17.05.2010, 08:55 Uhr | dpa, apn, afp
Google gibt Erfassung persönlicher Daten aus WLAN-Netzwerken zu. (Quelle: dpa)
Google hat mit seinen umstrittenen Kamera-Autos für den Dienst Street View entgegen einer ersten Darstellung doch persönliche Daten aus WLAN-Netzwerken eingesammelt. "Das war ein Fehler, den wir zutiefst bedauern und für den wir um Entschuldigung bitten", sagte ein Google-Sprecher. Der Cheftechniker sprach von schwerem Versagen.
Nach eigenen Angaben hat Google von offenen und nicht durch ein Passwort geschützten Funknetzwerken Nutzdaten gespeichert. Bei diesen so genannten Payloads handelt es sich um Datenstücke aus dem Funkverkehr des Netzwerks, die Fragmente von E-Mails oder Inhalte von abgerufenen Webseiten enthalten können. Bislang hatte Google lediglich eingeräumt, von WLAN-Stationen den Verschlüsselungsstatus der Geräte, eine eindeutigen Seriennummer (MAC-Adresse) und den vom Nutzer vergebenen Namen der Funkstation (SSID) gespeichert zu haben.
Jetzt will der Konzern einlenken und das Scannen von Funknetzwerken einstellen. Google kündigte an, das Erfassen von WLAN-Funkstationen durch die Street-View-Autos zu stoppen und auch nicht wieder aufzunehmen. Für das "unabsichtliche" Ausspähen der Daten machte der Google-Sprecher einen Fehler beim Aufsetzen der Scan-Software verantwortlich. In das Programm sei aus Versehen auch Code aus einem anderen Projekt eines Programmierers eingeflossen, in dem der Datenverkehr einer Funkstation vollständig analysiert worden sei. Dieser Fehler sei erst aufgefallen, nachdem man sich bei Google intern mit einem detaillierten Fragenkatalog des Hamburgischen Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar auseinandergesetzt habe.
"Uns ist klar, dass wir schwer versagt haben", erklärte Google-Cheftechniker Alan Eustace im Firmen-Blog. Die Erfassung der Daten sei unabsichtlich erfolgt. Es werde alles getan, damit sich so etwas nicht wiederhole. "Die Aufrechterhaltung des Vertrauens der Menschen ist grundlegend für alles, was wir machen. In diesem Fall haben wir das nicht geschafft."
Bei den gespeicherten Daten handle es sich in der Regel nur um Bruchstücke von Nutzdaten, da der eingesetzte Funkscanner fünfmal in der Sekunde den Empfangskanal wechsle, sagte der Sprecher. Nicht erfasst worden seien verschlüsselte Daten, die beispielsweise im einem Webbrowser mit dem HTTPS-Protokoll geschützt gewesen seien. Dennoch nehme Google den Vorfall sehr ernst und werde nun mit einer "externen Partei" sicherstellen, dass die unrechtmäßig gespeicherten Daten gelöscht werden. Außerdem suche Google in dieser Angelegenheit aktiv den Kontakt zu den Datenschutzbehörden und Regulatoren.
Dennoch stand Google am Wochenende in der Kritik. Aigner warf Google am Samstag im Sender MDR Info vor, sich in illegaler Weise in private Netze eingeloggt zu haben. Die dort gesammelten Daten müssten "sofort und vollumfänglich" gelöscht werden. Die Ministerin sagte, sie habe erst vor 14 Tagen ein Gespräch mit Google geführt. Da habe der Konzern noch abgestritten, dass außer Netzwerk- und IP-Adressen noch andere persönliche Daten gespeichert worden seien. "Jetzt ist es noch viel schlimmer", sagte die Ministerin. "Offenbar weiß die Firma selbst nicht, was sie speichert." Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar forderte derweil eine "detaillierte" Überprüfung des Umgangs von Google mit personenbezogenen Daten durch unabhängige Behörden. Als "höchst ungewöhnlich" kritisierte er die Erklärung, die Panne sei versehentlich geschehen. "Es ist schwer vorstellbar, dass dies erst jetzt aufgefallen ist", so Schaar. "Es stellt sich die Frage, wie wir weiter mit Google umgehen, wie glaubwürdig die Erklärungen des Unternehmens sind."
Quelle: AFP , dapd , dpa
Kathrin R. schrieb:
am 30. November 2011 um 13:35:40
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FB
Seelig heißt das erstens mal und zweitens ist es ja traurigerweise wirklich so!!! Schlimm, schlimm!!!
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Tga schrieb:
am 17. Mai 2010 um 13:15:05
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Google verar...t uns alle.
Google macht das, was jeder Spinner mit einem Auto und einem Laptop aus Langeweile in einer Großstadt macht. Es
ist nicht ok und die armseligen Versuche es als ein Versehen darzustellen, ist ein Verhöhnung des gesunden Menschenverstandes. Aber die Herren Oberbeck und Keuchelt (Google Sprecher/PR) werden dafür ja auch fürstlich entlohnt.
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Metroplis schrieb:
am 17. Mai 2010 um 11:46:27
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WLAN-Daten
Auch wenn Google noch so hilfreich ist, aber es sollte ab sofort blockiert werden. Das sind verbrecherische Aktivitäten die dort
gemacht werden. Die Kamerawagen sollen doch Fotos machen, dazu wird keine Empfangsanlage für Funknetze gebraucht. Die Daten wurden "aus Versehen" gespeichert? Mit einer Kamera? Aber es ist doch nicht verwunderlich wenn Google so etwas macht dort steckt doch der NSA aus den USA dahinter und der will alles wissen.
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