
25.02.2011, 11:10 Uhr | Spiegel online
Google will seine Suche optimieren und Spam rausschmeißen. (Foto: imago)
Google will bei seinen Suchergebnissen künftig mehr Qualität liefern, hat seine Technik dafür deutlich verändert. Das Ziel ist es, wenig nützliche Suchergebnisse automatisch auszufiltern. Noch ist davon allerdings wenig zu sehen.
Google setzt sich zur Wehr: Mit einer vergleichsweise großen Änderung seiner Such- und Bewertungsalgorithmen hat der Suchmaschinenkonzern in der Nacht zum Donnerstag sogenannten Content Farms den Kampf angesagt. Insgesamt seien 11,8 Prozent aller Suchanfragen von den Änderungen betroffen, die dazu dienen sollen, Anwendern höherwertige Inhalte als bisher als Topergebnisse auf Google-Suchen zu liefern. Ein Jahr lang haben die Suchmaschinenexperten des Unternehmens daran gearbeitet. In den vergangenen Monaten hatte die Kritik an der Qualität der Suchergebnisse zugenommen. Branchenbeobachter und sogar Universitätsprofessoren beklagten allzu viel Spam auf den ersten Ergebnisseiten.
Das Problem: Gewisse Unternehmen haben sich in letzter Zeit sehr erfolgreich mit Angeboten auf die vorderen Plätze im sogenannten Google Ranking geschoben, die sich mehr am Suchalgorithmus als an den Interessen der Nutzer orientieren. Eigene Inhalte bieten sie nicht an, sondern sammeln lediglich Inhalte von anderen Anbietern zu einem Thema zusammen und präsentieren sie auf einer eigenen Seite. Andere, wie das US-Unternehmen Demand Media, produzieren für wenig Geld suchmaschinenoptimierte Inhalte ("10 Tipps für die perfekte Hochzeit"), die dann bei Suchanfrage weit oben in den Ergebnislisten auftauchen. Andere Plattformen liefen lediglich weitere Listen von Suchergebnissen, statt tatsächlich für die Anfrage relevante Informationen zu enthalten.
Google nennt in einem Blog-Posting keine konkreten Unternehmen, spricht aber von "Angeboten minderer Qualität", deren Inhalte für die Anwender "nicht nützlich" seien, ohne dabei den Begriff Content Farming direkt zu bennenen. Die Ergebnisse von "Personal Blocklist", einer Erweiterung für Googles Webbrowser Chrome, mit der Anwender Websites oder Anbieter aus ihren Suchergebnissen aussperren können, habe keinen Einfluss auf die Entwicklung der neuen Algorithmen gehabt, schreibt Google-Entwickler Amit Singhal im Firmenblog. Die manuellen Ausgrenzungen bestimmter Anbieter durch die Anwender seien also nicht verwendet worden um die neuen Algorithmen zu entwickeln. Man habe aber erfreut zur Kenntnis genommen, das sich die Vorlieben der Nutzer weitgehend mit den Suchergebnissen decken, die die neue Technik hevorbringe. Demnach würden 84 Prozent der von den Anwendern als unnütz markierten Angebote auch durch den neuen Algorithmus als solche erkannt.
Kaum eine andere Seite wird häufiger angesurft als Google. Doch wer kennt die Geheimfunktionen der beliebten Suchmaschine? Google-Quiz
"Viele der Änderungen, die wir vorgenommen haben, sind so subtil, dass nur sehr wenigen Menschen sie überhaupt bemerken werden", erklärt Singhal. Auch werde es kein einfach erkennbares Muster geben, anhand dessen bestimmte Angebote im Google-Ranking herauf und andere herabgestuft würden. Vielmehr werde nun ein gewisses Auf und Ab einsetzen, bei dem sich die Positionen verschiedener Angebote in Googles Suchergebnissen zueinander verschieben.
Das bestätigt auch Manager Larry Fitzgibbon von Demand Media gegenüber paidcontent.org: "Bei unserem diversifizierten Inhalteangebot sind einige Inhalte nun besser und andere schlechter sichtbar als zuvor". Darüber, welche Auswirkungen die neuen Suchtechnik langfristig haben werde, will er nicht spekulieren, erklärt aber, dass für Demand Media derzeit keine Auswirkungen zu spüren seien.
Aber dafür ist es wohl auch noch viel zu früh. Google hat die neuen Algorithmen erst in der Nacht zum Donnerstag und ausschließlich auf seinen US-Seiten eingeführt. Lokalisierte Suchmaschinen im Rest der Welt, also auch in Deutschland, sollen erst in "in nächster Zeit" umgestellt werden. Es dürfte spannend werden, zu beobachten, ob sich die Qualität der Suchergebnisse dann tatsächlich spürbar verbessert - oder einfach nur ein wenig verschiebt.
Quelle: Spiegel Online
MrXYZ schrieb:
am 28. Februar 2011 um 06:07:52
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Monopole sind nie gut
Google hält noch das Monopol, aber das hatte der IE auch mal und dann kam Firefox. Wenn ein signifikant besseres
Produkt erscheint, dann können auch in Stahl gegossene Monopole gebrochen werden.
Bing.com und vor allem baidu.com sind teilweise schon deutlich treffsicherer als Google. Will ich nach E-Mail-Adressen oder mit Wildcard suchen, gibt es bei Google oft Fehlermeldungen. Bei Bing nie. Google haben viele als Startseite in ihrem Browser, aber das kann sich alles mal ändern.
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André schrieb:
am 26. Februar 2011 um 20:13:01
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Schlimm
Schlimm, ja, aber was mir persönlich wichtiger ist; wer ist die Dame auf dem Titelfoto deren Daumen verdeckt ist?
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Fair schrieb:
am 26. Februar 2011 um 13:34:00
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Komisch, ich bin der Meinung, das momentan viel
mehr Spam auftaucht als vorher. Reihenweise seiten, die ich nicht haben will - fast
ausschließlich Sammelseiten uns so ein Schrott. Das ging dann wohl nach hinten los.
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