13.07.2010, 10:16 Uhr | Andreas Lerg mit Material von apn
In den USA kostet ein raubkopiertes Lied derzeit 2250 US-Dollar Strafe, umgerechnet 1800 Euro. (Symbolbild: dpa)
Eine drakonische Strafe für einen Musikpiraten ist in den USA drastisch reduziert worden. Der Student Joel Tenenbaum muss nach einem neuen Richterspruch statt ursprünglich 675.000 US-Dollar Schadenersatz nur noch 67.500 US-Dollar zahlen. Bei lediglich 30 aus dem Internet illegal geladenen Liedern ist dies nach wie vor eine harte Strafe. Der klagende Verband der US-Musikindustrie will das Urteil anfechten und Berufung einlegen. Dabei scheint sich in den USA derweil eine Standardstrafe für geklaute Lieder durchzusetzen.
Joel Tenenbaum gehört zu den bekanntesten Musikpiraten der Welt. Der US-Student wurde in einem viel beachteten Gerichtsprozess im Juli 2009 zur Schadenersatzzahlung in Höhe von 675.000 Dollar verurteilt. Dabei hatte Tenenbaum nur 30 Lieder illegal über die Tauschbörse Kazaa heruntergeladen und an andere Nutzer weitergegeben. US-Bezirksrichterin Nancy Gertner hat diese Summe vergangenen Freitag in einem Berufungsverfahren drastisch um 90 Prozent reduziert. Tenenbaum soll nun pro geklautem Song umgerechnet etwa 1800 Euro zahlen - insgesamt fast 54.000 Euro. "Auch das ist eine Rechnung, die Joel nicht zahlen kann", schrieb Debbie Rosenbaum auf der Internetseite Joel Fights Back.
Die Höhe der ursprünglichen Strafe sei verfassungswidrig und "völlig unverhältnismäßig", sagte Richterin Gertner. Der neu angesetzte Schadenersatz sei immer noch hoch genug, um Nutzer von illegalem Filesharing abzuschrecken und die betroffenen Plattenfirmen angemessen zu entschädigen. Dem US-Musikindustrieverband Recording Industry Association of America (RIAA) fiel die neue Strafe indes zu niedrig aus. "Die Richterin hat fälschlicherweise den immensen wirtschaftlichen und künstlerischen Schaden nicht anerkannt, der durch die illegale kostenlose Verbreitung von hunderten von Liedern an Millionen Fremde in Tauschbörsen entsteht", sagte ein RIAA-Sprecher laut PC Magazine. Der Verband will das Urteil anfechten.
Die gleiche Summe von umgerechnet 1800 Euro pro illegalem MP3-Download setzte ein Gericht im US-Bundesstaat Minnesota in einem ähnlichen Fall fest. Dort war Jammie Thomas-Rasset zunächst zu 1,92 Millionen US-Dollar (1,53 Millionen Euro) verurteilt worden, weil sie 24 Lieder heruntergeladen und über eine Tauschbörse angeboten hatte. Richter Michael Davis reduzierte die Strafe nachträglich auf etwa 54.000 US-Dollar. So scheint sich in den USA der Standardsatz von etwa 1800 Euro für einen einzelnen MP3-Download durchzusetzen. Auch das Verfahren gegen Thomas-Rasset geht nach einem Einspruch der RIAA im Oktober dieses Jahres in die nächste Runde.
Quelle: t-online.de , dapd
Ludwig schrieb:
am 28. Oktober 2010 um 12:40:01
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ein Lied kostet als Kaufdownload keinen $
wie oft soll der Delinquent die Stücke denn weitergegeben haben. Demnach müsste er diese ja
millionenfach weitergegeben haben, was ich als unwahrscheinlich ansehe, selbst tausenfach wäre übertrieben. Rechnerich 30 Songs einen Monat angeboten würde etwa 30x30x ~(1-5=3)=2700 Uploads ergeben (obwohl es tatsächlich wohl eher noch weniger waren), was einer Umsatzeinbuße (nicht Gewinn) von nicht mal 3000$ entspräche. Zumale dem es 1000e Internetradios gibt, die das millionenfache uploaden. lächerlich.
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oliver schrieb:
am 13. August 2010 um 08:02:55
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für musik zahle ich nicht
wenn ich den titel nicht umsonst bekomme, kaufen tu ich ihn auch nicht. dann hab ich ihn eben nicht, basta.
irgendwie und irgendwo bekomme ich den titel schon für lau! din eh kein musikfreak. halte dies alles für überzogen. die rechnung der MI ist ne milchmädchenrechnung! es gibt ausserdem genug möglichkeiten an musik zu kommen, auch ohne tauschbörse. ist zwar ein bisschen arbeit, dafür muss ich keine strafen zahlen. ich brauch keine tauschbörse. die strafen sind abzocke, überzogen und ungerecht
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Marv schrieb:
am 9. August 2010 um 21:19:41
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1-3€ Wert = 1800€ Strafe?
Selbst die geminderte Strafe ist aus meiner Sicht ein absoluter Witz!!!! Wieviel kostet ein Track im internet?
1-3€!
Das ist ein Verhältniss von 600-1800:1 also der nächste Musiker/Produzent oder einer deren Anwälte sollte im gleichen Rahmen bestraft werden, heißt bei mir soviel wie: 50000€ Steuern hinterzogen = 3000000€-9000000€ Strafe. Aber wo kommen wir hin wenn in dieser Welt alle gleich behandelt werden würden. Mein Mitleid hält sich den Musikern und co. gegenüber in Grenzen.
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