12.03.2009, 16:30 Uhr | pcwelt.de
32-GB-SSD mit SLC-Technik: Intel X25-E SSDSA2SH032G1C5 (Foto: pcwelt)
Intel verbaut in seinem Solid State Drive (SSD) X25-E SSDSA2SH032G1C5 Flash-Speicher des Typs Single Level Cell (SLC). Bei der SLC-Technik speichert jede Flash-Zelle nur ein Bit. Dadurch ergibt sich ein entscheidender Vorteil gegenüber der Technik Multi Level Cell (MLC): Der Controller muss zum Ein- und Auslesen einer Speicherzelle nur eine und nicht mehrere Spannungen anlegen. Deswegen lassen sich Daten bei SLC-SSD nicht nur schneller ein- und auslesen als bei MLC-Modellen, auch die Zellen halten – natürlich abhängig vom Typ – durchschnittlich zehn Mal so viele Schreibzyklen aus.
Preis
SLC-Flashspeicher ist deutlich teurer in der Herstellung als MLC-Flash – daher kostet das Gigabyte bei SLC-SSD bis zu zehn Mal so viel. Bei den bisherigen SLC-SSD im Test variiert der Preis aktuell zwischen 8,10 und 13,30 Euro. Letzteren Betrag müssen Sie pro Gigabyte für Intels X25-E berappen, es ist damit also das derzeit kostspieligste Solid State Drive im Test.
Ausstattung
Das Intel X25-E SSDSA2SH032G1C5 fasst nominell 32 GB. Um diese vergleichsweise geringe Kapazität zu stemmen, hat Intel auf jeder Seite der SSD-Platine 10 hauseigene Speicherbausteinen untergebracht. Die Chips tragen die Bezeichnung 29F16G08CANC1 und fassen brutto je 1,6 GB. Der SATA-Controller Intel PC29AS21AA0 stammt ebenfalls aus eigener Produktion. Nur beim 16 MB großen Cache-Baustein hat sich Intel für eine externe Lösung entschieden: Der Samsung K4S281632I-UC60 kommt – ausgerechnet – vom Erzrivalen.
Die Platine ist fest verschraubt mit dem 2,5-Zoll-Metall-Gehäuse, das einen sehr soliden Eindruck vermittelt. Das Gewicht des Intel X25-E liegt bei 79 Gramm, ein durchschnittlicher Wert. Die Schockfestigkeit gibt Intel mit 1000 G an, alle anderen Hersteller im Test trauen ihren SSD bis zu 1500 G zu.
Der Energieverbrauch der 32-GB-Festplatte im Bereitschaftszustand ist laut Hersteller mit 0,06 Watt der niedrigste Wert aller bisherigen Testteilnehmer. Dafür langt Intels X25-E bei Zugriff mit 2,4 Watt ordentlich zu, nur das Transcend TS128GSSD25S-M lag mit 2,5 Watt noch etwas darüber. Zum Vergleich: Herkömmliche 2,5-Zoll-Festplatten benötigen in der Spitze bis zu 6 Watt.
Die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (Mean Time Between Failures, MTBF) liegt laut Hersteller bei zwei Millionen Stunden. Für ein SSD ist das viel, andere Modelle müssen mit 1,5 oder gar nur 1 Million Stunden vorlieb nehmen. Typisch für klassische Scheibendreher der 2,5-Zollklasse sind übrigens 0,6 Millionen Stunden. Das Intel-SSD ist aber nicht nur besonders zuverlässig; der Halbleiter-Riese verspricht im Datenblatt auch eine außergewöhnlich lange Lebensdauer: Intel garantiert für das X25-E wahlfreie Schreibvorgänge in einer Größenordnung von bis zu einem Petabyte (1015 Byte).
Datenraten
Rekordergebnisse ermittelten wir bei den sequenzielle Datenraten, die sich bereits gefährlich nah am theoretischen Maximum bewegen, die die SATA/300-Schnittstelle hergibt: Die maximale Datenrate des Intel X25-E SSDSA2SH032G1C5 betrug beim Lesen phänomenale 246 MB/s. Nur ein SSD war bisher bei dieser Einzelmessung noch einen Tick schneller unterwegs: die hauseigene MLC-Konkurrenz X25-M SSDSA2MH080G1 mit 252 MB/s.
