05.05.2008, 13:30 Uhr | Sascha Plischke
Mit einer dreisten Masche versuchen vorgebliche Verbraucherschützer derzeit, arglose Opfer in eine Abo-Falle zu locken. Sie melden sich per Telefon und geben sich als Vertreter eines Verbandes für Datenschutz aus – der verspricht ausgerechnet Hilfe gegen Online-Abzocker. Tage später flattert die Bestätigung einer angeblich abgeschlossenen Mitgliedschaft ins Haus. Wer dem Schreiben nicht sofort widerspricht, muss Mitgliedsbeiträge zahlen.
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Die Anrufer arbeiten im Auftrag des "Deutschen Verbands gegen Datenmissbrauch und Werbebelästigung" (DVDW) und werben für eine Mitgliedschaft in der dubiosen Vereinigung. Dessen Leistungen klingen verführerisch: Rechtsbeistand gegen Online-Betrüger, Schutz vor unerwünschter Werbung. Doch die Anrufer haben selbst ganz eigene Ziele im Sinn. Auch wer sich am Telefon nicht für einen Eintritt begeistern kann erhält kurz darauf per Post eine schriftliche Bestätigung der unerwünschten Mitgliedschaft. Dafür werden 59 Euro Jahresbeitrag fällig – obwohl die Angerufenen sich nur mit der Zusendung weiterer Informationen einverstanden erklärt hatten. Das meldet die Verbraucherzentrale Brandenburg in einer aktuellen Warnung. Der DVDW war bisher nicht zu einer Stellungnahme bereit.
Nur energischer Widerspruch hilft
"Von dieser Praxis unlauterer Telefonwerbung können leider viele Verbraucher ein trauriges Lied singen," sagt Sabine Fischer, Juristin in der Verbraucherzentrale Brandenburg. Sie empfiehlt den Opfern dieser Abzocke-Strategie ein energisches Vorgehen: Nur ein schriftlicher Widerspruch bewahre die Opfer vor der Zahlung des Mitgliedsbeitrages. "Wer am Telefon keine Willenserklärung zum Vertragsabschluss abgegeben hat, hat auch keinen Vertrag geschlossen und sollte entsprechenden Behauptungen umgehend nachweisbar widersprechen."
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Online-Betrug nimmt immer mehr zu
Generell erfreuen sich undurchsichtige Abo-Angebote in Deutschland einer immer größeren Beliebtheit. Wer sich bei diesen vermeintlich kostenlosen Diensten anmeldet, sieht sich sofort mit unerwarteten Rechnungen konfrontiert. Verschickt werden diese Forderungen von Inkassobüros oder Anwaltskanzleien. Diese drohen mit unangenehmen juristischen Konsequenzen, sollte die Rechnung nicht beglichen werden. Viele Internetnutzer lassen sich von dem massiven Druck einschüchtern und zahlen. "Verbraucher fallen in Massen darauf rein", sagte Verbraucherschützerin Brigitte Sievering-Wichers gegenüber T-Online. Doch auch in diesen Fällen gilt: Energischer Widerspruch zahlt sich aus. In schwierigen Fällen können sich Opfer auch bei den Verbraucherzentralen beraten lassen.
Sascha Plischke
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