21.04.2010, 13:22 Uhr | t-online.de mit Material der dpa
Google Government Requests: Googles Konflikte mit Regierungen oder Gesetz.
Auf einer Weltkarte veröffentlicht Google künftig weltweit alle Anfragen von Regierungen zum Löschen von Internetseiten. Die Karte zeigt, wie viele Anfragen zur Löschung bestimmter Seiten oder zur Herausgabe von persönlichen Nutzerdaten in den jeweiligen Ländern bei Google eingegangen sind. Damit will auf staatlicher Eingriffe im Internet aufmerksam machen und mehr Transparenz schaffen.
Staatliche und gerichtliche Eingriffe im Internet nehmen derzeit rapide zu, wie Googles Chef-Justiziar David Drummond in einem Blog-Eintrag schreibt. So sei es nicht überraschend, dass Google wie andere Technologiefirmen regelmäßig Anfragen von Regierungen zum Löschen von Inhalten, etwa von kinderpornografischen Seiten, erhalten. Die meisten Anfragen zur Sperrung oder Herausgabe von Daten seien durchaus legitim. Google gehe es mit dem neuen Werkzeug vor allem darum, die Nutzer besser zu informieren. "Wir glauben, dass größere Transparenz zu weniger Zensur führen wird."
Die meisten Anfragen zur Herausgabe von Nutzerdaten gingen von Brasilien (3663), den Vereinigten Staaten (3580) und Großbritannien (1166) aus. In Deutschland registrierte Google 458 Anfragen. Bei den Löschanfragen rangiert Deutschland mit insgesamt 188 auf dem zweiten Platz hinter Brasilien (291). Das Government Request Tool erfasst derzeit Daten aus dem Zeitraum zwischen Juli und Dezember 2009. Die Weltkarte will Google künftig alle sechs Monate aktualisieren.
Die Rangliste sei nach Google-Angaben jedoch nicht repräsentativ. So erhalte das Unternehmen aus Brasilien im Vergleich überdurchschnittlich viele Anfragen, weil dort das zu Google gehörende Soziale Netzwerk Orkut besonders beliebt sei. Die hohe Anzahl von nutzergenerierten Inhalten provoziere auch eine höhere Anzahl staatlicher Eingriffe, etwa wenn strafrechtlich relevante Äußerungen in einem Orkut-Profil auftauchen. In anderen Weltgegenden hat Orkut gegen Konkurrenten wie Facebook keine Chance und kann dort daher auch nicht für Regierungs- oder Justizanfragen sorgen.
t-online.de mit Material der dpa
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