18.04.2011, 11:32 Uhr | Yaw Awuku
Verurteilt: Hacker kaperte aus Rache 100.000 Computer (Symbolfoto: dpa) (Quelle: t-online.de)
Sein Chef hat ihn in eine Liebesfalle gelockt und in den Medien blamiert. Daraufhin infizierte der Programmierer aus den USA 100.000 PC mit einem Trojaner und legte die Internetseiten verschiedener Medien-Unternehmen lahm. Ein US-Gericht verurteilte den 48-jährigen Hacker nun zu zwei Jahren Haft und einer beachtlichen Geldstrafe.
Bruce Raisley, ein Programmierer aus dem US-Staat Missouri, muss für zwei Jahre ins Gefängnis, drei zusätzliche Jahre auf Bewährung absolvieren und eine Geldstrafe von umgerechnet etwa 64.000 Euro zahlen – so urteilte das Bezirksgericht von New Jersey vergangenen Freitag. Bereits im September 2010 befand ihn eine Jury für schuldig. Raisley wurde von seinem ehemaligen Chef blamiert und in den Medien vorgeführt. Als Reaktion darauf infizierte ungefähr 100.000 Computer mit einem Trojaner. Über das Schadprogramm schloss er die PC zu einem ferngesteuerten Netzwerk zusammen, mit dem er die Internetseiten zahlreicher Medien-Unternehmen lahmlegte. Auf diese Weise verursachte er einen geschätzten Schaden von über 70.000 Euro.
Bevor Raisley zum verurteilten Hacker wurde, arbeitete ehrenamtlich für eine Organisation, die mit fingierten Chat-Nachrichten Pädophile in die Falle lockte. Der TV -Sender NBC zeigte die Enthüllungen anschließend in seiner Sendung To Catch a Predator. Doch ein Streit mit anderen Team-Mitgliedern und speziell dem Gründer der Organisation, Xavier von Erck, führte zu Raisleys Austritt. Von da an trat Raisley als ausgesprochener Kritiker der Gruppe um von Erck auf.
Der Konflikt zwischen den beiden Parteien nahm dramatische Züge an, als von Erck beschloss, sich im Internet als Frau auszugeben und eine Online-Liebschaft mit dem neu gewonnen Feind anzuzetteln. Als "Holly" getarnt überzeugte er Raisley davon, seine Ehefrau für die neue Liebe zu verlassen. Für ein erstes Date erschien Raisley am Flughafen. Doch dort erwartete ihn nicht die begehrte "Holly", sondern ein Fotograf, der ihn im Auftrag seines ehemaligen Chefs ablichtete.
Über die Zeitschriften "Radar Magazine" (2006) und den "Rolling Stone" (2007) erreichte die Geschichte erstmals eine breitere Öffentlichkeit. Zahlreiche Webseiten veröffentlichten die Artikel neu und verbreiteten so die Geschichte von Bruce Raisley und "Holly". Um dem Einhalt zu gebieten, kaperte Raisley etwa 100.000 Computer mithilfe eines selbst programmierten Trojaners. Über das ferngesteuerte Botnetz startete er sogenannte DDoS-Attacken, mit welchen er die Internet-Server des Radar Magazine, des Rolling Stone und vieler weiterer Webseiten überlastete. Infolge dessen sahen die Besucher dieser Seiten nur noch Fehlermeldungen. Für die Unternehmen verursachte dies Umsatzverluste und Kosten von über 70.000 Euro.
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Yaw Awuku
dkmmkw schrieb:
am 20. April 2011 um 16:43:52
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strafe
Ich denk mal, da gings nicht um die Strafe selbst. An ihm wurde schlichtweg ein Exempel statuiert...
Aber wie das immer so ist, der
kleine Mann wandert in den Knast, auch wenn er nur nen Kaugummi klaut und der Große kann Milliarden verbrennen und kassiert dafür noch fette Boni und Abfindungen... Naja, willkommen in der freien Marktwirtschaft
Freiheit für Raisley!!!
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lui schrieb:
am 19. April 2011 um 14:36:47
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muss man sich denn so outen
derartige Machenschaften zeugen ja nicht gerade von einer Ehrwürdigen Moral derer, gegen die sich der
Verurteilte zu Wehr setzte. Auch wenn die Art und Weise, wie der Blamierte dies zu unterbinden versuchte eher primitiv anmutet (da er durch Gegendarstellung und Klärung des Sachverhaltes mehr ereicht hätte), ist das Ansehen der in meinen Augen auch nichts mehr wert, da solche Methoden zeigen, was für Typen das sind. Vom Rolling Stone hätte ich eine Distanz dazu erwartet, Schade. In diesem Sinne
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Setz schrieb:
am 19. April 2011 um 07:21:54
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Hacker
Für diese Tat hätte der Mann einen Orden anstatt einer Strafe verdient.
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