21.09.2011, 11:51 Uhr | Andreas Lerg
Google hat seinen Facebook-Konkurrenten Google+ jetzt für alle Nutzer geöffnet. Gleichzeitig spendiert der Suchmaschinengigant seinem sozialen Netzwerk mehrere neue Funktionen wie den Video-Chat Hangout auf Smartphones und verschiedene Gruppenfunktionen.
Google hat den Zeitpunkt zur öffentlichen Freischaltung von Google+ geschickt gewählt. Am Donnerstag hält Facebook seine jährlichen Entwicklerkonferenz f8 ab. Dort werden mit Sicherheit einige neue Funktionen präsentiert. Deshalb hat Google kurz davor eigene Neuerungen für Google+ aus dem Hut gezaubert und stellt sein soziales Netzwerk jetzt auch offen für jedermann zur Verfügung. Damit endet die im Juni gestartete geschlossene Beta-Phase, in der nur ausgewählte Nutzer Google+ ausprobieren konnten.
Google+ bietet mit Hangout einen Video-Chat, der auch mehr als zwei Nutzer zusammen schalten kann. Google hat diese Funktion jetzt auf für Smartphones gestartet. Die Android-App unterstützt schon den Video-Chat und eine App für Apples iPhone soll bald folgen. Weiterhin wird derzeit auch eine Live-Übertragung von Videostreams getestet.
Google bietet ab sofort auch seine eigentliche Kerntechnologien innerhalb von Google+ an: Die Suchfunktion. Über die Eingabezeile kann der Anwender jetzt andere Google+-Nutzer aber auch Internetinhalte finden, ohne Google+ verlassen zu müssen. Es darf vermutet werden, dass bald auch der Zugang zu Google Maps innerhalb des sozialen Netzwerkes möglich ist. Schließlich bietet Google mit Latitude einen Standort-basierten Dienst, bei dem auch Google Maps eingebunden ist und der sich für soziale Funktionen anbietet.
Google testet weiterhin verschiedene Funktionen, mit denen Gruppen gleichzeitig Inhalte betrachten und sogar bearbeiten können. So können Google+-Nutzer gemeinsam Bilder zeichnen und Dokumente zusammen erstellen und bearbeiten. Auch Fotos können gemeinsam betrachtet werden. Und wer auf Google+ Spiele zockt, kann seine Highscores jetzt mit anderen teilen.
Bereits Mitte September gab der Suchmaschinengigant die Google+-API frei, damit Programmierer Apps und Software für Google+ entwickeln können. Mittlerweile steht auch die Schnittstelle für Hangout zur Verfügung, damit der Video-Chat in externe Programme eingebunden werden kann.
Dennoch wird es Google vorerst schwer haben, mit seinen bisher 25 Millionen Google+-Nutzern Facebook mit bald 800 Millionen Nutzern ernsthaft Konkurrenz zu machen. Es dauert eine ganze Zeit, bis sich ein Nutzer in einem sozialen Netzwerk etabliert hat. Ein Freundeskreis entsteht nicht über Nacht und den kann man ebenso wenig zu einem anderen sozialen Netzwerk mitnehmen, wie die zahlreichen Fotos, Videos und Beiträge, die im Laufe der Zeit erstellt wurden. Daher werden viele Nutzer einen Umzug von Facebook zu Google+ scheuen und kaum jemand nutzt wirklich zwei soziale Netzwerke parallel.
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Andreas Lerg
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