20.01.2012, 15:01 Uhr
Tausende Mitglieder von Anonymous beteiligten sich an dem Hackerattacke auf US-Regierungswebseiten. (Quelle: imago)
Anonymous nimmt Rache für die Abschaltung des Dateihosters Megaupload.com. In der Operation "OpMegaUpload" legten über 5600 Mitglieder der Bewegung die Internetseiten von FBI, dem US-Justizministerium und der US-Musik- und Filmindustrie und einiger Plattenfirmen lahm. Megaupload.com wurde vom Netz genommen, weil dem Dienst massive Verstöße gegen Gesetze zum Schutz des Urheberrechts zur Last gelegt werden. Doch auch ehrliche Nutzer sind sauer: Denn ihre legalen Daten sind weg.
Kurz nach der Schließung von megaupload.com und der Verhaftung der Betreiber, schwor Anonymous öffentlich Rache: "Anonymous geht auf Rachefeldzug für Megaupload", erklärten die Hackerbewegung per Kurznachrichtendienst Twitter und in YouTube-Videos. Die Hacker legten die Internet-Auftritte von FBI und Justizministerium mit so genannten Distributed-Denial-of-Service-Attacken lahm. Dabei werden die Web-Server mit Unmengen von sinnlosen Datenanfragen überflutet bis sie nicht mehr reagieren. Die angegriffenen Seiten waren daraufhin mehrere Stunden nicht mehr erreichbar. Auf Twitter bezeichneten Anonymous-Aktivisten die Attacke als Racheaktion für den Schlag gegen Megaupload. Ebenfalls angegriffen wurden die Seiten des amerikanischen Musikindustrie-Verbandes RIAA und des Musik-Konzerns Universal Music Group.
Mit insgesamt 5636 Angreifern gelang Anonymous der bisher größte koordinierte Distributet Denial of Service-Angriff (DDoS). Bei einem DDoS-Angriff wird eine Internetseite von unzähligen Computern im Internet mit Anfragen bombardiert. Der Server bricht daraufhin unter der Last zusammen. So gelang es Anonymous die Internetseiten des FBI und des US-Justizministeriums, die Seiten der Interessenverbände der US-Filmindustrie (MPAA) und der Musikindustrie (RIAA) sowie einiger wichtiger Musik- und Plattenfirmen in kürzester Zeit lahmzulegen. Die massive Attacke wird auch vom Web-Monitoringdienstleister Akamai bestätigt, der in dem entsprechenden Zeitfenster einen Anstieg der DDoS-Angriffe um 24 Prozent gemessen hat.
Den Betreibern der Filehosting-Seite "Megaupload" werden Urheberrechtsverletzungen im großen Stil vorgeworfen. zum Video
Auf Twitter brach unter dessen eine Flut von Beschwerden gegenüber den US-Justizbehörden los. Nutzer von megaupload.com beklagen den Verlust ihrer legalen und persönlichen Dateien, die sie auf den Servern des Dateihosters gespeichert hatten. Zu lesen sind Kommentare wie: "Sie haben megaupload abgeschaltet. Ich hatte Sicherheitskopien aller meiner persönlichen Fotos dort gespeichert." ein Twitter-Nutzer beschreibt, dass wichtige Projektdateien seiner Firma gelöscht wurden. Alle fordern den Zugang zu ihren Daten zurück und sparen nicht mit würzigen Worten gegenüber den Behörden.
Bei einer Razzia in Neuseeland wurden vier Drahtzieher der von US-Behörden gesperrten Datentausch-Plattform Megaupload.com festgenommen. Die neuseeländische Polizei handelte auf Gesuchen der amerikanischen Bundespolizei FBI, die den Plattformbetreibern massive Urheberrechtsverletzungen vorwirft. Die Urheber haben nach FBI-Angaben mindestens eine halbe Milliarde Dollar Umsätze verloren. Die Festgenommenen sollten noch am Freitag vor Gericht erscheinen.
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In Coateville nördlich von Auckland durchsuchten 70 Beamte das Anwesen von Kim Schmitz, alias Kim Dotcom, teilte die Polizei mit. Dort wohnt der 37-Jährige, der in der Anklageschrift des Eastern District-Gerichts in den USA als Gründer von Megaupload.com genannt ist. Er hat nach diesen Angaben sowohl die deutsche als auch die finnische Staatsbürgerschaft. Nach Angaben des US-Justizministeriums wurden neben dem Gründer und früheren Unternehmensleiter Kim Schmitz auch die beiden Deutschen Finn Batato und Mathias Ortmann sowie der Niederländer Bram van der Kolk festgenommen. Drei weitere Angeklagte seien noch auf freiem Fuß. Gegen Nutzer der Internetseite seien vorerst keine Ermittlungen geplant, hieß es weiter.
"Dies ist eine der größten Urheberrechtsanklagen, die in den USA je erhoben worden ist", teilte das US-Justizministerium mit. "Es zielt auf den Missbrauch einer öffentlichen Speicher- und Verteilerplattform, um Verstöße gegen geistiges Eigentum zu begehen." Auf dem Anwesen bei Auckland wurden nach Angaben der Polizei Wertgegenstände und Geld im Gesamtwert von sechs Millionen neuseeländischen Dollar (etwa 3,7 Millionen Euro) sichergestellt. Darunter waren ein Rolls Royce Phantom sowie mehrere Gemälde. Zudem fror die Polizei mehrere neuseeländische Konten von Schmitz ein, auf denen insgesamt umgerechnet 6,8 Millionen Euro liegen.
