29.12.2011, 09:34 Uhr | Andreas Lerg
Die Polizei freut sich über Facebook-Fahndungserfolge, doch demnächst entscheidet der Innenminister, ob die Polizei bei Facebook bleiben darf. (Quelle: dpa)
Die Polizei Hannover zieht eine positive Bilanz der seit März gestarteten Fahndungen über Facebook. In acht Kriminalfällen lieferte das soziale Netzwerk die entscheidenden Hinweise, um den Fall erfolgreich abzuschließen. Aktuell sucht die Polizei nach einem Mörder über das soziale Netzwerk. Allerdings ist es umstritten, ob die Facebook-Fahndung überhaupt zulässig ist.
Als bundesweit erste Dienststelle hat die Polizei Hannover im März 2011 begonnen, Fahndungen auch über Facebook zu veröffentlichen. Mittlerweile hat die Behörde 81.000 Fans und zieht eine positive Bilanz. Heiko Steiner, Sprecher der Dienststelle erklärte: "Acht Fälle konnten per Facebook geklärt werden." So lieferten die Nutzer des sozialen Netzwerks entscheidende Hinweise auf zwei vermisste Kinder. Weiterhin konnten via Facebook Delikte wie Körperverletzungen und Diebstähle aufgeklärt werden.
Aktuell setzt die Behörde das soziale Netzwerk erstmals auch bei einem Mordfall ein. Am ersten Adventssonntag, dem 27. November, wurde eine 20-jährige Studentin in der Nähe des Hauptbahnhofes Hannover getötet. Mittlerweile seien über 500 Hinweise in dem Fall eingegangen, die meisten über Facebook, informiert die Polizei Hannover. Mehrere Millionen Nutzer hätten den Aufruf angeschaut und auf Facebook geteilt. Dazu Polizeisprecher Steiner: "So erhöht sich auch der Fahndungsdruck auf den Täter." Die Mordkommission überprüfe derzeit alle eingegangenen Hinweise auf den Täter.
Mark Zuckerberg stellte einige Neuerungen des sozialen Netzwerks vor. zum Video
Allerdings stößt die Fahndung via Facebook bei Datenschützern auf harte Kritik. Deshalb haben sich erste Behörden wieder aus dem Netzwerk verabschiedet. Der niedersächsische Landesbeauftragte für Datenschutz, Joachim Wahlbrink, lässt die Vorgehensweise aktuell prüfen. Gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) erklärte ein Sprecher des Landesbeauftragte für Datenschutz: "Wir wollen wissen, was mit den Daten der Besucher passiert, wenn sie sich durch die Facebook-Seite der Polizeidirektion klicken.“
Konkret geht es darum, dass beim Anklicken des Gefällt mir-Knopfes oder beim Öffnen einer Facebook-Seite die IP-Adresse des Nutzers gespeichert wird und dass diese Speicherung nicht in Deutschland, sondern in den USA erfolgt. Der Kieler Datenschutzbeauftragte bewertet es laut der HAZ Thilo Weichert als "absolut heikel", das eine Fahndungsbehörde aktiv zur Nutzung von Facebook auffordere, denn: "Es handelt sich um eine unsichere Kommunikationsform, die über die USA läuft. Dort haben die Behörden Zugriff auf die Daten.“ Das niedersächsische Innenministerium will in einem Gespräch auf Bundesebene Anfang 2012 abklären, ob die Polizei künftig weiter Facebook zu Fahndungszwecken einsetzen darf. In den USA konnte sich unlängst eine Frau durch einen Hilferuf auf Facebook aus einem Geiseldrama befreien.
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Quelle: dpa
Bob schrieb:
am 1. Januar 2012 um 01:33:56
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Fratzenbuch
Was wollt ihr denn? Als ob sich die Polizei erst seit märz 2k11 im gesichtsbuch rumtreibt, offiziell vielleicht. Also jammert
nicht, vorher hats auch keinen gestört, wenns der Aufklärung dient, gut so. Und Datenschutz, jaja, langweilig, ist doch jedem selbst überlassen was er preisgibt. Nur weil die meisten sich im Netz völlig "gläsern" machen bei solchen portalen, selbst schuld. Der beste Datenschützer ist man selbst. Und das wird sich in 2012 auch nicht ändern!
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Facebukhasser schrieb:
am 30. Dezember 2011 um 16:46:32
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Amikrake Fazebuk
Was wird man künftig mit Fazebukverweigerern machen? Sie vorladen und zum mitmachen "überreden"? Es wird doch
immer offensichtlicher, daß unter dem Deckmantel der Kommunikation wir immer mehr von Uncle Sam beherscht und durchleuchtet werden, und wehe wenn sich einer in den Weg stellt.
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Verwirrter schrieb:
am 29. Dezember 2011 um 17:20:37
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Was haben...
..manche gegen dieses Vorgehen?Spätestens, wenn sie von einem Mörder bedroht oder verletzt werden, sind diese die ersten, die
die "untätige" Polizei anprangern.Es gibt unzählige Fahndungsmethoden von denen ihr keine Ahnung habt, weil diese nich publik gemacht werden..Wollt ihr die alle verbieten,vielleicht eueren Kinder so Sexualstraftätern Freiräume schaffen?
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