29.06.2010, 09:04 Uhr | Andreas Lerg
Über 40 Prozent der Deutschen ändern niemals die wichtigen Passwörter und PIN für Online-Banking, E-Mail oder das Handy. Das hat eine aktuelle Forsa-Studie im Auftrag des Branchenverbands Bitkom ergeben. Oft sind die Passwörter zudem noch viel zu primitiv. Wird dann das gleiche Passwort sogar für verschiedene Dienste und Internetseiten benutzt, gehen die Nutzer ein immenses Risiko ein.
Die Umfrage des Forsa-Institutes ergab, dass nur jeder Sechste der Befragten (17 Prozent)die wichtigsten Passwörter und PIN wenigstens einmal alle drei Monate ändert. Weitere sechs Prozent wechseln die Kennworte einmal pro Halbjahr und elf Prozent einmal im Jahr. Der Löwenanteil der Befragten, immerhin 41 Prozent, tauschen ihre Passwörter gar nicht aus. Die Befragung zeigte auch, dass Männer ein höheres Sicherheitsbewusstsein haben als Frauen, denn Männer wechseln ihre Zugangskennungen deutlich häufiger. Ähnliche Ergebnisse auch beim Alter, denn je älter ein Nutzer ist, um so seltener modifiziert er sein Passwort. Wie Bitkom bereits zuvor ermittelte, geben 40 Prozent der Deutschen ihr Passwort auch an andere weiter.
Bitkom-Präsidiumsmitglied Prof. Dieter Kempf rät: "Viele Deutsche leben nach dem Motto: Ein gutes Passwort hält ein Leben lang. Bei Passwörtern zahlt sich Treue nicht aus - die wichtigsten Passwörter sollten alle drei Monate geändert werden." Wie der aktuelle Fall des Hackers Croll zeigt, sind einfache Passworte ein schlechter Schutz. Der junge Franzose war nicht etwa genialer Hacker. Er hat die Twitter-Passworte von Barack Obama aber auch Britney Spears schlichtweg erraten. Primitive Passworte wie Geburtstage, Namen von Haustieren oder Kindern und ähnliches sind leicht zu ermitteln. Fatal ist in diesem Zusammenhang auch, nur ein einziges Passwort für verschiede Dienste und Internetseiten zu verwenden. Hat ein Hacker dieses Passwort erbeutet, erhält er Zugang zu allen damit abgesicherten Diensten und Internetseiten. Daher sollte für jeden Dienst und für jede Internetseite ein separates Passwort benutzt werden.
Jeder Browser und viele andere Programme ermöglicht heutzutage, Passwörter abzuspeichern und beim erneuten Anmelden automatisch einzutragen. Doch gefährliche Trojaner wissen genau, wo Passwortdateien zu finden sind und lesen diese aus. Als Alternative bieten sich Programme an, die Passwörter sicher und geschützt abspeichern. Verschiedene digitale Schädlinge überwachen Tastatureingaben und fangen Passwörter ab, während der Nutzer sie eintippt. Daher gehört nach dem Beseitigen eines Virus auf einem Computer die Vergabe neuer Passwörter zu den Pflichtmaßnahmen. Ein gutes Passwort besteht aus einer zufälligen Folge von Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen.
Andreas Lerg
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