Bodyguards hätten den Beamten am frühen Morgen zunächst den Zutritt zu dem Anwesen verwehrt, teilte die Polizei mit. Der leitende Polizeibeamte Grant Wormald sagte, Kim Schmitz habe beim Auftauchen der Polizei versucht, sich in einen speziell gesicherten Raum im Inneren seines Hauses zu verstecken. Er habe zunächst "eine Reihe elektronischer Schließsysteme betätigt". Als die Polizei diese "neutralisierte", versuchte er sich in dem Raum zu "verbarrikadieren". Die Polizisten hätten sich ihren Weg freischneiden müssen. "Im Raum fanden sie Mr. Dotcom in der Nähe einer Waffe, die aussah wie eine abgesägte Flinte. Das war ganz bestimmt nicht so einfach, als nur an die Haustür zu klopfen." Der zuständige Richter des Bezirks North Shore lehnte eine Freilassung der Festgenommenen gegen Kaution ab.
Insgesamt sieben Verdächtige wurden angeklagt, darunter auch mehrere deutsche Staatsbürger. Der Gründer von Megaupload ist der aus Deutschland stammende Kim Schmitz, der seinen Namen in Kim Dotcom geändert hat und "auch als Kim Tim Jim Vestor bekannt ist", wie das US-Justizministerium mitteilte. Der 37-Jährige lebte zuletzt in Hongkong und Neuseeland. Der frühere Computer-Hacker Schmitz war in den 1990er Jahren eine schillernde Figur der New Economy und machte mit ausschweifenden Partys von sich Reden. Nach dem Platzen der Internetblase wurde er 2002 vom Amtsgericht München wegen Insiderhandels mit Aktien zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Schmitz und den Mitangeklagten drohen in den USA nun langjährige Haftstrafen. Alleine auf den Vorwurf der Verschwörung zu organisierter Kriminalität stehen bis zu 20 Jahre Gefängnis. Außerdem werden den Männern Geldwäsche und Verstöße gegen das Urheberrecht zur Last gelegt.
Bei Megaupload konnten Daten aller Art hochgeladen werden. Nach eigenen Angaben hatte die Seite mehr als 180 Millionen registrierter Nutzer. Laut den Vorwürfen der US-Behörden waren darunter auch in großem Stil illegal kopierte Musik, Filme, Fernsehprogramme und digitale Bücher. Dem FBI zufolge geschah dies mit Wissen der Betreiber. Megaupload habe mehr als 175 Millionen Dollar illegalen Gewinn gemacht und den rechtmäßigen Eigentümern der Inhalte einen Schaden von deutlich über einer halben Milliarde Dollar zugefügt, erklärte das Justizministerium. Ein weiterer Vorwurf lautet auf Geldwäsche.
Megaupload hatte in der Vergangenheit immer wieder Vorwürfe zurückgewiesen, das Angebot diene vor allem dem illegalen Austausch von geschützten Inhalten. Rechteinhaber hätte die Möglichkeit, Verstöße gegen das Urheberrecht zu melden und die fraglichen Dateien löschen zu lassen. Die Anschuldigungen, Megaupload fördere massenhafte Urheberrechtverstöße, seien "grotesk überzogen", erklärte das Unternehmen in einer kurz vor der Schließung auf seinen Internetseiten veröffentlichten Mitteilung. Die große Mehrheit des Datenverkehrs von Megaupload sei legitim. Eine endgültige Einstellung der Seite stehe daher nicht zur Debatte.
Zugleich boten die Verantwortlichen der Website eine Zusammenarbeit an: Wenn die Unterhaltungsindustrie von der Beliebtheit des Dienstes profitieren wolle, sei man zum Dialog bereit. "Wir haben einige gute Ideen. Meldet euch", hieß es in der Mitteilung des in Hongkong ansässigen Unternehmens. Megaupload ist nicht nur wegen seiner Größe einzigartig, sondern auch wegen der prominenten Unterstützung, welche die Seite genoss. Darunter sind auch Musiker und Produzenten wie Kim Kardashian, Alicia Keys und Kanye West. Chef ist der Musiker Swizz Beatz, der seit 2010 mit Keys verheiratet ist. Er wird in der Anklage nicht genannt. Megaupload war den Angaben zufolge zeitweise die 13.-meistgenutzte Website im Internet. Zuletzt lag sie immerhin noch in den Top 100.
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Quelle: dpa , t-online.de
piwutz schrieb:
am 23. Januar 2012 um 16:51:29
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Anonymus
wenn diese Herrschaften aufgrund ihres Wissens um Computer bei Aktionen gegen Internetkriminelle versuchen, Server lahm zu legen,
dann wird es allerhöchste Zeit, diesen Leuten dasn Handwerk zu legen. So 10-15 Jahre Knast wirken da wahre Wunder. Anwälte / Verteidiger werden erst gar nicht zugelassen. Auch Zwangsarbei in Steinbrüchen ist sehr heilsam
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cicero schrieb:
am 23. Januar 2012 um 16:02:36
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anonymus u co
kann niemand dieser drecksbande das handwerk legen. wo seid ihr computergenies, habt ihr keine idee mit der der ganze internet
und facebookwahnsinn liquidiert werden kann.
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furby schrieb:
am 22. Januar 2012 um 12:02:08
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Hackerattacke: Anonymous rächt megaupload.com
Die US-Filmindustrie (MPAA) und der Musikindustrie (RIAA) sollte man wegen Vernichtung " geistigenEigentums" verklagen .
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