23.02.2010, 15:53 Uhr | afp
Google-Hauptquartier in China mit chinesischer Flagge (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Der US-Internetkonzern Google und Vertreter Chinas setzen ihre Gespräche über Hackerangriffe und Zensurbestimmungen nach Presseinformationen in den kommenden Tagen fort. Wie das "Wall Street Journal" am Dienstag berichtete, werden die Unterredungen nach einer Unterbrechung im Zusammenhang mit den chinesischen Neujahrsfeiern in Kürze weitergehen. Google hatte im Januar damit gedroht, China wegen fortgesetzter Hackerangriffe und Internetzensur nicht mehr zu bedienen.
Am Montag hatte die "Financial Times" berichtet, vermutlich habe ein chinesischer Spezialist für Internetsicherheit ein Teil des Programms entwickelt, mit dessen Hilfe Hacker eine Sicherheitslücke im Internet Explorer von Microsoft ausnutzten. Der unabhängige Programmierer habe unter anderem für die chinesische Regierung gearbeitet, sei aber nicht selbst an den Hackerangriffen beteiligt gewesen, hieß es in dem Bericht. In anderen Berichten war davon die Rede, bei den Ermittlungen seien die Jiaotong-Universität in Schanghai sowie eine Schule in Lanxiang als Quelle für die Hackerangriffe gegen Google ausgemacht worden. Die beiden Einrichtungen und die chinesischen Behörden bestritten jedoch jegliche Beteiligung an den Attacken.
Google hatte nach mutmaßlich aus China stammenden angedroht, sich vom chinesischen Markt zurückzuziehen. Der Internetkonzern kündigte auch an, seine Suchergebnisse in China nicht mehr selbst zensieren zu wollen, was China aber nicht erlauben will. US-Präsident Barack Obama hatte sich "beunruhigt" über die aus China stammenden Hackerangriffe gezeigt und eine Erklärung gefordert. Das US-Außenministerium teilte mit, zwischen chinesischen und US-Diplomaten würden mehrere Treffen abgehalten, um die Angriffe zu diskutieren. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte die US-Internetunternehmen aufgefordert, sich den Zensurbestimmungen autoritärer Regierungen im Ausland zu widersetzen. Sie drohte den Urhebern sämtlicher Hackerangriffe mit Konsequenzen.
Chinas Internet blockt oder filtert politisch heikle Inhalte wie Informationen über Menschenrechtsverletzungen oder über die blutige Niederschlagung der Demokratiebewegung 1989. Auch werden immer wieder Bürgerrechtler unter dem Vorwurf der "Anstiftung zum Umsturz der Staatsgewalt" zu teils hohen Haftstrafen verurteilt, weil sie kritische Aufsätze über die Ein-Parteien-Diktatur in China und Forderungen nach Demokratie im Internet verbreitet hatten.
Quelle: AFP
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