25.02.2009, 13:16 Uhr | Sascha Plischke mit Material von dpa
Conficker kennt keine Gnade: Selbst in Güstrow schlug der Wurm unbarmherzig zu. (Montage: t-online.de)Conficker ist nicht tot zu kriegen: Nach verschiedenen Unternehmen und internationalen Armee-Netzwerken hat der Wurm nun eine deutsche Hochschule komplett lahm gelegt. Unter der Datenlast des sich immer wieder selbst kopierenden Schädlings war das Netzwerk der Uni Güstrow einfach zusammengebrochen. Weder das von auf die Wurm-Autoren ausgesetzte Kopfgeld noch eine Allianz der wichtigsten Sicherheitsunternehmen konnte dem Schädling bisher wirkungsvoll beikommen – nun ist sogar eine neue Variante aufgetaucht.
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Opfer des Computer-Wurms war diesmal die Fachhochschule für Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow. So blieben Angestellte der Hochschule und rund 700 Studierende vom Internet abgeschnitten. Systemtechniker versuchen derzeit, das System wieder in Gang zu bekommen. Die Hochschule befindet sich in illustrer Gesellschaft: Zu den Betroffenen der Conficker-Epidemie zählten zuletzt Medienhäuser, öffentliche Einrichtungen, die französische Luftwaffe sowie die deutsche Bundeswehr.
Alle Versuche, der Wurm-Welle Herr zu werden, sind bislang gescheitert. So hatte Microsoft unlängst ein Bündnis mit den wichtigsten Sicherheitsunternehmen und der mit der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) geschlossen. Letztere regelt einen Großteil des Internetverkehrs. In dieser Vereinbarung einigten sich ICANN und Microsoft darauf, alle Server und IP-Adressen schnellst möglich zu sperren, mit denen Conficker Kontakt aufnimmt oder von denen er Steuerungssignale bezieht. Bisher hat das den Wurm jedoch nicht an einer weiteren Verbreitung gehindert.
Zuletzt hatte Microsoft sogar ein Kopfgeld auf die Autoren des Wurms ausgesetzt. 250.000 Dollar waren dem Konzern Informationen wert, die zur Ergreifung der Schädlings-Programmierer führen. Doch die Bande beeindruckte das wenig. Sicherheitsexperten des kalifornischen Forschungsinstituts SRI International haben nun sogar eine neue und flexiblere Variante des Schädlings entdeckt, berichtete die "New York Times". Diese "B++"-Variante könne über eine Hintertür beliebige Programme nachladen und neue Versionen einschleusen. Welche Absicht hinter der rasanten Verbreitung des Wurms steht ist bislang noch unklar.
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Sascha Plischke mit Material von dpa
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