03.12.2010, 12:08 Uhr | Andreas Lerg
Google Earth zeigt den Dieben, wo wertvolle Metalldächer zu holen sind. (Screenshot: t-online.de)
Diebe in England nutzen Google Earth, um wertvolle Metalle unter anderem auch auf Kirchendächern zu finden und zu stehlen. Die Church of England meldet 8000 Diebstähle und beziffert den Schaden auf 23 Millionen Pfund, umgerechnet 27,1 Millionen Euro.
"Der Diebstahl von Blei ist die derzeit schlimmste Bedrohung für die Church of England", erklärte Tony Baldry, der Liegenschaftsverwalter der Kirche von England. Er monierte, dass die meisten der 16.000 Kirchen im Lande auf Google Earth mit Bildern und ausführlichen Informationen zu finden seien. Organisierte Banden würden die Informationen nutzen, um Sakralbauten mit einer wertvolle Bleibedachung zu finden und das Metall zu stehlen. Oft kämen die Diebe wieder, sobald die Bleieindeckung eines Kirchendaches erneuert wurde. Eine Kirche sei bereits 14 mal heimgesucht worden.
Mittlerweile lägen 8000 entsprechende Versicherungsfälle vor und der Schaden belaufe sich auf umgerechnet 27,1 Millionen Euro. Da die Preise für Metall am Weltmarkt steigen, bringt die Tonne Blei im Handel derzeit umgerechnet bis zu 1800 Euro, meldete die Nachrichtenagentur Reuters. Baldry warnte: "Je höher die Marktpreise für Blei sind, um so mehr wird gestohlen." Balrdy forderte von Staat und Polizei Maßnahmen gegen die organisierten Diebesbanden. So sollten häufiger stichprobenartig Schrottplätze und Metallhändler überprüft werden.
Aber nicht nur die Kirchen sind von Metalldiebstählen betroffen. Das britische Heimatministerium beobachtete auch eine Zunahme des Diebstahls von Stromkabeln. Hier sei das wertvolle Kupfer die Beute. Da die Diebe oft unter Spannung stehende Stromkabel abschnitten und stahlen, sei es schon zu Todesfällen gekommen. Außerdem würden die Diebstähle teilweise schon das Stromnetz beeinträchtigen. Auch hier kommt nicht selten Google Earth zum Einsatz, um Überlandleitungen zu finden. Google Earth liefert mit jeder neuen Version bessere und detailreichere Bilder. Anfang Dezember erschien Google Earth 6.
Quelle: Reuters
K. Richter schrieb:
am 4. Dezember 2010 um 18:37:12
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Aburteilen
Google leistet um Profit zu machen vorsätzlich Beihilfe zu schweren Straftaten - mit Google Earth und Street View. Das sollte
entsprechend geahndet werden. Die Gesetze dafür sind da. Sie müssen nur angewandt werden! Darüber hinaus bedarf es an zahlreichen Zivilklagen, um die unerwünschte und ohne Zustimmung der Betroffenen vorgenommene Exhibition von Daten über Privateigentum abzustellen. Verstöße gegen den Datenschutz müssen endlich streng bestraft werden.
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Pessimist schrieb:
am 4. Dezember 2010 um 18:30:43
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Vorhersehbar
Das war absolut vorhersehbar. Wartet mal ab, was durch die Kombination mit Street View und anderen Online-Datenbanken für
abgefahrene Kriminalität über uns alle hereinbricht. Wenn man davor warnt, wird man, von Sympathisanten der Gangster und von vermutlich potentiellen Tätern selbst, als fortschrittsfeindlicher Bedenkenträger gebrandmarkt. Google zwingt uns alle zu vielfältigen Gegenmaßnahmen und die kosten Zeit und Geld. Schadensersatz durch Google ist angesagt!
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Gotti-LU schrieb:
am 4. Dezember 2010 um 12:37:35
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Jammerlappen
Hier sind sie wieder, die ewigen Jammerlappen und Bedenkenträger. Erste Eisenbahn lässt grüßen. Immer dagegen.
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