07.07.2009, 15:01 Uhr | pcwelt.de
Das Corsair P128 SSD CMFSSD-128GBG2D macht keine halben Sachen: Während sich die SSD-Konkurrenz immer noch ohne Pufferspeicher auf den Markt traut, verbaut Corsair üppige 128 MB Cache. Das macht sich bei der Transferleistung bezahlt. Das Corsair-SSD hebt das Tempo in der Preisklasse bis 300 Euro auf ein neues Leistungsniveau. Insbesondere bei den Praxis-Datenraten von bis zu 95 MB/s konnte das P128-Modell überzeugen. Das Corsair-SSD ist aber nicht nur schnell, sondern auch clever:
Das Corsair P128 SSD CMFSSD-128GBG2D kann sich selbst regenerieren, wenn Sie es eine Stunde verschnaufen lassen. Möglich macht das die brandneue Firmware-Version VBM18C1Q, die einen ausgefeilten Algorithmus zur "Auffrischung" der Flash-Zellen mitbringt. Hintergrund: So lange der SSD-Controller Daten in freie Zellen schreiben kann, arbeitet das SSD mit voller Geschwindigkeit. Aber sobald der Controller Daten in bereits beschriebene Flash-Zellen schreibt, muss er zunächst die Daten auslesen. Dadurch verzögert sich der Schreibvorgang.
Dieses Problem verschärft sich, weil der Fragmentierungsgrad von gespeicherten Dateien zunimmt, oder anders ausgedrückt: Die Anzahl der Flashzellen, auf die eine Datei verteilt ist, erhöht sich nach und nach. Deshalb sinkt mit zunehmender Nutzungsdauer vor allem die Schreibleistung eines SSD. Beim Corsair P128 SSD CMFSSD-128GBG2D etwa sackt die durchschnittliche sequenzielle Schreibrate von knapp 180 MB/s auf rund 110 MB/s ab – das SSD arbeitet also nur noch mit circa 60 Prozent der Ausgangsleistung.
Der Auffrischungs-Algorithmus stellt die volle Leistungsfähigkeit des SSD wieder her, indem er die gespeicherten Daten defragmentiert und dem Controller quasi unberührten Speicherplatz zur Verfügung stellt und zuweist. Das Geniale an der sprichwörtlichen Frischzellenkur: Sie müssen sich um nichts kümmern. Der Algorithmus startet automatisch, sobald Sie den Computer ausschalten, neu starten und ihn dann eine Stunde im Bereitschaftszustand laufen lassen.
Preis
Corsairs P128 SSD CMFSSD-128GBG2D basiert auf MLC-Flashspeicher, der deutlich günstiger zu haben ist als SLC-Zellen. Das untere Preisende für ein MLC-SSD markiert derzeit das nicht empfehlenswerte Kingston SSD Now V-Series SNV125-S2 64GB mit knapp 2 Euro pro Gigabyte. Für ein sehr gutes MLC-SSD wie etwa das Super Talent Ultradrive ME FTM28GX25H müssen Sie mindestens 2,40 Euro pro Gigabyte anlegen. Corsair bietet nun mit dem P128-SSD Spitzentempo für ein paar Cent Aufpreis:
Die nutzbare Kapazität des Corsair P128 SSD CMFSSD-128GBG2D beträgt nach NTFS-Formatierung 119,5 GB. Damit kostet das Gigabyte bei einem Straßenpreis von aktuell rund 300 Euro nur 2,51 Euro – das Corsair P128 hat also ein sehr günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis. Natürlich ist das dennoch ein stolzer Preis – immerhin der Gegenwert eines Einsteiger-PC mit SATA-Festplatte. Dafür bekommen Sie aber auch einen robusten, geräuschlosen und Strom sparenden Massenspeicher, der in der Praxis zwei bis dreimal so schnell Daten verarbeitet als eine herkömmliche Festplatte.
Ausstattung
Corsair verbaut im P128 SSD CMFSSD-128GBG2D ausschließlich Samsung-Technik: Das SSD arbeitet mit 16 Flash-Speicherchips des Typs Samsung 919 K9HCGZ8U5M SCK0, die eine Bruttokapazität von jeweils 8 GB aufweisen. Sechs Flash-Chips beherbergt die Vorderseite der SSD-Platine, zehn die Rückseite. Der SATA-300-Controller S3C29RBB01-YK40 des Corsair-SSD ist ein alter Bekannter, der bereits beim 256-GB-SSD Samsung MMDOE56G5MXP-0VB zum Einsatz kommt. Der 128 MB große Cache-Baustein zur Datenpufferung basiert auf dem DDR-SDRAM-Chip Samsung K4X1G323PD-8GC6.
