23.06.2010, 12:12 Uhr | apn, dpa, t-online.de
Britische Polizisten haben Google ins Visier genommen. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Alle gegen Google: Langsam aber sicher ermittelt jede große Nation wegen des umstrittenen Straßenfoto-Dienstes Google Street View. Nun hat auch die britische Polizei Ermittlungen gegen Google aufgenommen. In Frankreich, USA und Deutschland haben Behörden ebenfalls Google Street View ins Visier genommen - doch noch weiß niemand, welche Daten Google bei den WLAN-Scans sammelte.
Wegen der Sammlung von privaten Daten aus Funknetzen haben die Behörden in Großbritannien Ermittlungen gegen den amerikanischen Suchmaschinenbetreiber Google eingeleitet. Es seien zahlreiche Beschwerden bei der britischen Datenschutzorganisation Privacy International (PI) eingegangen, die den Fall an die Polizei weitergegeben habe, teilte die Londoner Polizei am Dienstag mit. Nun würden mögliche Verstöße gegen Datenschutzbestimmungen untersucht. Google hatte im Mai eingeräumt, im Rahmen des Internet-Dienstes Street View versehentlich in mehr als 30 Ländern Daten aus ungesicherten WLANs gesammelt zu haben.
Die kuriosesten Funde aus Google Street View: 73 peinliche Bilder. Foto-Show (73 Bilder)
Auch in den USA weht dem Internetkonzern wegen seiner Daten-Sammelwut ein scharfer Wind entgegen. Mehrere US-Bundesstaaten wollen gemeinsam herausfinden, inwieweit Google mit der Aufzeichnung von ungesicherten WLAN-Verbindungen gegen Gesetze verstoßen hat. Außerdem wollen sie sicherstellen, dass sich eine solche heimliche Datensammlung nicht wiederholt. Der Generalstaatsanwalt von Connecticut warf Google am Montag ein "beunruhigendes Eindringen in die Privatsphäre" vor. "Google muss auspacken", forderte daher Generalstaatsanwalt Richard Blumenthal. "Ihre bisherigen Stellungnahmen haben aber genauso viele Fragen aufgeworfen wie Antworten gegeben."
Die französische Datenschutzbehörde CNIL erklärte vergangene Woche, Google habe nach einer Beschwerde abgefangene persönliche Daten ausgehändigt. Zuvor kritisierte CNIL-Präsident Alex Türk im Finanzblatt La Tribune, dass unter den gesammelten Daten auch Passwörter von Internetseiten und Kreditkartennummern sein könnten: "Das ähnelt dem Abhören von Telefongesprächen." Das CNIL übte zudem harte Vorwürfe: "Google hat sehr wohl Passwörter für den Zugang zu E-Mail-Briefkästen gespeichert. Google hat Teile der Inhalte elektronischer Botschaften aufgenommen." Zudem sei die "Speicherung der Daten ohne Wissen der betroffenen Personen ein Eingriff in das Privatleben" und widerspreche dem Datenschutzrecht, erklärte das Amt. Im September will das CNIL über Strafen entscheiden.
Der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte Edgar Wagner stellte vergangene Woche gegen Google Strafantrag bei allen acht Staatsanwaltschaften des Landes. Das US-Unternehmen habe in allen Städten und vielen Gemeinden von Rheinland-Pfalz Straftaten begangen. Der Leiter der Staatsanwaltschaft Mainz, Klaus-Peter Mieth, bestätigte, bereits eine Vorankündigung des Strafantrags bekommen zu haben. Nun würden die acht Staatsanwaltschaften im Konsens den weiteren Umgang damit prüfen. Nach Paragraf 202b Strafgesetzbuch ist das "Abfangen von Daten" verboten und kann mit einer "Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft" werden. Auch im Telekommunikationsgesetz ist ein Abhörverbot festgeschrieben.
Wegen der Speicherung privater WLAN-Daten leitete die Staatsanwaltschaft Hamburg bereits Mitte Mai ein Ermittlungsverfahren ein. Google stellte dem für Deutschland zuständigen Datenschutzbeauftragten eines der Kamerafahrzeuge für Untersuchungen zur Verfügung und sicherte den deutschen Behörden umfassende Kooperation zu. Außerdem lieferte Google die gesammelten Daten an die Datenschützer in Deutschland, Frankreich und Spanien. Denn auch in Frankreich und Spanien befassen sich die Staatsanwaltschaften mit der Sammlung der WLAN-Daten durch Google. Google hatte zugegeben, seit dem Jahr 2007 private Daten aus offenen Funknetzen erfasst und gespeichert zu haben. Das Unternehmen sammelte diese bei Kamerafahrten für den in Deutschland umstrittenen Dienst Street View, für den es in zahlreichen Ländern ganze Straßenzüge fotografiert. Die gesammelten WLAN-Daten sollten ursprünglich Grundlage für einen Handy-Ortungs-Dienst werden. Allerdings zeichnete Google dabei mehr Daten als gewünscht auf, darunter auch die eingesetzte WLAN-Verschlüsselung und speicherte übertragene Daten aus ungeschützten Funknetzen. Seit Bekanntwerden der Panne sind bis auf weiteres sämtliche Kamerafahrten eingestellt worden.
Quelle: dpa , dapd , t-online.de
Google Fürsprecher schrieb:
am 29. Juni 2010 um 20:24:16
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W-Lan Nutzer selber Schule
Also ich verstehe nicht, was daran ungesetzlich sein soll. (Speziell in Deutschland) laut einem Gerichtsbeschluss,
ist derjenige der sein W-Lan nicht sichert selber schuld. Und wenn die halt so blöd sind, und es nicht sicheren, dann können sie sich auch nicht beschweren. Immerhin hat die Daten ein großes Weltweit angesehen Unternehmen gesammlt. Es hätte natürlich auch eine Bande von klein Kriminellen 24 h alle Datenströme von einem ungesicherten Haus mitschneiden können, so waren es nur 30 sec.
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Bodo schrieb:
am 29. Juni 2010 um 13:36:40
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Google Streetview
Hoffentlich wird in jedem Land mindestens ein Google-Mitarbeiter persönlich haftend in die Pflicht genommen !
Was schreckt
daran, eine Firma zu bestrafen und keiner füllt sich mehr verantwortlich für getroffene Entscheidungen .
Die, die gesagt haben, das diese Informationen gesammelt werden sollen, sollen dafür mit einer Haftstrtafe ! bestraft werden, damit sie die Freiheit und damit verbundene Rechte zu schätzen lernen .
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Klammsi schrieb:
am 27. Juni 2010 um 07:18:54
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Goggle
Na was hat denn Goggle, da alles demacht :-) Hat Google jetzt Probleme! Och, das tut mir aber traurig :-)
Hoffentlich bekommen die
endlich mal einen Denkzettel durch die Behörden verpasst ****ohhhhh yeah****
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