02.09.2011, 12:08 Uhr | Jens Müller
Wie langweilig wäre Windows, ließe sich das Betriebssystem nicht mit neuen Programmen erweitern. Seit Jahren liefert die Freeware-Szene tolle Tools wie OpenOffice oder Firefox, die den Microsoft-Produkten die Stirn bieten. Doch vieles, was im Internet kostenlos angeboten oder auch verkauft wird, hat auf einem PC nichts verloren. Der Grund ist simpel: Diese Programme sind schädlich – sie entfalten ihre giftige Wirkung entweder gegen den Nutzer selbst oder gegen andere. Wir zeigen die heikelsten Programme in einer Foto-Show.
Mit der Neufassung des Hackerparagrafen (§202c StGB) im August 2007 hatte der Gesetzgeber vor allem den Schutz der Rechte anderer im Sinn. Hacker-Tools wie Spionageprogramme, Kopierschutz-Knacker und DVD-Ripper sollte ein rechtlicher Riegel vorgeschoben werden. Der umstrittene Paragraf stellt die Verbreitung und den Besitz von Software unter Strafe, mit der sich beispielsweise Sicherheitsvorkehrungen wie Passwörter umgehen oder fremde Daten in einem WLAN aufzeichnen lassen. Dennoch sind viele solcher Hacker-Tools über das Internet nach wie vor erhältlich.
Derartige Programme bieten sich offen an als Werkzeug für alle, die illegal an fremde Daten gelangen wollen. Ehrliche Computer-Nutzer haben damit nichts am Hut, könnten mit solchen Hacker-Tools aber beispielsweise ihre eigenen passwortgeschützten Dateien entsperren, wenn sie das Passwort vergessen haben. Doch werden ehrliche Anwender immer öfter selbst Opfer solcher Software. So tarnen Online-Kriminelle oft ihre Software als kostenlose Spiele, Bildschirmschoner oder vermeintlich nützliche Systemprogramme. In Wirklichkeit spionieren diese Programme private Daten aus und lähmen den Computer mit Massen von Werbe-Bannern. Diese sogenannte Badware, schädliche Software, ist ein weit verbreitetes Übel, das ein PC-System völlig vergiften kann. Als Gegenmittel hilft hier manchmal nur die Neuinstallation.
Unser Rat daher: Laden Sie Software – egal ob Freeware oder Kauf-Vollversion – immer nur bei vertrauenswürdigen Download-Angeboten herunter. Dort werden Programme auf Viren untersucht, sodass Ihnen in der Regel kein Online-Gangster etwas unterschieben kann. Ohnehin kann die Suche nach Freeware-Downloads riskant sein. Denn hinter vielen Links lauern Abzocker, die mit immer cleveren Tricks Internetnutzern schweren Schaden zufügen. Auch Seriennummern für Windows und Co. online aufzuspüren, birgt zahlreiche Risiken. Online-Kriminelle manipulieren häufig solche Crack-Tools – und vergiften damit Ihr Windows.
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Der eigene PC sollte bei einem Verdacht, dass sich Gift-Software eingeschlichen hat, einer umfassenden Kontrolle unterzogen werden. Nur: Ein Virenscanner entdeckt Badware oder auch Hacker-Tools wie Keylogger nicht immer. Für solche Tests eignet sich spezielle Sicherheits-Software wie Malwarebytes Anti-Malware, die zusätzlich zu einem herkömmlichen Virenjäger eingesetzt wird. In vielen Fällen lässt sich Windows mit dieser kostenlosen Software wieder entgiften.
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Jens Müller
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