbeitet. Pikanterweise hatte der Hacker zu dieser Zeit auch die amerikanische Bundespolizei FBI in allen Fragen rund um Computerkriminalität beraten. Diese Zusammenarbeit war jedoch beendet, als der Hacker sich heimlich Zugang zu Computern der Polizeibehörde und anderer offizieller Stellen verschaffte.
Damals wurde der Hacker zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt. Weil er danach als Sicherheitsberater keine Arbeit mehr finden konnte, sah sich Iceman gewzungen, zu seinem einträglichen Untergrundgeschäft zurückzukehren. "Es ist eine Schande das jemand mit so viel Talent sich entscheidet, es zu benutzen um so vielen Menschen zu schaden", sagte Bundesanwalt Dembosky dem amerikanischen Magazin PC World in einem E-Mail-Interview. "Dieses Urteil zeigt jedoch, das Cyberkriminalität sehr ernst genommen wird." Iceman soll seine Haftstrafe in einem Bundesgefängnis in Oregon absitzen. Nach dem Gefängnisaufenthalt wird er zusätzlich fünf Jahre lang unter besonderer Beobachtung stehen.
Sascha Plischke
K. Ruprecht schrieb:
am 16. Februar 2010 um 15:37:03
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Strafmaß
In den USA weiß man noch, Strafen gegen Betrüger zu verhängen, die ihren Namen auch verdienen. Bei uns hingegen werden
Internetbetrüger, wie z.B. Abo-Abzocker und ihre hinterlistigen Abmahnanwälte noch beim Betrügen amtlich unterstützt, indem die Gerichte die Mahnbescheide gegen ahnungslose Hereingefallene schnurstracks vollstrecken. Wer dem Betrug nicht hurtig und juristisch abgeschmeckt widerspricht, der zahlt gnadenlos, im Namen des Volkes.
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Guitarman schrieb:
am 15. Februar 2010 um 16:43:43
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Hacker
In der BRD würde der doch mit einer Bewährungsstrafe davonkommen. Kriminalität wird hier doch unterbewusst gefördert. Die
größten Verbrecher sind doch die Krawattenträger von den Banken, Versicherungen und der GEZ. Und die dürfen bekanntlich ja alles machen was nicht mit rechten Dingen zugeht. Sieht man doch jetzt an der Wirtschaftskrise. Und die GEZ, darf mit einschüchterung ahnungsloser Bürger ja auch ihr Schindluder treiben!!! Eine Schande ist das! Oh, Germany, was ist aus dir gewor
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Guitarman schrieb:
am 15. Februar 2010 um 16:39:48
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Kriminalität
Hier bei uns würde dieser Herr doch sicherlich von den Sicherheitsbehörden von der Anklagebank direkt als Sicherheitsberater
für Online-Kriminalität angestellt. Man siehe das mit dem Hacker der vor Jahren hier bei uns sein Unwesen trieb und von der Telekom AG als Sicherheitsobmann des Konzerns eingesellt worden ist.
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