Der Energieverbrauch des Corsair P128 SSD CMFSSD-128GBG2D liegt laut Hersteller im Bereitschaftszustand bei 0,15 Watt – der drittniedrigste Wert aller bisherigen SSD-Modelle im Test. Beim Zugriff soll sich das Corsair P128 deutlich stromhungriger zeigen: Mit 1,5 Watt kommt das SSD-Modell auf einen akzeptablen Verbrauchswert – anspruchsvolle SSD-Modelle genehmigen sich bis zu 2,5 Watt. Die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (Mean Time Between Failures, MTBF) liegt laut Corsair bei einer Million Stunden. Für ein SSD ist das wenig, andere Modelle bieten 1,5 oder sogar 2 Million Stunden. Dafür liegt die Stoßfestigkeit im Betrieb bei sehr guten 1500 G.
Transferleistung
Wichtig für den Alltagseinsatz ist die Praxis-Datenrate und nicht die sequenzielle Transferleistung mit der die Hersteller gerne werben. Die Praxis-Datenrate ermitteln wir mit charakteristischen Lese-, Schreibe- und Kopiervorgängen. Das Corsair SSD P128 CMFSSD-128GBG2D legte im Lesetest gleich fulminant los und kam auf exzellente 94,7 MB/s. Damit ist das Corsair P128 das bis dato zweitschnellste SSD-Modell im Test und musste sich nur der sündhaft teuren SLC-Variante Intel X25-E SSDSA2SH032G1C5 (106,0 MB/s) geschlagen geben.
Das Corsair SSD P128 CMFSSD-128GBG2D konnte auch im Praxis-Schreibtest mit 81,7 MB/s überzeugen. Damit stellt das Corsair P128 einen neuen Bestwert unter den SSDs bis 300 Euro auf und verdrängte den bisherigen Spitzenreiter Super Talent Ultradrive ME FTM28GX25H – wenn auch denkbar knapp. Dafür lies das Corsair P128 beim Kopier-Test den schärfsten SSD-Konkurrenten im Regen stehen: Das Corsair SSD P128 CMFSSD-128GBG2D erzielte mit 94,3 MB/s das bisher viertbeste Ergebnis aller SSD-Modelle im Test und war damit fast 14 Prozent schneller als das etwas preisgünstigere Ultradrive.
Sequenzielle Datenraten
Das Corsair SSD P128 CMFSSD-128GBG2D bot hervorragende sequenzielle Datenraten. Über alle sechs Messungen war das 128-GB-SSD die zweitschnellste Festplatte in der 300-Euro-Klasse und musste sich nur knapp dem Ultradrive-Rivalen geschlagen geben: Die maximale Transferrate des Corsair P128 betrug beim Lesen fast 233 und beim Schreiben knapp 196 MB/s. Im Vergleich zum Ultradrive war das Corsair SSD P128 CMFSSD-128GBG2D damit rund 4 Prozent langsamer.
Die mittlere Lese- und Schreibrate des 128-GB-SSD lag bei knapp 232 beziehungsweise gut 179 MB/s – ebenfalls sehr gut. Minimal waren es beim Lesen und Schreiben knapp 224 respektive gut 133 MB/s. Unterem Strich bietet das Corsair SSD P128 CMFSSD-128GBG2D somit konstant hohe Leseraten, während die minimale Schreibrate nur knapp 68 Prozent der Maximalleistung erreicht. Im Vergleich zum Ultradrive-SSD bewegte sich das Corsair P128 damit fast auf Augenhöhe. Lediglich bei der minimalen Schreibrate zeigte sich ein deutlicher Unterschied – das Corsair-SSD war hier 22 Prozent langsamer.
Zugriffszeiten
Die Zugriffszeiten des Corsair P128 SSD CMFSSD-128GBG2D waren außergewöhnlich niedrig: Die durchschnittliche Zugriffzeit betrug 0,09 Millisekunden. Noch reaktionsschneller war bisher nur ein SSD: Das kostspielige SLC-SSD Intel X25-E mit 0,08 Millisekunden. Das Nachsehen hatte hingegen der direkte MLC-Konkurrent Ultradrive, der sich mit einer durchschnittlichen Zugriffzeit von 0,21 Millisekunden gut doppelt so viel Zeit lies.
