16.01.2009, 12:58 Uhr | Sascha Plischke
Microsoft stopft außerplanmäßig ein richtig großes Loch in Windows.Die Wurm-Epidemie, ausgelöst von dem Schädling Conficker, nimmt Besorgnis erregende Ausmaße an. Nachdem die Zahl der infizierten Rechner bereits letzte Woche sprunghaft angestiegen war, sollen nun weltweit mehr als neun Millionen Computer befallen sein.Grund für die rasante Verbreitung ist die Sorglosigkeit vieler Anwender: Sie hatten einen wichtigen Windows-Patcheinfach nicht installiert.
Das Windows-Update MS08-067 beugt der Infektion vor.
Download Windows-Update MS08-067
Foto-Show So installieren Sie ein Sicherheits-Update
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Das Malicious-Software Removal-Tool findet und entfernt den Wurm.
DownloadMalicious-Software Removal-Tool (MSRT) von Microsoft
Foto-ShowMit MSRT Würmer entfernen
Die Schätzungen von Sicherheitsdienstleister F-Secure beruhen auf der Zählung von IP-Adressen, von denen verdächtige Aktivitäten ausgingen. "Wir sehen Infektionen in Europa, den Vereinigten Staaten und in Asien," so Mikko Hypponen, Leiter der Forschungsabteilung bei dem F-Secure. "Es handelt sich hierbei um den gefährlichsten Wurm-Ausbruch der vergangenen Jahre was den Grad der Verbreitung angeht." Bisher habe der Wurm allerdings noch keinen Schaden angerichtet.
Das kann jedoch noch kommen: Bei Conficker handelt es sich um einen so genannten Downloader. Das bedeutet, der Schädling lädt nach der Infektion weitere Schadsoftware nach, außerdem lässt er sich für die Errichtung eines Botnetzes missbrauchen. Die dafür von dem Wurm über das Internet ausgesandten Signale hat F-Secure nun abgehört. Obwohl der Wurm sich bisher nur verbreitet hat ohne tatsächlich aktive zu werden, könnte der von ihm verursachte Schaden beträchtlich werden.
Mit nun neun Millionen infizierten Computern könnten die Hintermänner von Conficker ein gewaltiges Botnetz zusammenstellen. Damit ließen sich im Alleingang riesige Spamwellen lostreten oder ganze Web-Seiten aus dem Internet pusten. Außerdem lassen sich natürlich all die infizierten Maschinen auch nach verwertbaren Informationen wie Kreditkartennummern oder Zugangsdaten für Online-Banking durchsuchen.
Heimlicher AngriffSo entsteht ein Botnetz
Schuld an dieser massenhaften Infektion ist die Leichtsinnigkeit vieler Nutzer. Um sich zu schützen genügt es, den entsprechenden Windows-Patch von Microsoft zu installieren. Den hatte Microsoft schon im Oktober vergangenen Jahres in außerplanmäßig veröffentlicht, um der Bedrohung zu begegnen. Auch wer bereits infiziert ist, kann den Schädling relativ leicht wieder loswerden. Die neueste Version von Microsofts Malware Removal Tool (MRT) soll alle Versionen des Wurms zuverlässig beseitigen.
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Sascha Plischke
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