Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Digital > Computer > Sicherheit >

Ferngesteuertes Wasserwerk – Hacker führen US-Behörden vor

...

Ferngesteuertes Wasserwerk – Hacker führen US-Behörden vor

21.11.2011, 13:29 Uhr | Spiegel Online

Steuerungssoftware für Wasserwerke war für Hacker ein leichtes Spiel. (Quelle: imago)

Steuerungssoftware für Wasserwerke war für Hacker ein leichtes Spiel. (Quelle: imago)

Im US-Bundesstaat Illinois wurde ein Wasserwerk offenbar Ziel eines Hackerangriffs. Behörden spielen den Fall herunter, Experten hingegen schlagen Alarm: Kriminelle könnten per Fernsteuerung in das System eingedrungen sein. Zum Beweis knackte ein Unbekannter eine weitere Anlage.

An, aus, an, aus, immer wieder: In einem Wasserwerk im US-Bundesstaat Illinois ist eine Pumpe ausgefallen, nachdem sie offenbar gezielt überlastet worden war - von Hackern, die für ihren Einbruch einen Server in Russland benutzten. Das geht aus einem Bericht eines Terrorismus-Lagezentrums des Bundesstaates hervor, aus dem "Wired" zitiert. Weil die Behörden den Zwischenfall herunterspielen, hat sich nun ein zweiter Hacker gemeldet - und vier Screenshots der Steueranlage eines weiteren Wasserwerks veröffentlicht. Der Hacker mit dem Pseudonym "pr0f" distanzierte sich von mutwilliger Zerstörung. Er will offenbar auf angebliche Sicherheitslücken aufmerksam machen, die staatliche Infrastruktur sei in einem dramatischen Zustand.

Hacker-Angriff im Fernwartungsmodus

Der erste Fall: Um in die Steuerung des Wasserwerks in Illinois einzudringen, sollen die Angreifer zunächst in das Netzwerk einer Firma eingebrochen sein, die Steuerungssysteme für Industrieanlagen verkauft, sogenannte Scada-Systeme. Die Abkürzung steht für supervisory control and data aquisition, also Steuer- und Kontrollanlagen. Offenbar bewahrte das Unternehmen Logindaten zu mindestens einer Anlage auf, um über das Internet darauf zugreifen zu können. Über so einen Fernwartungsmodus können die Kunden Software-Updates und Hilfe bei der Fehlersuche bekommen.

Die Hacker konnten diese Daten nach dem Bericht von "Wired" vermutlich nutzen, um auf die Steuerung einer Anlage des Curran-Gardner Townships Public Water District zuzugreifen. Der Hacker-Zugriff auf das Wasserwerk erfolgte womöglich zwei bis drei Monate vor dem Ausfall der Pumpe - aus dem Report gehe hervor, dass Mitarbeiter seitdem Merkwürdigkeiten festgestellt, diese aber als gewöhnliche Macken abgetan hätten.

Computer
Persönliche Daten auf der Festplatte verstecken

Wichtige Daten gehören unter Verschluss, damit Spione keine Chance haben. Wir zeigen Ihnen, wie es geht. zum Video

Möglicherweise auch Atomkraftwerke in Gefahr

Das FBI und das Department of Homeland Security haben laut "Wired" Ermittlungen aufgenommen. Eine offizielle Bestätigung für den Hacker-Angriff gibt es bisher nicht - und die Sicherheitsbehörden bemühten sich, den Vorfall herunterzuspielen. Gegenüber "Wired" erklärte Joe Weiss, ein Sicherheitsexperte, der den Bericht des Terror-Lagezentrums gelesen hat, dass seines Wissens nach keine weiteren Wasserkraftwerke über das mögliche Sicherheitsproblem informiert worden seien. Ebenso sei unklar, welcher Systemausrüster von den Hackern geknackt worden sein soll. Sollte es sich dabei um eines der großen Unternehmen der Branche handeln, so Weiss, könnten nicht nur Wasserwerke, sondern womöglich sogar Atomkraftwerke betroffen sein.

Sabotage von Stromnetzen: Mögliches Angriffszenario in einem Cyberwar

Der zweite Fall: Um die Dramatik des ersten Hacks zu unterstreichen und die Beschwichtigungen der Behörden zu konterkarieren, veröffentlichte "pr0f" am 18. November Screenshots, die von einem Wasserwerk in South Houston stammen sollen. In einer Erklärung teilte der Hacker mit, er werde keine weiteren Details zu seinem Angriff veröffentlichen. Es sei allerdings "unklug", Scada-Systeme an das Internet anzuschließen und auf diese Weise für eine Fernwartung zugänglich zu machen.

