18.05.2010, 09:20 Uhr | Andreas Lerg
Facebook: "Sexiest video ever" installiert Hotbar-Adware. (Montage: t-online.de)
Mit dem "sexiest video ever", das ein angeblicher Freund in Facebook auf der Pinnwand von Nutzern postet, stellen Hacker derzeit eine Virenfalle innerhalb des beliebten sozialen Netzwerkes. Wer das Video anschauen will, dessen Vorschaubild mit Aufnahmen ködert, die von einer versteckt angebrachten Kamera stammen sollen, tappt in die fiese Falle. Der Download eines angeblich nötigen Updates für den Videoplayer hat Schadsoftware im Gepäck und verseucht den Computer des ahnungslosen Facebook-Nutzers.
Viele Nutzer von Facebook wundern sich derzeit über Pinnwandeinträge von Freunden und Bekannten, die das "sexiest video ever" versprechen. Das angeblich erotischste Video aller Zeiten zeigt im Vorschaubild einen wohl geformten Po auf einem Fahrradsattel. Der Pinnwandeintrag behauptet, es handele sich um die Aufnahme einer versteckten Kamera. Wer das Video betrachten will, startet mit dem Klick aber nicht die Wiedergabe, sondern eine gefährliche Facebook-Anwendung. Davor warnen aktuell die Sicherheits-Dienstleister Sophos und Websense. Die Experten rechnen mit bereits mehreren tausenden Internetnutzern, die auf die betrügerische Anwendung hereingefallen sind.
Die betrügerische Facebook-Anwendung teilt dem Nutzer mit, dass sein Videoplayer auf dem Computer veraltet ist und er ein Update für den FLV Player herunterladen soll, um das Video zu betrachten. Wer hier nicht misstrauisch wird und den Download startet, fängt sich den Schädling Hotbar ein. Das ist eine Kombination aus Spyware und Adware. Hotbar spioniert den Computer des Opfers aus und blendet massenhaft Werbung ein, über die die Hintermänner dieser Attacke Geld scheffeln wollen.
Eine weitere Funktion, die der Klick auf das vermeintliche Video auslöst, ist die automatisierte Verbreitung des Schädlings. Die böswillige Facebook-Anwendung trägt den Eintrag auf allen Pinnwände der Freunde des aktuell geschädigten Facebook-Nutzers ein. Sinn dieses Manövers ist, dass die entsprechenden Freunde denken, der Videotipp käme von ihrem Facebook-Bekannten. Da Facebook-Nutzer weniger argwöhnisch sind, wenn sie eine Nachricht von einem Bekannten bekommen, hilft das der Verbreitung der Schadsoftware. "Es ist erstaunlich, dass es sich nicht viral oder wie ein Wurm verbreitet, sondern über die Funktionen von Facebook", sagte Virenexperte Roger Thompsen von AVG Technologies dem Online-Magazin Computerworld. Allein am Samstag soll sein Unternehmen über die Sicherheitssoftware LinkScanner 300.000 Hinweise auf das sexy Video erhalten haben.
Fallen wie die des "sexiest video ever" sind nicht immer leicht zu entlarven. Grundsätzlich sollten Sie nicht blind auf Links von Freunden klicken, die erotische Inhalte versprechen. Auffällig wird es, wenn Ihnen deutsche Freunde plötzlich Nachrichten auf Englisch schicken. Letztlich sollten Sie aufhören, solchen Links zu folgen, wenn Sie zur Installation von Fremdsoftware oder Updates aufgefordert werden. Dies sind übliche Tricks von Online-Kriminellen, um ihren Opfern heimlich Schadsoftware unterzuschieben.
Facebook selbst wird bei betrügerischen Anwendungen aktiv, sobald das Unternehmen von Methoden wie dem "sexiest video ever" erfährt. Auch bei der aktuellen Masche ist es wahrscheinlich, dass Facebook die Anwendung bereits auf seinen Seiten gesperrt hat. Sollten Sie aber schon auf den Link geklickt, sollten Sie umgehend Ihren Computer mit einem aktuellen Virenscanner vollständig scannen, um eventuelle Schädlinge zu eliminieren. Ganz wichtig: Prüfen Sie in den Sicherheitseinstellungen auf Facebook, welche Applikationen in Ihrem Nutzerkonto installiert sind und entfernen Sie unbekannte Anwendungen. Mehr über die Privatsphäre-Einstellungen hier in unserer Foto-Show.
Die Schadsoftware Hotbar sollten Sie letztlich auch aus Ihrem Windows-System entfernen. Da Hotbar seit Jahren bekannt ist, sollten aktuelle Virenscanner und kostenlose Programme wie Ad-Aware Free und Malwarebytes Anti-Malware die Software löschen können. Danach sollten Sie unbedingt in Ihren Browser-Optionen unter Erweiterungen und Add-ons nachsehen, ob dort alle Hotbar-Einträge gelöscht wurden und gegebenenfalls diese händisch deaktivieren. Letztlich sollten Sie sicherheitshalber Ihr Facebook-Passwort ändern, falls die Online-Kriminellen dies abgreifen konnten.
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Andreas Lerg
totlacher schrieb:
am 18. Mai 2010 um 17:28:31
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...
tja, selber schuld, wer fb nutzt und sich auch noch so einen müll reinziehen muss.. haha
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IT-Profi schrieb:
am 18. Mai 2010 um 16:55:00
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zu Pilo
N E I N ...den dummen Usern müßen die Pfoten abgehackt werden.Die alles und Überall Klicker in Kombination ohne Virenscanner sind
selbst schuld.Diese Masche ist n i c h t neu,aber immerwieder erfolgreich. Also dann ...auf den nächsten (Dumm-) Klick, ihr Letschis!!
mehr
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Pilo schrieb:
am 18. Mai 2010 um 16:00:51
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Video
Den leuten die sowas fabrizieren müßten die Hände abgeschlagen werden.
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