02.06.2008, 11:22 Uhr | Christoph Schmidt
Hier darf Google nicht fotografieren. (Foto: cityofnorth-oaks.com)
Die US-Kleinstadt North Oaks hat Google gezwungen, Aufnahmen des beschaulichen Örtchens aus seinem Service Street View zu entfernen. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, war Google unerlaubt in die Stadt im Bundesstaat Minnesota eingedrungen und hatte Fotos von den Straßen geknipst. Als diese im Internet-Dienst veröffentlicht wurden, drohten die Bewohner mit einer Klage wegen Landfriedensbruchs - denn das Betreten der privaten Straßen ist strengstens verboten.
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North Oaks ist alles andere als eine gewöhnliche Stadt: Das 4500 Einwohner zählende Örtchen ist eine sogenannte "private community". Die Straßen sind kein öffentliches Gelände. Sie gehören den Anwohnern selbst - Betreten strengstens verboten. Und das ist auch auf etlichen Schildern zu lesen. Um so ärgerlicher für die um ihre Privatsphäre besorgten Bürger, als Google ungefragt die Stadt mit seinen Spezialfahrzeugen fürs Internet ablichtete.
Google muss Fotos umgehend löschen
In einem Brief an Google forderten die Bewohner von North Oaks das Unternehmen auf, die illegal angefertigten Fotos umgehend aus Street View zu löschen. Sonst werde es eine Anzeige wegen Landfriedensbruch geben. Der Suchmaschinenriese reagierte und folgte der Aufforderung der aufgebrachten Bürger. Google-Sprecherin Elaine Filadelfo zufolge sei es eine der seltenen Fälle gewesen, dass eine komplette Stadt aus dem Angebot gelöscht werden musste.
Street View sorgt immer wieder für Aufregung und führte bereits zu zahlreichen Klagen von Privatleuten. Bei dem Dienst durchqueren Autos mit Spezialkameras US-Städte und erstellen Panorama-Aufnahmen von Straßenzügen. Dabei kommen auch immer wieder Menschen unfreiwillig auf die Fotos, die sich in ihrer Privatsphäre berührt fühlen. Google weist Kritik mit dem Argument zurück, die Bilder seien ausschließlich von öffentlichen Plätzen aus gemacht und verletzten daher nicht das Persönlichkeitsrecht. Zudem entferne man auf Wunsch die Bilder von Betroffenen aus dem Angebot.
Deutschland ist nächstes Ziel der Google-Kameras
Als nächstes sollen auch durch Deutschland die Spezialfahrzeuge von Google fahren und deutsche Städte für das Internet ablichten. Um die Privatsphäre zu wahren, werden allerdings alle Gesichter automatisch unkenntlich gemacht. Die Aufnahmen werden dann in Google Maps integriert, wo sie von allen Internetnutzern betrachtet werden können.
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