29.06.2011, 08:38 Uhr | dpa
Google startet die Aufholjagd zu Facebook. Mit dem Projekt Google+ will der Internet-Gigant dem derzeit weltgrößten Online-Netzwerk ordentlich Konkurrenz machen. Dabei soll der Dienst vor allem die Privatsphäre der Nutzer besser schützen als das bei Facebook der Fall ist. So sollen die Nutzer von Google+ einfacher und genauer bestimmen können, mit welchem Teil ihrer Online-Bekannten sie welche Informationen teilen wollen. Der Dienst ist der bisher ambitionierteste Versuch, alte und neue Google-Angebote im sozialen Web zu bündeln.
"Man steht zu unterschiedlichen Leuten in unterschiedlichen Beziehungen", erläuterte für Software-Entwicklung zuständige Google-Manager Vic Gundotra am Dienstag im Firmenblog. Im richtigen Leben teile man das eine mit Freunden von der Uni, anderes mit den Eltern - "und fast nichts mit dem Chef", argumentierte er. "Das Problem ist, dass heute jeder im Web den Stempel "Freund" aufgedrückt bekommt, und das Teilen von Inhalten unter diesem Freundschaftsbrei leidet."
Gundotra spielte damit auf Facebook an. Das weltgrößte soziale Netzwerk hatte zuletzt unter anderem mit versehentlichen und absichtlichen Massenparty-Aufrufen seiner Nutzer in Deutschland und Kritik an der Datenschutzpolitik für Negativschlagzeilen gesorgt. Mit rund 600 Millionen Nutzern weltweit ist Facebook derzeit unumstrittener Marktführer im Bereich der Sozialen Netzwerke.
Mit Google+ lassen sich sogenannte "Circles" (zu deutsch Kreise) von Nutzern anlegen, etwa für den Austausch mit Familienmitgliedern oder den Arbeitskollegen. Der Dienst besteht aus mehreren Bausteinen. Bei "+Sparks" trägt man seine Interessen ein und bekommt dann einen einen Strom an Web-Inhalten zu dem Thema. Mit der Videoplattform YouTube und einem Dienst wie Google News hat der Internet-Konzern hier aus dem Vollen schöpfen. Will man etwas zu dem Thema beitragen, erreicht man die Google-Nutzer mit den selben Hobbys. Die Funktion von Facebooks "Gefällt mir"-Knopf übernimmt dabei die kürzlich gestartete Google-Alternative "+1".
Bei "+Hangouts" sind Videochats in größerer Gruppe möglich oder eine Unterhaltung per Text. Ein weiterer zentraler Baustein heißt "+mobil". Man kann jedes Mal, wenn man etwas bei Google+ einträgt, seinen Standort angeben. Und um das Teilen von Fotos von unterwegs zu erleichtern, gibt es die Funktion "+Sofort-Upload": "Mit eurer Erlaubnis fügt Google+ eure Fotos gleich nach der Aufnahme zu einem privaten Album in der Cloud hinzu, und macht sie für alle eure Geräte verfügbar." Von dort kann man sie mit ausgewählten Menschen teilen.
Weltweit sind 500 Millionen Menschen bei dem sozialen Netzwerk registriert. zum Video
Seit Monaten war darüber spekuliert worden, dass Google an einem Gegenentwurf zu Facebook arbeitet. Bisherige Vorstöße in die Welt der sozialen Netzwerke wie der Dienst Buzz hatten sich eher als Fehlschlag erwiesen, das Google-Netzwerk Orkut war nur in einigen Ländern erfolgreich. Google ist aber praktisch gezwungen, Facebook etwas entgegenzusetzen, weil immer mehr Leute immer mehr Zeit dort verbringen – Zeit, die Google entgeht. Beide Internetfirmen machen ihr Geld mit Werbung und deshalb ist es für sie überlebenswichtig, dass möglichst viele Menschen ihre Seiten besuchen.
Facebook experimentiert zudem gemeinsam mit dem Google-Erzrivalen Microsoft an einer "Sozialen Internet-Suche", bei der Informationen aus dem Bekanntenkreis eines Nutzers stärker im Vordergrund stehen. Damit kam das Google-Kerngeschäft direkt ins Visier – der Internet-Konzern verdient sein Geld immer noch vor allem mit Anzeigen im Umfeld der Suchergebnisse. Google-Mitbegründer Larry Page soll bei seiner Rückkehr an die Konzernspitze im Frühjahr den Erfolg bei sozialen Online-Diensten zu einer Top-Priorität ausgerufen haben.
Google+ läuft vorerst lediglich im Testbetrieb mit ausgewählten Nutzern. "Das Projekt kann momentan nur auf Einladung genutzt werden", schrieb Gundotra. Wann es für die Allgemeinheit freigeschaltet wird, ist unklar.
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Quelle: dpa
Facebookerin schrieb:
am 29. Juni 2011 um 16:08:30
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Datenschutz
Ja klar! Google schützt die Privatsphäre VIEL besser als alle anderen. Wer`s glaubt... Und für alles andere gibt`s Facebook,
bei dem man übrigens alles bestens schützen und einstellen kann. Wer das nicht tut hat selber schuld.
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ursus schrieb:
am 29. Juni 2011 um 10:39:42
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Facebook und Co.
Für was braucht man solche Plattformen eigentlich, einen wahren Nährwert haben die keine, alles bla-bla. Da ziehe ich
Treffen mit Freunden allemal vor. Virtuelle Freundschaften braucht man doch nicht wirklich. Menschen sollen ihre Zeit besser in der Natur und unter Leute verbringen als am PC.
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bremer schrieb:
am 29. Juni 2011 um 10:11:39
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hmm
Zitat:"Dabei soll der Dienst vor allem die Privatsphäre der Nutzer besser schützen ...", und gerade das soll ich Google glauben?Ist klar
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