14.05.2009, 10:04 Uhr | Sascha Plischke
Street View Japan: Google muss alle Bilder neu aufnehmen. (Foto: Google)Kamera auf Anfang: Nach zahlreichen Beschwerden muss Google in Japan nun alle bereits gemachten Bilder für seinen Kartendienst Street View neu schießen. Der Grund: Die Kamera auf den Foto-Fahrzeugen sei zu hoch angebracht und könne in die Gärten und Fenster der japanischen Häuser sehen. Google will deshalb guten Willen zeigen und das Material neu aufnehmen. Für das Unternehmen bedeutet das riesige Ausgaben – in Japan hat Google bereits zwölf Millionenstädte abfotografiert.
Das Kamerasystem von Google besteht aus einer High-Tech-Kamera auf einem Mast, der auf dem Dach eines Autos angebracht ist. Die Höhe dieses Masts ist nun der Stein des Anstoßes für die Beschwerden in Japan. Die reicht nämlich, um in den beschränkten persönlichen Freiraum vorzudringen, den Japaner in den gedrängten Metropolen des Landes genießen. Das Google-Auge sieht in Vorgärten, Hinterhöfe und Fenster im ersten Stock. Vierzig Zentimeter will der Konzern die Kamera deshalb nun absenken – und alle Fotos für das japanische Street View neu aufnehmen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Google seine Pläne für Street View nach öffentlichem Druck ändern muss. So hatte der Widerstand in der Bevölkerung in Deutschland Ende vergangenen Jahres dazu geführt, dass der Konzern seine Aufnahmen in Schleswig-Holstein zunächst aussetzen musste. Erst nach einer Einigung mit deutschen Datenschützern will der Konzern seine Kamerafahrten in Deutschland nun wieder aufnehmen, eine deutsche Version des Dienstes soll Ende 2009 veröffentlicht werden.
Auch in Griechenland haben die staatlichen Datenschützer die Aufnahmen erst einmal gestoppt. Zunächst will die Behörde wissen, wie lange Google die Bilder zu speichern möchte. Außerdem will sie Aufklärung darüber, wie Google Bürger, die auf den Bildern eventuell zu sehen sind, über ihre Rechte aufklären wird. Auch in Großbritannien hatten Bürger formelle Beschwerden bei der staatlichen Datenschutzkommission eingereicht. Nach einigen Zugeständnissen konnte Google Street View hier jedoch weiter betreiben.
Sascha Plischke
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