15.07.2011, 15:42 Uhr | t-online.de, dpa, afp
Es war der größte Angriff in der Geschichte des US-Verteidigungsministeriums. 24000 Daten wurden entwendet.
Das US-Verteidigungsministerium hat den bislang größten Datenverlust der Behörde eingestanden. Hacker sollen mehrere tausend Dokumente bei einem Cyber-Angriff gestohlen haben. Brisant: Es handelte sich um Waffenpläne. Das Pentagon schweigt sich über die Angreifer aus.
Hacker haben dem US-Verteidigungsministerium bei einem Angriff im März über 24.000 sensible Dokumente zu Rüstungsplänen gestohlen. Diesen bislang größten Datendiebstahl in der Geschichte des Pentagon gestand der stellvertretende Verteidigungsminister William Lynn am Donnerstag ein. Bei den Angreifern handelte es sich laut Lynn um "ausländische Eindringlinge", die die Dokumente über das Netzwerk einer Vertragsfirma entwendeten.
Bei den gestohlenen Daten habe es sich unter anderem um Informationen über Konstruktionspläne für militärische Ausrüstung gehandelt, sagte Lynn. Manche der gestohlenen Daten beträfen etwa kleine Bauteile von Panzern, Flugzeugen und U-Booten und seien daher "banal". Ein "großer Teil" betreffe jedoch "empfindliche Systeme" wie Flugzeugelektronik, Überwachungstechnik und Satellitenkommunikation. Der Datenklau habe dazu geführt, dass wahrscheinlich ein geplantes Waffensystem zumindest in Teilen umgestaltet werden müsse.
Aus welchem Land die Angreifer stammten und welche Firma infiltriert wurde, verschwieg Lynn. Nach einem Bericht der New York Times waren bei ähnlichen Vorfällen in der Vergangenheit meist China und manchmal Russland verdächtigt worden. Die Amerikaner klärten ihre Vermutungen in einem diplomatischen, wohl geheimen Dialog mit der Urhebernation. Sollte es sich bei dem betroffenen Unternehmen um die Beraterfirma Booz Allen Hamilton handeln, wäre dies die zweite Datenpanne des Unternehmens. Zu Beginn der Woche stahlen die Internetaktivisten Anonymous etwa 90.000 Passwörter des US-Militärs bei Booz Allen Hamilton.
Den Hacker-Angriff gestand Lynn im Rahmen einer Rede an der National Defense University ein. Bei diesem Auftritt präsentierte der Pentagon-Vizechef eine neue Strategie, mit der USA sich zukünftig vor Cyber-Attacken schützen wollen. Ein 19-seitiger Report, an dem das Pentagon etwa zwei Jahre lang arbeitete, zeigt auf, dass sich die USA nur mit internationaler Hilfe vor Hackern schützen können. "Kein einzelner Staat, keine einzelne Organisation kann alleine eine effektive Abwehr aufrechterhalten. Die Cyberbedrohung ist akut und potenziell verheerend. Gegner suchen konstant nach Schwachstellen", sagte Lynn. Das Pentagon betreibe 15.000 Netzwerke und mehr als sieben Millionen Computer und sei deshalb weiterhin ein Ziel böswilliger Aktivitäten im Cyberspace.
Das Strategiepapier des Pentagon sieht vor, mit einer wachsenden Zahl internationaler Partner unter anderem gemeinsame Warnsysteme und Trainingsprogramme aufzubauen. Die Spezialeinheit Cyber Command soll diese Strategie umsetzen. Dazu lernen Soldaten, künftig bei einer Attacke vereinzelte oder auch alle Pentagon-Operationen innerhalb kürzester Zeit auf sichere Netzwerke umleiten zu können. Zudem wird das Verteidigungsministeriums neue "Hygiene-Standards" für den Umgang mit vertraulichen Daten durchsetzen. Dies soll verhindern, dass menschliche Fehler zur nächsten massiven Cyber-Attacke führen.
Die deutsche Regierung legte bereits im Februar eine "Cyber-Sicherheitsstrategie" vor und richtete danach ein Cyber-Abwehrzentrum in Bonn ein. "Deutschland wird permanent cyber-attackiert", sagte Hartmut Isselhorst vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationspolitik (BSI), das die Federführung des Abwehrzentrums hat.
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Quelle: AFP , dpa , t-online.de
Synapse74 schrieb:
am 15. Juli 2011 um 20:20:48
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macht nix, die sollen sparen und nicht kämpfen
momentan ist kein Platz für Pentagon & Co - morgen um diese Zeit gilt´s die Weichen für 1
Jahr zu stellen - da wird bestimmt nicht zu allererst über Rüstung gesprochen. Und den bisherigen Tippgebern im Pentagon können sie von mir noch einen A..tritt mitgeben.
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Chafard schrieb:
am 15. Juli 2011 um 15:01:55
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Hacker
Früher kamen die Spione mit der guten alten Minox und haben Dokumente kopiert sprich abfotografiert, die Häme mancher Medien kann
nicht so nachvollziehen, wenn die Hacker erst mal bei denen die Hosen runterlassen ich freu mich schon. ES gint immer einer der besser ist ob 0000 Agenten oder Picklige Hacker so was wirds immer geben.
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Sporn schrieb:
am 15. Juli 2011 um 11:32:46
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Hacker klauen Pentagon über 24.000 Dokumente
Vor 15 Jahren wäre es mit Sicherheit noch leicht möglich gewesen. Aber heute? Kann ich mir
persönlich nur sehr schwer vorstellen. Einfacher ist die Vorstellung, daß man mal wieder einen Aufhänger benötigt, um wieder etliche Milliarden für den Aufbau neuer Dienste zu bekommen. Wenn man Angst schürt wirkt das bei den Politikern ja immer Wunder. Selbst wenn der Haushalt noch so desolat ist.
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