19.03.2009, 16:15 Uhr | Yaw Awuku/AP
Dieter Gorny verlangt schärfere Maßnahmen gegen Musikpiraterie (Foto: BVMI / Markus Nass)Die deutsche Musikindustrie stimmt im Kampf gegen Raubkopierer einen schärferen Ton an. Der Branchenverband strebt künftig 1000 Abmahnungen pro Monat an. Denn trotz steigender Umsätze im Internet verzeichnete die Musikindustrie im letzten Jahr herbe Verluste.
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Mit 1000 Abmahnungen pro Monat will die deutsche Musikindustrie die nächste Runde im Kampf gegen Musikpiraterie einläuten. Ein zivilrechtlicher Auskunftsanspruch soll der Branche dabei helfen, auch die Identitäten kleinerer Musikpiraten von den Internetprovidern einzufordern. "Wir würden trotzdem gerne auf weitere Massenverfahren wegen illegaler Verbreitung und Nutzung von Musik verzichten", erklärte Dieter Gorny, Chef des Deutschen Musikverbandes, gegenüber der Presse in Berlin. Doch andere Maßnahmen werden von rechtlicher Seite bisher nicht unterstützt.
Das Problem: Seit 2004 hat der Deutsche Musikverband etwa 100.000 Abmahnungen an Raubkopierer ausgesprochen. Doch angesichts einer riesigen Klagewelle vernachlässigten die Staatsanwaltschaften Raubkopier-Delikte unter 3000 illegalen Downloads. Die Zahl der Abmahnungen ging in den letzten Monaten daher stark zurück, so der Musikverband. Auf dem zivilrechtlichen Weg soll die Bagatellgrenze von 3000 Liedern nun umgangen werden. Den Mangel an rechtlichen Alternativen zur Massenklage machte Gorny der Bundesregierung zum Vorwurf.
Für die Musikindustrie besteht in Sachen Filesharing ein dringender Handlungsbedarf. Trotz steigender Umsätze mit legalen Downloads machte die Musikindustrie im letzten Jahr insgesamt 4,7 Prozent weniger Umsatz. Dabei ist allerdings nicht nur der illegale Austausch von Musikdateien als Ursache anzuführen: Der Verkauf von traditionellen Tonträgern sank um 3,4 Millionen Musik-Alben auf 145,1 Millionen. Den wirtschaftlichen Einbußen versuchen die Musikunternehmen auch mit neuen Marktmodellen entgegen zu wirken wie zum Beispiel mit Lizenzvergaben an Internetplattformen wie Youtube.
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Yaw Awuku/AP
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