Doch bereits bei der maximalen sequenziellen Schreibrate übernahm das Intel X25-E mit gut 170 MB/s die Spitzenposition – mit deutlichem Abstand zum Rest des SSD-Testfeldes – und gab sie für alle anderen Transferraten nicht mehr her. So erreichte das bis dato zweitschnellste SSD Transcend TS128GSSD25S-M hier mit 98,4 MB/s knapp 58 Prozent der Geschwindigkeit der X25-E.
Durchschnittlich kam der Intel-Sprinter beim Lesen auf exzellente 232 MB/s, der Schreibwert fiel mit gut 170 MB/s ebenfalls beeindruckend aus. Erstaunlich waren auch die minimalen sequenziellen Datenraten von 215 MB/s (Lesen) respektive 154 MB/s (Schreiben), die sich somit gegenüber den durchschnittlichen Transferraten nur um 7 beziehungsweise 4 Prozent reduzierten. Zum Vergleich: Das Transcend TS128GSSD25S-M etwa brach bei der minimalen Schreibrate massiv ein und erreichte lediglich 26 Prozent ihrer durchschnittlichen Schreibgeschwindigkeit.
Praxis-Datenraten
Die rasante Geschwindigkeit von schnellen SSD wie des Intel X25-E macht sich im Vergleich zu herkömmlichen ferromagnetischen Festplatten bei der täglichen Arbeit spürbar bemerkbar: Wenn Sie Ihren Rechner, ob Notebook oder High-End-PC, mit dem X25-E als Systempartition starten, halbiert sich in der Regel die Wartezeit, bis und eingabebereit sind. Auch Applikationen starten signifikant schneller: Eine voluminöse PDF-Datei oder eine großzügig bebilderte Powerpoint-Präsentation ist ruckzuck geladen. Und die Zeitspanne beim Levelwechsel aktueller PC-Spiele verkürzt sich ebenfalls eindrucksvoll.
Um die Transferraten in der Praxis zu messen, führen wir charakteristische Lese-, Schreib- und Kopiervorgänge durch, die recht gut die tägliche Arbeit mit dem Rechner simulieren. Das X25-E erzielte bei allen drei Messungen mit rund 100 MB/s hervorragende Datenraten. Gegenüber herkömmlichen 2,5-Zoll-Platten ereichte das Intel-SSD im Schnitt dreimal und im Vergleich zu den schnellsten 3,5-Zoll-Laufwerken immerhin noch doppelt so hohe Praxis-Transferraten
Aber auch die SSD-Konkurrenz lies das Intel X25-E im Regen stehen: Mit 106 MB/s im Lesetest distanzierte es den hauseigenen MLC-Konkurrenten Intel X25-M SSDSA2MH080G1 zwar nur knapp (89,8 MB/s). Doch das bisher drittschnellste SSD in diesem Test, das Samsung MCCOE64G5MPP-0VA, erreichte bloß noch 64,3 MB/s. Noch deutlicher fielen die Abstände im Schreibtest aus. Ein Großteil der SSD erreichte hier kaum mehr als 20 MB/s, während das Intel X25-E mit bärenstarken 106,5 MB/s das Testfeld links liegen lies. Eine ähnliche Größenordung ergab sich beim Kopiertest: Während die meisten Solid State Drives unseres Testfeldes auf maximal 35 MB/s kamen, verfehlte das X25-E SSDSA2SH032G1C5 die magische 100-MB-Marke mit 99,8 MB/s nur denkbar knapp.
Zugriffszeiten
Bei herkömmlichen 2,5-Zoll-Festplatten muss die Laufwerkssteuerung zunächst den gewünschten Datensektor suchen, den zuständigen Schreib-Lese-Kopf dorthin bewegen und warten, bis der Kopf ruhig über der Spur läuft. Im Mittel dauert das, je nach Modell, zwischen 6 und 10 Millisekunden. Noch länger benötigt der Fullstroke-Zugriff – das ist die Zeitspanne, die die Schreib-Lese-Köpfe bei den klassischen Scheibendrehern benötigen, um von den äußersten Datenspuren auf die innersten zu wechseln: Je nach Festplatte dauert dieser Vorgang zwischen 14 und 18 Millisekunden.