Browser
Warum nicht schneller und sicherer surfen?
Internet Explorer 9 (Grafik: t-online.de)

Flotter Seitenaufbau bei voller Sicherheit – und Ihre Lieblings- webseite immer im Blick. Jetzt wechseln zum Internet Explorer 9. mehr

"Ich würde das nicht einmal einen Hack nennen", schreibt "pr0f". Der Einbruch habe praktisch keiner großen Fähigkeiten bedurft und könne "von einem Zweijährigen" nachvollzogen werden. Ihn habe besonders aufgeregt, dass die Behörden den Vorfall mit der Pumpe nicht ernst genug nehmen und einen Hacker-Angriff als offiziell bisher nicht erwiesen darstellten.

Mangelhafter Schutz vor logischen Bomben

In den USA warnen Sicherheitsexperten seit geraumer Zeit vor der Verwundbarkeit von Wasserwerken, Energieversorgen und anderen Infrastruktur-Einrichtungen durch Hacker-Angriffe. Die Sabotage von Stromnetzen gilt als mögliches Angriffszenario in einem Cyberwar. Richard Clarke, ehemaliger Berater der Regierung im Kampf gegen Terrorismus, kritisiert in seinem Buch "Word Wide War" eine mangelnde Sensibilisierung der Verantwortlichen. Dabei könnten sogenannte logische Bomben, unbemerkt eingeschleuste Programme, gewaltigen Schaden anrichten. Selbst Länder mit einem vergleichsweise schwachen Militär wie Nordkorea könnten mit einer Hacker-Truppe zur Bedrohung werden.

Präventive Selbstverteidigung

Angeblicher Screenshot eines Wasserwerks: Hacker brüstet sich mit System-Zugriff. (Quelle: Spiegel Online) Angeblicher Screenshot eines Wasserwerks: Hacker brüstet sich mit System-Zugriff. (Quelle: Spiegel Online)Das Pentagon gab dieses Jahr eine neue Richtlinie aus: "Wer die Stromnetze unseres Landes sabotiert, muss mit Raketen im Schornstein rechnen", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums zu der neuen Doktrin. Die USA wollen sich die Hacker-Angriffe, die oft ihren Ursprung in China und Russland haben, nicht länger tatenlos hinnehmen. In einem ersten Schritt werden die Länder aufgefordert, Hacker-Aktivitäten in ihrem Land zu unterbinden. In letzter Konsequenz bedeutet das: Kommt ein Land dem nicht nach und stehen Menschenleben auf dem Spiel, könnten die USA zur präventiven Selbstverteidigung greifen und einen Militärschlag ausführen - auch wenn das im Völkerrecht umstrittenen ist.

Angreifer könnten überall sitzen

Bleibt nur ein Problem: Bevor Strafverfolger oder sogar das Militär in Bewegung gesetzt werden können, muss geklärt werden, woher der Angriff stammt. Dass der erste Einbruch in das Scada-Unternehmen aus Russland aus geführt wurde, muss noch lange nicht bedeuten, dass der Angreifer auch dort sitzt - oder sogar im Auftrag oder mit Wissen dortiger Behörden arbeitet. Genausogut könnte der Angreifer einen Server gemietet haben und von irgendwo auf der Welt darauf zugreifen - etwas aus dem Nachbarstädtchen im US-Bundesstaat Illinois. Gegenüber "CNet" wies "pr0f" vorsorglich selbst auf diesen Umstand hin. Er benutzte für die Kommunikation seines Hacks eine E-Mailadresse bei einem rumänischen Anbieter, halte sich aber nicht dort auf. "Ich nehme an, dass Unternehmen in dem Land eher nicht den USA helfen und meine E-Mails weitergeben."


softwareload download-tipp
Kaspersky Internet Security
Kaspersky Internet Security 2012 (Quelle: Softwareload)

Innovative, cloud-basierte Techno- logie mit bewährtem Virenschutz. Bewährter Rundum-Schutz - egal ob Privat, bei der Arbeit, Online-Banking oder -Shopping oder sozialen Netzwerken. weiter zum Angebot

Quelle: Spiegel Online

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Ferngesteuertes Wasserwerk – Hacker führen US-Behörden vor" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Ferngesteuertes Wasserwerk – Hacker führen US-Behörden vor" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (14)

zum Forum

Thema: "Ferngesteuertes Wasserwerk – Hacker führen US-Behörden vor"

erniberti schrieb: am 4. Januar 2012 um 01:46:37
(0) (0) welche Idioten
ermöglichen eine physikalische Anbindung von infrastrukturellen Anlagen (-teilen) an das Internet... Das ist die eigentlich kriminelle Tätigkeit!

