17.12.2007, 09:23 Uhr | Christoph Schmidt
Der Autor steht bei Knol im Mittelpunkt. (Montage: T-Online)Google greift Wikipedia mit einem eigenen Wissens-Projekt an. Die Plattform Knol soll es Interessierten ermöglichen, zu einem Thema ihrer Wahl persönlich signierte Artikel zu verfassen. Dabei tritt der Autor in den Vordergrund, der durch eigene Artikel sogar mitverdienen kann. Zudem grenzt sich Google in wichtigen Details von Wikipedia ab.
Knol soll Menschen zum Schreiben ermutigen, wenn sie zu einem bestimmten Thema fundierte Kenntnisse haben. Der Name leitet sich von dem englischen Begriff Knowledge ab, der Wissen bedeutet. Die Funktionen ähneln denen von Wikipedia – mit einigen wichtigen Ausnahmen.
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Autor steht im Mittelpunkt
Größter Unterschied zu Wikipedia: Nutzer können Artikel nicht verändern, da diese fest mit einem Autoren verbunden sind. Google legt damit den Fokus auf den Verfasser selbst, der mit einem Bild in seinem Artikel vertreten sein wird. Udi Manber, Vize-Präsident der Entwicklungsabteilung bei Google, erklärt die Hintergründe hierfür: "Wir glauben, dass es die Nutzung von Internet-Inhalten verbessern wird, wenn Nutzer wissen, wer diese verfasst hat." Aber auch die Gemeinschaft kommt bei Knol nicht zu kurz.
Gemeinschaft bleibt wichtiger Faktor
Googles Online-Lexikon wird umfangreiche Kommentar- und Bewertungsfunktionen beinhalten. Zudem können konkurrierende Artikel eingestellt werden, was bei Wikipedia nicht möglich ist. In einem Forum sollen künftig rege Diskussionen über Texte geführt werden. Optisch orientiert sich die Plattform an Wikipedia, wobei sie einen moderneren Eindruck macht. Neben verwandten Themen und anderen Artikeln des Autors findet sich auch Kritik von anderen Knol-Nutzern im Artikel.
Umsatzbeteiligung der Autoren
Autoren profitieren nicht nur von der prominenten Stellung, die sie bei Knol einnehmen. Google ermöglicht die Einblendung von Werbung in den Texten, an deren Umsätzen die Autoren wesentlich beteiligt werden sollen. Im Gegensatz zur Wikipedia können damit die Schreiber erstmals Geld mit ihren Beiträgen verdienen. Zudem werde Google dafür sorgen, dass Knols bei Suchanfragen angemessen berücksichtig werden – prominente Platzierungen in den Suchergebnissen inklusive. Lesenswerte Texte könnten so für ihre Urheber angesichts der hohen Werbeumsätze des Suchmaschinenriesen besonders lukrativ werden.
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Google hält sich heraus
Google will mit Knol eine benutzerfreundliche Seite zur Verfügung stellen, mit der Autoren schnell und einfach Artikel online stellen können. Die Bereitstellung im Internet wird kostenlos sein. Google wird dabei Artikel nicht editieren oder einzelne Artikel bevorzugen. Die redaktionelle Verantwortung und Kontrolle liegt bei den Autoren. Zur Zeit befindet sich das Projekt in einer geschlossenen Testphase, für die Google ausgewählte Autoren eingeladen hat. Wann die Seite für jedermann nutzbar sein wird, ist bislang nicht bekannt.
Christoph Schmidt
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