Ein SSD hingegen steuert jede Speicherzelle direkt an und greift unmittelbar auf die Daten zu. Je nach Modell sind die Zugriffszeiten daher bei SSD zwischen 45 und 140 Mal so schnell. Auch bei den Zugriffszeiten nimmt das Intel X25-E SSDSA2SH032G1C5 eine Spitzenposition ein. Für den Fullstroke-Zugriff benötigte das 32-GB-Modell reaktionsschnelle 0,08 Millisekunden. Denselben Wert ermittelten wir für die durchschnittliche Zugriffzeit – ein ausgezeichnetes Ergebnis.
Fazit Intel X25-E SSDSA2SH032G1C5
Der Testsieg bei den Solid State Drives über 300 Euro geht ganz klar an Intels X25-E SSDSA2SH032G1C5. Konkurrenzlos schnelle Datenraten zeichnen das SLC-Modell von Intel aus, insbesondere die gleichbleibend hohen Schreibraten in der Praxis beeindrucken – was allerdings auch für den exorbitanten Preis gilt. 13,26 Euro müssen Sie aktuell bei dem X25-E SSDSA2SH032G1C5 pro Gigabyte berappen, das ist ebenfalls ein Spitzenwert. Aber wenn Sie sich den SSD-Sprinter für Ihr Notebook oder Ihren High-End-PC leisten können und wollen, holen Sie sich – zumindest derzeit – die schnellste Einzelfestplatte in den Rechner, die Sie für Geld kaufen können.
Alternativen
Suchen Sie ein schnelles SSD mit höherer Kapazität und einem günstigeren Gigabyte-Preis, raten wir zum 80-GB-SDD Intel X25-M SSDSA2MH080G1. Bei dem bis dato zweitschnellsten Solid State Drive kostet das Gigabyte momentan 4,90 Euro. Sparfüchse greifen hingegen zum Transcend TS128GSSD25S-M, das mit einem Gigabyte-Preis ab 1,59 Euro aufwarten kann.
Intel X25-E SSDSA2SH032G1C5 | |
2,5-Zoll-Solid-State-Drive (SSD) über 300 Euro | |
Gesamtwertung | 80 |
Anbieter | Intel |
Weblink | |
Preis | rund 395 Euro |
Hotline | 069/95096099 |
Garantie | 36 Monate |
Intel X25-E SSDSA2SH032G1C5 | |
BEWERTUNG (max. 100 Punkte) | |
Tempo (60%) | 98 |
Ausstattung (30%) | 42 |
Service (10%) | 89 |
Preis-Leistung | angemessen |
Gesamtergebnis | 80 |
Intel X25-E SSDSA2SH032G1C5 | |
TESTERGEBNIS | |
Formatierte Kapazität | 30 GB |
Preis pro GB | 13,26 Euro |
Zugriffszeiten | |
Durchschnitt | 0,08 Millisekunden |
Fullstroke | 0,08 Millisekunden |
Praxis-Übertragungsraten | |
Lesen | 106,0 MB/s |
Schreiben | 106,5 MB/s |
Kopieren | 99,8 MB/s |
Sequentielle Übertragungsraten | |
Lesen maximal | 246,6 MB/s |
Lesen durchschnittlich | 232,2 MB/s |
Lesen minimal | 215,4 MB/s |
Schreiben maximal | 170,3 MB/s |
Schreiben durchschnittlich | 160,1 MB/s |
Schreiben minimal | 153,8 MB/s |
Intel X25-E SSDSA2SH032G1C5 | |
TECHNISCHE DATEN | |
Nennkapazität (GB) | 32 |
Schnittstelle | SATA/300 |
Speicherzellen-Typ | SLC |
Speicherchip-Typ | Intel 29F16G08CANC1 |
Speicherchip-Organisation | 20 x 1,6 GB |
Controller-Typ | Intel PC29AS21AA0 |
Controller-Protokoll | SATA |
Bridge-Chip, Typ | - |
Cache (MB) | 16 |
Schockfestigkeit (aus, G) | 1000 |
Schockfestigkeit (Betrieb, G) | 1000 |
Abmessungen (Länge x Breite x Höhe in mm) | 100 x 70 x 7 |
Gewicht (g) | 79 |
MTBF (h) | 2.000.000 |
Verbrauch, Leerlauf (Watt) | 0,1 |
Verbrauch, Zugriff (Watt) | 2,4 |
Quelle: PC-Welt
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