
01.04.2010, 16:42 Uhr | Spiegel Online
US-Filmindustrie klagt erfolgreich gegen die Torrent-Seite Isohunt. (Screenshot: t-online.de) (Quelle: t-online.de)
Die US-Filmbranche scheint mit ihrem juristischen Feldzug gegen die Betreiber von Bittorrent-Sammelseiten nach und nach Erfolg zu haben. Nun steht dem Betreiber der extrem populären Seite Isohunt.com eine Verfügung ins Haus, die sein Angebot de facto zerstören dürfte.
Ein US-Richter hat angeordnet, dass die Bittorrent-Suchmaschine Isohunt alle Inhalte entfernen muss, die Urheberrechte verletzen könnten. Bei Isohunt finden sich Dateien, die mit Hilfe einer speziellen Bittorrent-Software zum Download von Musik- oder Videodateien genutzt werden können. Darunter stets auch aktuelle Kinofilme und Fernsehserien - deshalb ist die Seite der Motion Picture Association of America (MPAA) seit langem ein Dorn im Auge.
Der Betreiber der Seite, der 27-jährige Gary Fung, rechnet "Wired" zufolge mit dem vorläufigen Ende von Isohunt. Die Seite ist nach Mininova und The Pirate Bay die dritte große Torrent-Suchmaschine, die mit solchen Verfügungen konfrontiert wird. Mininova ist mittlerweile weitgehend frei von Verweisen auf urheberrechtsgeschütztes - und damit für Nutzer besonders interessantes - Material. The Pirate Bay entzieht sich den Begehrlichkeiten der Branche noch immer.
Überzeugt hat Richter Stephen Wilson in Los Angeles eine Stichprobe, die die Branchenvereinigung MPAA in Auftrag gegeben hatte. Die habe gezeigt, dass "mehr als 95 Prozent aller Torrent-Dateien auf den Websites des Beschuldigten" auf urheberrechtsverletzendes Material verwiesen oder doch zumindest auf solches, das "höchstwahrscheinlich Urheberrechte verletzt".
Am 23. März erging die Verfügung, dass dies in Zukunft zu unterbleiben sei, 14 Tage wurden Fung zur Umsetzung zugestanden. Wenn der 27-Jährige jedoch alle Verweise auf Torrent-Dateien von seiner Seite entfernt, kann er sie ebenso gut dicht machen. Wenn er die Anordnung wörtlich nehme "bedeutet das nicht weniger, als unsere Suchmaschine abzuschalten", so Fung laut "Wired". Die Anordnung bezieht sich neben Isohunt auch noch auf die Sites Torrentbox und Podtropolis.
Fung hatte noch versucht, das Gericht zu einer Einschränkung zu bewegen: Ars Technica zufolge hatte er vorgeschlagen, die MPAA möge ihn mit einer Liste von ihrer Meinung nach Urheberrechte verletzenden Dateien versorgen, die er dann aus seinem Angebot entfernen würde. Ars Technica zufolge lehnte der Richter dies jedoch ab. Das Gericht hat den beiden Seiten bis 12. April Zeit gegeben, zu einer Einigung zu kommen - dass die MPAA sich aber auf irgendwelche Vereinbarungen mit Fung einlassen wird, erscheint mehr als unwahrscheinlich.
Quelle: Spiegel Online
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