Mit 0,10 Millisekunden zeigte sich das Corsair P128 SSD CMFSSD-128GBG2D auch bei Fullstroke-Zugriff ausgesprochen reaktionsschnell. Im SSD-Testfeld konnte wiederum nur das Intel X25-E diese Zeit mit 0,08 Millisekunden unterbieten. Das Super Talent Ultradrive ME FTM28GX25H hingegen benötigte mit 0,21 Millisekunden erneut mehr als doppelt so lange für den Fullstroke als das Corsair P128.
Fazit Corsair P128 SSD CMFSSD-128GBG2D
Das Corsair P128 SSD CMFSSD-128GBG2D mischt die 300-Euro-Klasse auf. Dank der exzellenten Praxis-Datenraten, der sehr guten sequenziellen Transferleistung und den pfeilschnellen Zugriffszeiten, holt sich das Corsair-SSD nicht nur den Testsieg in dieser Preisklasse, sondern räumt auch noch unsere Empfehlung "Tempo-Tipp" ab. Und dank des Auffrischungs-Algorithmus garantiert Ihnen das Corsair P128 auch eine gleich bleibend hohe Geschwindigkeit. Achten Sie beim Kauf des Corsair P128 SSD CMFSSD-128GBG2D aber unbedingt auf die Firmware-Version VBM18C1Q.
Doch damit nicht genug. Dank des sehr günstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses – pro Gigabyte zahlen Sie beim Corsair P128 SSD CMFSSD-128GBG2D aktuell 2,51 Euro – geht die Flash-Festplatte auch noch als neue Preistipp-Empfehlung der SSDs bis 300 Euro aus diesem Test hervor. Positiv zu bewerten ist auch der niedrige Stromverbrauch und die hohe Schockfestigkeit des Corsair-SSD. Einziger Wermutstropfen des Corsair P128 SSD ist die vergleichsweise niedrige MTBF von einer Million Stunden.
Alternativen
Sie wollen das schnellste Solid State Drive, das es für Geld zu kaufen gibt? Dann empfehlen wir Ihnen das SSD Intel X25-E SSDSA2SH032G1. Für das 32-GB-SSD mit SLC-Technik müssen Sie allerdings derzeit mit knapp 12 Euro pro Gigabyte fast fünfmal so viel auf die Ladentheke blättern.
2,5-Zoll-Solid-State-Drive (SSD) bis 300 Euro | |
Corsair P128 SSD CMFSSD-128GBG2D | |
Gesamtnote | sehr gut (1,35) |
Anbieter | Corsair |
Weblink | |
Preis | rund 300 Euro |
Hotline | - |
Garantie | 24 Monate |
Corsair P128 SSD CMFSSD-128GBG2D | |
BEWERTUNG (0-100 Punkte) | |
Tempo (60%) | 100 |
Ausstattung (30%) | 100 |
Service (10%) | 29 |
Gesamtwertung | 93 von 100 |
Preis-Leistung | sehr günstig |
Corsair P128 SSD CMFSSD-128GBG2D | |
TESTERGEBNIS | |
Formatierte Kapazität | 119 GB |
Preis pro GB | 2,51 Euro |
Zugriffszeiten | |
Durchschnitt | 0,09 Millisekunden |
Fullstroke | 0,10 Millisekunden |
Praxis-Übertragungsraten | |
Lesen | 94,7 MB/s |
Schreiben | 81,7 MB/s |
Kopieren | 94,3 MB/s |
Sequentielle Übertragungsraten | |
Lesen maximal | 232,9 MB/s |
Lesen durchschnittlich | 231,7 MB/s |
Lesen minimal | 223,6 MB/s |
Schreiben maximal | 195,6 MB/s |
Schreiben durchschnittlich | 179,3 MB/s |
Schreiben minimal | 133,3 MB/s |
Corsair P128 SSD CMFSSD-128GBG2D | |
TECHNISCHE DATEN | |
Nennkapazität (GB) | 128 |
Schnittstelle | SATA-300 |
Speicherzellen-Typ | MLC |
Speicherchip-Typ | Samsung 919 K9HCGZ8U5M SCK0 |
Speicherchip-Organisation | 16 x 8 GB |
Controller-Typ | Samsung S3C29RBB01-YK40 |
Controller-Protokoll | SATA-300 |
Bridge-Chip, Typ | - |
Cache (MB) | 128 |
Schockfestigkeit (aus, G) | 1500 |
Schockfestigkeit (Betrieb, G) | 1500 |
Abmessungen (Länge x Breite x Höhe in mm) | 100 x 70 x 7 |
Gewicht (g) | 80 |
MTBF (h) | 1.000.000 |
Verbrauch, Leerlauf (Watt) | 0,15 |
Verbrauch, Zugriff (Watt) | 1,5 |
Quelle: PC-Welt
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