09.08.2010, 09:12 Uhr | t-online.de
Eine fliegende, zivile Drohne, wie sie bald von Google eingesetzt werden könnte. (Foto: microdrones GmbH)
Google will demnächst zivile Kamera-Drohnen einsetzen, um damit hochauflösende Bilder für den globalen Kartendienst Google Earth anzufertigen. Das berichtet die Wirtschaftswoche unter Berufung auf ein Interview mit dem Hersteller, bei dem Google bereits ein erstes Versuchsexemplar geordert haben soll. Mit den Drohnen könnte Google Bilder erstellen, die deutlich höher aufgelöst und schärfer sind als die bisher verwendeten Satellitenbilder. Fotos aus Flugzeugen hatten der Darstellung einiger Landstriche in Australien und Afrika in Google Earth schon zu ungeahnter Schönheit verholfen. Datenschützer laufen dennoch Sturm und fürchten einmal mehr eine Totalüberwachung durch den Internet-Konzern.
"Wir haben gute Chancen, mit Google dauerhaft ins Geschäft zu kommen", sagte Sven Juerss der Wirtschaftswoche. Der Chef des deutsche Unternehmens Microdrones, das demnächst Google mit zivilen Kameradrohnen versorgen könnte, will bereits ein erstes Ansichtsexemplar einer Mini-Drohne in die Google-Zentrale nach Kalifornien geliefert haben. Die fliegenden Kameras ähneln kleinen Hubschraubern und fliegen mit ihren vier Rotoren in einer Höhe von bis zu tausend Metern. Wozu der Konzern die automatisierten Überwachungsdrohnen verwenden will, hat Google zwar nicht verraten. Juerss fallen jedoch nur zwei Einsatzgebiete ein. So könne Google damit zum Beispiel Windparks überwachen, in die der Konzern derzeit verstärkt investiert. Die Drohnen seien jedoch auch bestens dafür geeignet aktuellere Aufnahmen für den Kartendienst Google Earth zu liefern.
Die zweite Möglichkeit treibt jedoch bereits Datenschützer auf die Barrikaden. Die liefern sich schon seit einigen Monaten über die Presse heftige Wortgefechte mit Google wegen des Straßenansichts-Dienstes Street View, bei dem Straßenszenen vom Dach eines Autos aus fotografiert werden. Die Drohnen stellten nun jedoch eine ganz neue Dimension dar. "Die Probleme könnten noch tiefgreifender sein als bei Google Street View", sagte der nordrhein-westfälische Datenschutzbeauftragte Ulrich Lepper im Interview mit der Wirtschaftswoche. Er fürchtete das unbemerkte Vordringen der Drohnen in private Bereiche und warnte vor Livebildern aus Gärten und Balkonen.
Das allerdings ist gesetzlich verboten. Auch die Befürchtung des Datenschützers, die Drohnen könnten mit Nachtsichtgeräten oder Wärmebildkameras bis in die Wohn- und Schlafzimmer der Republik vordringen, entbehrt jeder Grundlage. Auch dies ist schließlich unter Strafandrohung untersagt, und Google könnte die Bilder niemals veröffentlichen. Außerdem wäre dafür nicht einmal eine Drohne nötig – jeder Spanner kann mit dem nötigen Kleingeld für eine entsprechende Ausrüstung aus dem Baumwipfel gegenüber ähnliche Bilder erstellen. Drohnenhersteller Juerss ist sich jedenfalls sicher: "Es war immer schon verboten, mittels Foto und Film in die Privatsphäre einzudringen", sagte er. "Unsere Drohnen haben an dieser Rechtslage nichts geändert."
Zudem bietet Google Earth schon jetzt hochauflösende Bilder, die aus Flugzeugen heraus geschossen wurden. 2007 integrierte Google spektakuläre Afrika-Aufnahmen des National Geographic Magazines in Google Earth. Der Biologe Mike Fayes hatte zwei Jahre zuvor mit einem Kleinflugzeug über 112.000 Kilometer überwiegend abgelegenes Gelände des Kontinents überflogen. Dabei schoss er mit seiner Kamera aus der Luft einzigartige Fotos von Natur, Mensch und Tier. Sie lassen sich über das Ebenen-Menü unter Galerie und National Geographic Magazine / Afrika-Überflug freischalten.
Die Afrika-Bilder stellen noch heute die besten Einzelaufnahmen dar. Diese Fotos haben Google Earth enorm bereichert, doch natürlich will niemand den Riesen-Kontinent mit einem Kleinflugzeug systematisch abfotografieren. Googles Bestreben war daher, jenseits solcher werbewirksamen Prestigeprojekte möglichst bald zumindest die dicht besiedelten Gebiete der Welt flächendeckend in hoher Auflösung abzubilden. Die besten flächendeckenden Aufnahmen finden sich heute außer in den USA in Australien. Auch in Down Under verließ sich Google nicht auf Satellitenbilder, sondern schickte Flugzeuge zum Fotografieren. Als die Maschinen abhoben, war Google Earth bereits populär genug, dass sich das Projekt längst herumgesprochen hat. Viele Bürger hatten sich bestens vorbereitet und warfen sich mit Spruchbändern und Reklametafeln in Pose.
Quelle: t-online.de
Anonymous schrieb:
am 9. August 2010 um 22:43:37
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Kameradrohnen für Google
Das Keucheli hat doch schon alles dementiert. Google hat nur Gutes vor...
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Fun schrieb:
am 9. August 2010 um 20:07:28
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Was für ein Spaß
Diese Drohne kann jeder Amateurfunker mit Leichtigkeit vom Himmel holen.
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Gehtkeinenwasan schrieb:
am 9. August 2010 um 18:37:13
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Überwachung & Google
Wenn der Behörden etc. (willkürlich) Daten Sammeln, Speichern und Auswerten reicht es.
Da brauche ich keine weitere
Aufzeichnung und Datensammlung und erst recht nicht von einem Unternehmen.
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