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Filesharing: RIAA bezwingt LimeWire vor Gericht

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Musikindustrie bezwingt LimeWire vor Gericht

14.05.2010, 12:03 Uhr | Jens Müller

Filesharing-Software LimeWire nach Gerichtsurteil vor dem Aus. (Foto: dpa)

Filesharing-Software LimeWire nach Gerichtsurteil vor dem Aus. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Die kultige Filesharing-Software LimeWire steht in seiner bisherigen Form vor dem Aus. Die gleichnamige Software-Firma hat in einem langjährigen Rechtsstreit mit der Musikindustrie verloren. Jetzt droht LimeWire ein ähnliches Schicksal wie seinerzeit dem Filesharing-Pionier Napster.

Die amerikanische Musikindustrie hat vor einem US-Gericht gegen das Software-Unternehmen LimeWire gewonnen. Das Bezirksgericht in New York urteilte, dass die Firma für die verursachten Urheberrechtsverletzungen haften müsse. LimeWire produziert eine gleichnamige Filesharing-Software, die seit einigen Jahren zu den beliebtesten Programmen von Tauschbörsen-Nutzern zählt. 60 Prozent der amerikanischen Musikpiraten setzen die Software ein, die aber auch hierzulande einen gewissen Kultstatus besitzt und bei einigen Download-Seiten zu den am häufigsten heruntergeladenen Programmen zählt. Insgesamt soll LimeWire weltweit über 200 Millionen Mal im Internet heruntergeladen worden sein, erklärten Vertreter der Musikindustrie in dem bereits seit 2006 fortwährenden Rechtsstreit. Geklagt hatte eine Allianz der größten US-Musikunternehmen.

LimeWire-Gründer persönlich schuldig gesprochen

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Nutzer von LimeWire eine beträchtliche Menge an Urheberrechtsverletzungen begangen hatten und das Unternehmen nicht genug getan hätte, um den illegalen Tausch von geschützter Musik und von Filmen zu unterbinden. LimeWire-Gründer Mark Gorton wurde persönlich der Urheberrechtsverletzungen schuldig gesprochen. "Die Beweislage zeigt, dass die Funktionen von LimeWire optimiert wurden, um zu gewährleisten, dass Nutzer digitale Aufnahmen herunterladen können. Der Großteil davon ist urheberrechtlich geschützt", zitierte der Branchendienst CNet die Richterin Kimba Wood.

LimeWire soll in legalen Dienst umgewandelt werden

Der Verband der US-Plattenfirmen Recording Industry Association of America (RIAA) feierte das Urteil als "außergewöhnlichen Sieg" gegen einen der größten Filesharing-Dienste in Amerika. Allerdings bedeutet das Urteil keinesfalls das sofortige Ende von LimeWire. Am 1. Juni werden sowohl die Software-Firma als auch Vertreter der klagenden Plattenfirma sowie ein Richter die weiteren Schritte besprechen. "Es geht nicht darum, etwas abzuschalten. Es geht darum, etwas auf legale Füße zu stellen", sagte RIAA-Anwalt Steven Marks der Nachrichtenagentur AP. Ein erster logischer Schritt wäre dennoch das Abschalten der Filesharing-Funktion.

RIAA verlangt saftigen Schadenersatz

Außerdem geht es der RIAA um Geld. "Wir finden, dass ein hoher Schadenersatz angemessen ist", erklärte Marks der New York Times. Die RIAA soll die maximale, gesetzlich festgelegte Summe von 150.000 US-Dollar pro Lied verlangen. Die Anzahl der illegalen Werke soll in die Millionen gehen. Unklar ist noch, ob LimeWire-Gründer aufgrund des Schuldspruch selbst für Schadenersatz aufkommen muss.

Ereilt LimeWire das Schicksal von Napster?

LimeWire-Boss George Searle kündigte bereits am, im Geschäft bleiben zu wollen, um "innovative Produkte und Dienste für den Endnutzer zu erschaffen und mit der gesamte Musikindustrie zusammenzuarbeiten, um dieses Ziel zu erreichen". Experten rechnen LimeWire allerdings keine großen Chancen ein. "Für sie ist es ein verhängnisvolles Urteil", sagte Medienanwalt Michael Page zu CNet. "Wenn sie ihren Dienst nicht abschalten, wird die Gegenseite sicherlich eine einstweilige Verfügung beantragen und dann kann LimeWire nur noch den Schadenersatz ausrechnen." Wie das Unternehmen allerdings eine mögliche Millionenforderung der Musikindustrie bezahlen soll, ist unklar. Zwar vertreibt LimeWire eine Bezahlversion seiner Filesharing-Software, doch dies dürfte nicht genügend Geld erwirtschaften. Möglich ist, dass die Software für bezahlte Musikdownloads umgewandelt wird. Dann träfe LimeWire ein ähnliches Schicksal wie einst Napster. Der Vorreiter der Musiktauschbörsen wurde 2001 nach mehreren Rechtsstreitigkeiten mit der Musikindustrie in seiner ursprünglichen Art abgeschaltet, feierte zwei Jahre später allerdings ein Comeback als Bezahldienst für MP3-Downloads. Die Tauschbörsen-Software ist jedoch nicht mehr erhältlich.


Quelle: t-online.de

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Kommentare (39)

zum Forum

Thema: "Filesharing: RIAA bezwingt LimeWire vor Gericht"

Brown Sugar schrieb: am 23. Januar 2011 um 02:58:40
(0) (0) Pirate Edition
Wer will kann nach "Limewire Pirate Edition" googeln und downloaden. Da das Gnutella Netzwerk trotz dem Limewire Verbot noch
voll laeuft bringt es dem User keinerlei Nachteile, im Gegenteil ist die Pirate Edition auf High-Speed ausgelegt wie es die kostenpflichtige Limewire-Pro Version war. Wie schon erwaehnt wurde, sind Musiktitel seit es Kasettenrekorder gab schon immer mitgeschnitten worden, sollen die hyperreichen HipüHop Fritzen ruhig etwas weniger Geld abzocken. Schweinerei ist das!!!
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onkelheinz schrieb: am 19. Mai 2010 um 20:23:24
(0) (0) was für ein Dienst...
Leute, Limewire ist ein Programm, kein Dienst und kein Netzwerk. Das kann man nicht abschalten... Wenn das Programm
Limewire platt gemacht wird, benutzt die Welt eben ein anderes.
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Experte schrieb: am 15. Mai 2010 um 15:27:40
(0) (0) nun ja
die musikindustrie sieht eigentlich nur ihren eigenen maximal profit mit relativ minderwertiger musik die dazu noch überteuert
verkauft wird. oft ist es so das es sich nichtmal lohnt dieses schlechte musik illegal runterzuladen. übrigens der interpret bekommt nur ca 50 cent für ein verkauftes album. die frage ist wer steckt sich den ret ein ?
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