Kommentar melden

Personal der BRD GmbH schrieb: am 23. November 2011 um 03:05:14
(2) (0) Mega Volksverarsche und Verdummung sogar Live
Was war denn im Bundetag los am Dienstag Vormittag diese NAZI Geschichte, was haben einige
Politiker da von sich gegeben ? Ich habe mir diese Lügen nicht mehr reinziehen können. Wiederspruch im Wiederspruch aber voll bejubelt !!! Das ist die Größte Mega Volksverarsche und Verdummung die je "LIVE" durchgezogen wurde !!! - MFG das Personal - PS: "Wenn Ihr den Inhalt von der SPD nicht verstanden habt bitte nochmals reinziehen bis Ihr Geschockt seit und es geblickt habt
mehr Kommentar melden

Chekker schrieb: am 22. November 2011 um 20:27:59
(8) (0) Ohne Computer
Früher gabs Autos OHNE Computerun die fuhren bestens, sofern der Fahrer dies konnte. Die anderen sprtierte das Schicksal per
Unfall / Tod aus.. Wasserwerke funktionierten ebenso OHNE Computer, was war da schlimm daran? Heute muss es überallblinken, piepsen und flimmern, dann sind die Leute happy - der Computer macht diese System angreifbar und verletzlich, bedenkt das in eurem Technikwahn (PS: Bin ein Technikfan, aber da wo es SINN macht !!!)
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Große Schuhvielfalt
Neue Frühlings-Trends von zalando.de

Die neue Frühlingskollektion von Topmarken: tolle Schuhe, Mode u.v.m. - Versand gratis. mehr

Einkaufswelt
Mode von Laura Kent
Neue Frühlings-Trends von Laura Kent - bei WENZ

Extravagante und schicke Damen-
mode für die neue Saison: jetzt online bestellen. von WENZ

Einkaufswelt
Grills und Gartenkamine
Grills & Gartenkamine von plus.de

Jetzt aus über 150 Marken-Grills den passenden auswählen!
bei plus.de

Einkaufswelt
Sexy Kleider & Röcke
Kleider und Röcke für sexy Kurven - von happysize.de

Tolle Kurven perfekt in Szene gesetzt: zauberhafte Damenmode bis Größe 60. zum XXL-Special


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

THW Simulator 2012
THW Simulator 2012 (Quelle: rondomedia)

Fahrzeuge bergen, Brücken bauen und mehr. Jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

"Der FC Bayern sollte sich schämen"
Arjen Robben musste sich Pfiffe anhören. (Quelle: dpa)

Pfiffe gegen Robben sorgen für Eklat. mehr

Russische Omas singen beim Grand Prix
Die russischen Omas sind im Finale beim Eurovision Song Contest. (Quelle: dapd)

Ralph Siegel scheitert mit San Marino. mehr


Anzeigen

Anzeige
Browser-Download
Jetzt viel schneller surfen!
Internet Explorer 9 (Grafik: t-online.de)

Internet Explorer 9: Flotter Seiten- aufbau bei voller Sicherheit. mehr

Computer-Video
Ist Ihre Festplatte noch gut in Schuss?

Gesundheitscheck für die Festplatte - so geht's. zum Video

Computer-Video
HTC One X: Smartphone- Riese mit Android 4

Neues Oberklassen-Smartphone mit 4,7-Zoll-Display. zum Video

Anzeige
Promotion
Schutz Ihrer Privatsphäre

So behalten Sie Ihre persönlichen Daten auf Facebook im Griff. mehr

Augenblicke
Fotos des Tages
Ein mit Rollrasen beladener Anhänger parkt im Frachtbereich des Fährhafens. (Quelle: dpa\Ingo Wagner)

Was haben die Ostfriesen denn da bestellt? mehr

t-online.de Shop
Früh übt sich
"IXUS"-Canon-Digicam im t-online.de Shop

Die ersten Schritte zum Profi-Fotografen. von t-online.de Shop

Newsletter bestellen
Computer Newsletter

Techniknews jede Woche neu per Mail. Digital-Newsletter

Computer-Forum
Computer-Forum

Diskutieren Sie mit im Computer-Forum

t-online auf Facebook
t-online.de auf Facebook (Quelle: Hersteller)

Jetzt Fan werden und mitreden! Facebook

Digital twittert!

Schnell informiert: Folgen Sie uns auf Twitter! mehr

RSS-Feed abonnieren

Keine Digital-News verpassen - so geht's
RSS-Feed Digital


Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige